Vier Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Mathilde Hackenberg

Word count: 331

1. Schöne Tage sind gewesen [sung text not yet checked]

Schöne Tage sind gewesen,
Flüchtig, wie ein Schmetterling,
Da an dir mein ganzes Wesen,
Nur an dir, an dir nur hing.
Da wir noch in stiller Wonne
Unter blühendem Jasmin
Saßen, und die Abendsonne
Sahn zur goldnen Ferne ziehn.

Jene Tage sind vorüber,
Jene Flammen sind verglüht,
Jene Sonne zog hinüber
Zu den Bergen still und müd.
Und nur der Erinnrung Flügel
Tragen sie der Seele zu,
Wie ein Ruf zu Thal und Hügel
Weckt des Wiederhalles Ruh.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "There have been beautiful days", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta’scher Verlag, 1852, page 188


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Veilchengabe [sung text not yet checked]

Die ersten Veilchen, die entsprossen,
Du nahmst sie an und danktest still;
Doch heut ist deine Thür verschlossen,
Da ich die letzten bringen will.

Die ersten wollten kaum entkeimen,
Die letzten wollen schon vergehn;
So hab' ich auch von meinen Träumen
Die volle Blüthe nicht gesehn.

Doch meine Träume blühn und leben
In leisen Liedern noch für dich;
Die Veilchen können nichts mehr geben,
Wenn matt ihr zartes Haupt verblich.

Jetzt welken sie in kaltem Regen,
Weil ich sie fort ins Dunkel warf;
Nicht mag ich Schönes sehn und pflegen,
Wenn ich es dir nicht bieten darf.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Im Rosenbusch die Liebe schlief [sung text not yet checked]

Im Rosenbusch die Liebe schlief,
Der Frühling kam, der Frühling rief;
Die Liebe hört's, die Lieb' erwacht,
Schaut aus der Knosp' hervor und lacht,
Und denkt, zu zeitig möcht's [halt]1 sein
Und schläft [drum]2 ruhig wieder ein.

Der Frühling aber läßt nicht nach,
Er küßt sie jeden Morgen wach,
Er kos't mit ihr von früh bis spat,
Bis sie ihr Herz geöffnet hat
Und seine [heiße]3 Sehnsucht stillt,
Und jeden Sonnenblick vergilt.4

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Gwendolen Gore) , "Spring's wooing"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Primavera e amore", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Hoffmann's von Fallersleben Gesammelte Werke; Zweiter Band : Lyrische Gedichte : Liebesleben Fortsetzung, Kinderleben, Berlin, F. Fontane, 1891, p. 54.

1 Franz: "wohl"
2 Franz: "dann"
3 Norman: "leise"
4 Norman appends a variation of earlier lines:
Er lässt nicht nach, er küsst sie wach,
er kost mit ihr bis sie ihr Herz,
ihr Herz geöffnet hat.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann

4. Ich sass bei jener Linde [sung text not yet checked]

Ich saß bei jener Linde
Mit meinem trauten Kinde,
Wir saßen Hand in Hand.
Kein Blättchen rauscht' im Winde,
Die Sonne schien gelinde
Herab aufs stille Land.

Wir saßen ganz vershwiegen
Mit innigem Vergnügen,
Das Herz kaum merklich schlug.
Was sollten wir auch sagen?
Was konnten wir uns fragen?
Wir wußten ja genug.

Es mocht uns nichts mehr fehlen,
Kein Sehnen konnt uns quälen,
Nichts Liebes war uns fern.
Aus liebem Aug ein Grüßen,
Vom lieben Mund ein Küssen
Gab eins dem andern gern.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Lawrence Snyder) , "The Happy Ones", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Les bienheureux", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Lawrence Snyder