Drei Gesänge für Sopran mit Pianoforte und Violoncello

Song Cycle by F. Seiffart

Word count: 325

1. Lasst mich ruhen [sung text not yet checked]

Laßt mich ruhen, laßt mich träumen,
Wo die Abendwinde linde
Säuseln in den Blütenbäumen,
Wo der Nachtigallen 
Lieder wieder 
In der Zweige Dämmrung schallen!

Wie des Mondes Silberhelle
Auf des Baches dunkler Welle,
Spielt in dieser lichten Stunde
Auf des [Weges]1 dunklem Grunde
Der vergangnen Tage 
Freud' und Klage.
Der Erinnrung Lust und Schmerzen
Flimmern auf in meinem Herzen -

Laßt mich ruhen, laßt mich träumen
Bei der Nachtigallen Sange
Unter vollen Blütenbäumen
Lange -- lange!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Charles Fonteyn Manney) , "Let me linger", first published 1911
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Hoffmann's von Fallersleben Gesammelte Werke; Erster Band : Lyrische Gedichte: Dichterleben, Liebesleben, Berlin, F. Fontane, 1890, p. 77

1 Liszt: "Lebens"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Erinnerung [sung text not yet checked]

 Und hast du recht geliebt einmal,
Sei dir's zur Freude, sei's zur Qual,
O halte das Gedächtnis fest,
Auf daß es nimmer dich verläßt. 

Gib' ihm, als deinem besten Schatz,
Im tiefsten Herzen einen Platz,
Gleichwie ein liebes Grab man pflegt
Und es mit Blumen eng umhegt.

Und jeden Gruß, den du geschickt,
Und jeden Kuß, der dich erquickt,
Und selbst der Trennung bittern Schmerz,
O schließ' es alles treu ins Herz. 

Auf daß, wenn einst nach Jahren spät
Der Frost des Alters dich umweht,
Du an verschwundner Tage Glück
Noch laben magst den müden Blick. 

Und wie von Weines edlem Naß
Den Duft bewahrt das leere Faß,
So spielt um dich Erinnerung
Und macht das alte Herz dir jung.  --

Die Rose welkt wohl über Nacht,
Vergänglich ist der Erde Pracht,
Nur was du liebst, o Herz, ist dein:
Das soll dein Trost im Sterben sein. 

Authorship

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Confirmed with Aus der Heimat: Neue Gedichte von Robert Prutz, Leipzig: F. A. Brockhaus, 1858. Appears in Zweite Liebe, pages 8 - 9.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

3. Sonett [sung text not yet checked]

Ein Blick von deinen Augen in die meinen,
Ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde,
Wer davon hat, wie ich, gewisse Kunde,
Mag dem was anders wohl erfreulich scheinen?

Entfernt von dir, entfremdet von den Meinen,
Führ' ich stets die Gedanken in die Runde,
Und immer treffen sie auf jene Stunde,
Die einzige: da fang' ich an zu weinen.

Die Thräne trocknet wieder unversehens:
Er liebt ja, denk' ich, her in diese Stille,
Und solltest du nicht in die Ferne reichen?

Vernimm das Lispeln dieses Liebewehens;
Mein einzig Glück auf Erden ist dein Wille,
Dein freundlicher zu mir; gib mir ein Zeichen!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De verliefde vrouw schrijft", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Gordon) , no title, copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "L'amoureuse écrit", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 10.


Research team for this text: David Gordon , Peter Rastl [Guest Editor]