Die Lieder des Mirza Schaffy. Operette.

Song Cycle by Louis Roth

Word count: 1528

1. Die Weise guter Zecher ist [sung text not yet checked]

Die Weise guter Zecher ist
[In]1 früh und später Stunde,
Daß alter Wein im Becher ist
Und neuer Witz im Munde --
Denn wo man eins davon entbehrt,
Da ist das andre auch nichts wert --
Das eine steht zum andern.

Je mehr wir uns vertieft im Wein,
Je höher steigt der Geist uns --
Der Bart der Weisheit trieft von Wein,
Die ganze Welt umkreist uns,
Versunken ganz in Trunkenheit
Und trunken in Versunkenheit,
In Wein, Gesang und Liebe!

Die Weisen beim Pokale stehn
Hoch über der Gemeinheit,
Wie Berge überm Tale stehn
In himmelhoher Reinheit --
Die Berge färbt des Himmels Licht,
Uns widerstrahlt das Angesicht
Im Glanz der vollen Becher!

Sagt, was die Welt im Tausch uns gibt
Für unser lustig Leben!
Die Wonne, die ein Rausch uns gibt,
Wer mag uns Bess'res geben?
Nur eins kenn' ich, das schöner ist:
Wenn du, Hafisa, bei mir bist
Mit Küssen und mit Scherzen!

Und weil so kurz das Leben ist,
Muß stets der Weisen Ziel sein:
Des Glücks, das uns gegeben ist,
Kann nimmermehr zuviel sein!
Drum Kind, laß alle Skrupel sein
Und steig herab in unsre Reihn,
Wie ins Gebirg' die Sonne!

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , appears in Clair-obscur, first published 1954, copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

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1 Bohn, Rubinstein: "Zu"; further changes may exist for Bohn's setting, not shown above.

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2. Aus dem Feuerquell des Weines [sung text not yet checked]

Aus dem Feuerquell des Weines,
Aus dem Zaubergrund des Bechers
Sprudelt Gift und -- süße Labung,
Sprudelt Schönes und -- Gemeines:
Nach dem eignen Wert des Zechers,
Nach des Trinkenden Begabung!

In Gemeinheit tief versunken
Liegt der Tor, vom Rausch bemeistert;
Wenn er trinkt -- wird er betrunken,
Trinken wir -- sind wir begeistert!
Sprühen hohe Witzesfunken,
Reden wie mit Engelzungen,
Und von Glut sind wir durchdrungen,
Und von Schönheit sind wir trunken!

Denn es gleicht der Wein dem Regen,
Der im Schmutze selbst zu Schmutz wird,
Doch auf gutem Acker Segen
Bringt und jedermann zunutz wird!

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3. Die blaue Glockenblume [sung text checked 1 time]

Sieh mich nicht an so liebevoll,
ich meide deine Blicke
und weiß nicht, was ich sagen soll,
zieh' ängstlich mich zurücke.

Zur Höhe wand'r' ich, pflücke mir
zu meinem Eigentume
als  meines Busens schönste Zier
die blaue Glockenblume.

Nicht Myrthenreis, nicht Majoran,
nicht Purpurros', nicht Nelken,
Reseda nicht und Thymian;
sie mögen all' verwelken.

Die schönste auf der weiten Heid'
erblühet mir zum Ruhme
in lieblicher Bescheidenheit,
die blaue Glockenblume.

Authorship

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3a. Die blaue Glockenblume [sung text checked 1 time]

Sieh mich nicht an so liebevoll,
ich meide deine Blicke
und weiß nicht, was ich sagen soll,
zieh' ängstlich mich zurücke.

Zur Höhe wand'r' ich, pflücke mir
zu meinem Eigentume
als  meines Busens schönste Zier
die blaue Glockenblume.

Nicht Myrthenreis, nicht Majoran,
nicht Purpurros', nicht Nelken,
Reseda nicht und Thymian;
sie mögen all' verwelken.

Die schönste auf der weiten Heid'
erblühet mir zum Ruhme
in lieblicher Bescheidenheit,
die blaue Glockenblume.

Authorship

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4. Lied [sung text not yet checked]

Neig' [schöne]1 Knospe, dich zu mir,
Und was ich bitte das tu' mir!
Ich will dich [pflegen und]2 halten;
[Du sollst bei mir erwarmen
Und sollst in meinen Armen
Zur]3 Blume dich entfalten.

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  • ENG English [singable] (Constance Bache) , "Bend, opening blossom"
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

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1 Quilter: "schön' "
2 M. Hauptmann: "pflegen, will dich"
3 M. Hauptmann: "Bei mir sollst du erwarmen, in meinen Armen;/ Bei mir sollst du zur"

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5. Wo im Donnergetöse [sung text checked 1 time]

Wo im Donnergetöse der Gletscher erbebt,
wo  des Kaukasus schneeiger Firn sich erhebt,
wo die schäumende Quelle dem Berge entspringt
und der tapfere Krieger den Yatagan schwingt,
wo die Berge so  wild,
die Lüfte so mild,
wo die Männer so kühn
in die Schlachten zieh'n,
wo  die Liebe regiert des Weibes Sinn,
das ist das Land, wo ich geboren bin.

Wo die schlanke Gazelle die Steppe durchfliegt,
die mit schwirrendem Pfeile der Schütze besiegt,
wo der Adler durchsegelt die tiefblaue Luft
und der Löwe sich birgt in der felsigen Kluft,
wo auf feurigem Ross
der jagende Tross
die Beute gefällt,
dann rastet im Zelt,
wo Gesänge erschallen so frei und kühn,
das ist das Land, wo ich geboren bin.

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6. Märchenduett [sung text checked 1 time]

2. Stimme:
Es war einmal ein armer Knecht,
der litt gar große Pein;
ein liebliches Prinzesschen möcht'
er sich zur Gattin frei'n.

Beide:
Prinzesschen aber lacht dazu
und nahm dem Armen Glück und Ruh'.

1. Stimme:
Wie endet dieses Märchen dann?

2. Stimme:
Noch endet's nicht, es fängt erst an.
Der Knecht muss kühn zu Werke geh'n ...

1. Stimme:
... und große Prüfungen besteh'n.
Der Knecht darf nun nicht müßig ruh'n,
er hat Unmögliches zu tun:
Er wendet seines Landes Not
und schlägt so zwanzig Drachen tot,
reißt hundertjähr'ge Bäume aus
und bringt der Liebsten sie als Strauß.
Zehn Riesen nebenbei zum Spaß,
die müssem beißen in das Gras.
Dann trinkt er ohne viel Beschwer
den Pech- und Schwefelsee noch leer,
und wenn er alles dies vollbracht, ...

2. Stimme:
... dann Hochzeit, Hochzeit wird gemacht!

Beide:
So haben sie erworben
der Ehe süßes Joch,
und sind sie  nicht gestorben,
so leben heut' sie noch.

1. Stimme:
Es wär' ganz recht,
doch passt es schlecht.
Ich weiß ein Märchen wunderfein.

2. Stimme:
Erzähle mir's!

1. Stimme:
Es mag d'rum sein!
Es war einmal ein großer Bär,
ein rechter Honigdieb,
mit dickem Kopf und Tatzen schwer,
der hatt' ein Lämmchen lieb.

2. Stimme:
Das Lämmchen blökt - o weh, o weh!

1. Stimme:
Ein Bär, ein Schäfchen - welche Eh'!

2. Stimme:
Wie endigt dieses Märchen dann?

1. Stimme:
Noch endet's nicht, es fängt erst an.

2. Stimme:
Der Bär dem Lämmchen Lieb' erweist, ...

1. Stimme:
... indem der Bär das Lamm verspeist.

2. Stimme:
Er schützt es vor des Wolfes Gier;

1. Stimme:
Der Bär ist auch ein mildes Tier.

2. Stimme:
Es gut zu füttern ist sein Ziel.

1. Stimme:
Das Lämmchen isst dann wohl zuviel.

2. Stimme:
Er tanzt und brummt vor Liebespein, ...

1. Stimme:
... das Lämmchen meckert lustig d'rein.

2. Stimme:
Der Bär zur Sanftmut sich gewöhnt, ...

1. Stimme:
... das Lämmchen führt das Regiment.

2. Stimme:
„Lieb' Schäfchen mein!“

1. Stimme:
O Bär, halt' ein!
Ich will ja ein Prinzesschen nicht
und auch kein Schäfchen sein!

2. Stimme:
So folg' dem Wasserträger ...

1. Stimme:
... als Wasserträgerin!

2. Stimme:
Sie hegen beid' im Herzen ...

1. Stimme:
... der treuen Liebe Sinn.
Es folgt dem Wasserträger
die Wasserträgerin, ...

Beide:
... sie hegen beid' im Herzen
der treuen Liebe Sinn.
So haben sie erworben
der Ehe süßes Joch,
und sind sie nicht gestorben,
so leben heut' sie noch.

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7. Lied [sung text not yet checked]

Mein Lehrer ist Hafis, mein Bethaus ist die Schenke,
Ich liebe gute Menschen und stärkende Getränke;
Drum bin ich wohlgelitten in den Kreisen
Der Zecher, und sie nennen mich den Weisen,
Komm ich -- da kommt der Weise! sagen sie;
Geh ich -- schon geht der Weise! klagen sie;
Fehl ich -- wo steckt der Weise? fragen sie!
Bleib ich -- in lust'ger Weise schlagen sie
Laut Glas an Glas. Drum bitt' ich Gott den Herrn,
Daß er stets Herz und Fuß die rechten Pfade lenke,
Weit ab von der Moschee und allen Bonzen fern
Mein Herz zur Liebe führe und meinen Fuß zur Schenke;
Daß ich dem Wahn der Menschen und ihrer Dummheit ferne
Das Rätsel meines Daseins im Becher Weins ergründe,
Am Wuchse der Geliebten das All umfassen lerne,
An ihrer Augen Glut zur Andacht mich entzünde.
Oh, wonniges Empfinden! Oh, Andacht ohne Namen!
Wenn Kolchis' Feuerwein mir Mark und Blut durchdrungen,
Ich die Geliebte halte und sie hält mich umschlungen,
Beseligt und beseligend -- so möcht' ich sterben! Amen.

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8. Was lispelt so traulich im Birkenhain [sung text checked 1 time]

Was lispelt so traulich im Birkenhain?
Ich möcht' ein kleines Vöglein sein,
ich lockte den Liebsten mit schmetterndem Ton,
zum Wald zu kommen, er folgte mir schon.
Dann sänge ich: La-ah-ah!
O fange mich bald, o fange mich bald!
Wir bauen ein Nestchen im traulichen Wald!

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9. Lacht der Abend kühl und labend [sung text checked 1 time]

Lacht der Abend kühl und labend
uns im Dämmerschein,
dann beim hellen Mondesglanze
muss man lustig sein,
schäkern, singen,
tanzen, springen,
dass die Röcke weh'n;
es muss sich alles dreh'n,
die Jungen wie die Alten,
Dicke, Mag're auch,
da gibt's kein Spreizen, fern sich Halten,
's ist bei uns so Brauch.
Hurra, hopp, da kommt der Junge
auf die Dirn' im Sturme los,
schone Füße nicht und Lunge,
Alluli, die Luft ist groß.
Leute, machet Platz,
da  kommt die beste Tänzerin
heran  mit ihrem Schatz,
heut' ist sie Königin!

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10. Barcarole [sung text checked 1 time]

Bunte Blumen, so hold und so traut,
schönster Schmuck  für die Braut,
spendet duftend, blühend ihm den Gruß.
O ihr süßen Blümchen, seid ein Bote mir,
flüstert ihm leis': Ich gehöre nur dir!
Ist euch Sprache auch versagt 
in eurer stillen  Pracht.
Liebesschwüre hüll' ich ein, 
duftet ihm, weht den Gruß ihm zu.
Wirst mich schon versteh'n, 
all mein Glück bist nur du.
Lieb' und Treu' gibt vereint 
uns beiden Glück und Ruh'.
Ja, holde Liebe, Hochgefühl,
flüstert, Blümchen, leis' und still.
Frühling kam, lachende Fluren,
sie prangen im schönsten Kleid,
es jauchzet das Herz im Glück.
Wonnig, herrlich ist die Frühlingszeit!
Ahnungsvoll hebt sich die Brust,
sie atmet Liebeslust;
mein Sträußchen lächle ihm zu,
du deutest duftend für das Herz Glück und Ruh'!
Grüßt ihn, Blümlein hold,
ihr Sinnbild treuer Lieb',
tut ihm kund, wie ich stets unverzagt sein Eigen blieb.
Ach, grüßet ihn, sagt's ihm leis',
seid  ihm treuer Lieb' Beweis!

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11a. Im Winter trink' ich [sung text not yet checked]

Im Winter trink ich und singe Lieder
Aus Freude, daß der Frühling nah ist --
Und kommt der Frühling, trink ich wieder
Aus Freude, daß er endlich da ist.

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11b. Jenem Tage zum Gedächtniss [sung text not yet checked]

Jenem Tage zum Gedächtnis
Sei ein langer Trunk gemacht,
Wo vom Bethaus in die Schenke
Ich den ersten Sprung gemacht!

War verdummt in blinder Demut,
War gealtert wie ein Greis --
Aber Wein, Gesang und Liebe
Hat mich wieder jung gemacht!

Trink, Mirza-Schaffy, berausche
Dich in Liebe, Sang und Wein!
Nur im Rausch sind deine Lieder
So voll Glut und Schwung gemacht!

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12. Marschlied 

Die Liebe stärkt den Muth
 . . . . . . . . . .

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  • by Anonymous / Unidentified Author