German (Deutsch) translations of Acht Lieder und Gesänge von Heine und Goethe, opus 71
by Joseph Klein (1802 - 1862)
Wenn ich in deine Augen [seh']1, So schwindet [all' mein Leid]2 und Weh; Doch wenn ich küße deinen Mund, So werd' ich ganz und gar gesund. Wenn ich mich lehn' an deine Brust, Kommt's über mich wie Himmelslust; Doch wenn du sprichst: ich liebe dich! [So]3 muß ich weinen bitterlich.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 4
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View original text (without footnotes)Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 114.
1 Hensel: "sehe"2 Franz, Dresel: "alles Leid"
3 Wolf: "Dann"
Du liebst mich nicht, du liebst mich nicht, Das kümmert mich gar wenig; Schau' ich dir nur ins Angesicht, So bin ich froh wie'n König. Du hassest, hassest mich sogar, So spricht dein rotes Mündchen; Reich mir es nur zum Küssen dar, So tröst' ich mich, mein Kindchen.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 12
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Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 121.
Gekommen ist der [Maye]1, Die Blumen und Bäume blühn, Und durch [die Himmelsbläue]2 Die [rosigen]3 Wolken ziehn. Die [Nachtigallen]4 singen Herab aus [der laubigen]5 Höh, Die weißen Lämmer springen Im weichen grünen Klee. [Ich kann nicht singen und springen]6, Ich liege krank im Gras; Ich höre fernes Klingen, Mir träumt, ich weiß nicht was.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, written 1822, appears in Neue Gedichte, in Neuer Frühling, no. 5, first published 1822
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View original text (without footnotes)Confirmed with Heinrich Heine, Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke, herausgegeben von Manfred Windfuhr, Band 2, Neue Gedichte, bearbeitet von Elisabeth Genton, Hamburg: Hoffmann und Campe, 1983, pages 13-14.
1 Curschmann, Marek: "Maie"2 Franz: "des Himmels Bläue"
3 Curschmann: "ros'gen"
4 Curschmann: "lust'gen Vöglein"
5 Curschmann: "luftiger"
6 Curschmann: "Doch ich kann nicht springen und singen"
"In meiner Brust, da sitzt ein Weh, Das will die Brust zersprengen; Und wo ich steh' und wo ich geh', Will's mich von hinnen drängen. "Es treibt mich nach der Liebsten Näh', Als könnt die Grete heilen; Doch wenn ich der ins Auge seh', Muß ich von hinnen eilen. "Ich steig' hinauf des Berges Höh', Dort ist man doch alleine; Und wenn ich still dort oben steh', Dann steh' ich still und weine."
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Junge Leiden, in Romanzen, in 4. Der arme Peter, no. 2
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Confirmed with Buch der Lieder von Heinrich Heine, zweiundfünfzigste Auflage (52nd edition), Hamburg, Hoffmann und Campe, 1882, pages 52-53.
Es war ein König in Thule Gar treu bis an [das]1 Grab, Dem sterbend seine Buhle Einen goldnen Becher gab. Es ging ihm nichts darüber, Er leert' ihn jeden Schmaus; Die Augen gingen ihm über, So oft er trank daraus. Und als er kam zu sterben, Zählt' er seine Städt' im Reich, [Gönnt']2 alles [seinem]3 Erben, Den Becher nicht zugleich. Er saß beim Königsmahle, Die Ritter um ihn her, [Auf hohem]4 Vätersaale, Dort auf dem Schloß am Meer. Dort stand der alte Zecher, Trank letzte Lebensgluth, Und warf den [heil'gen]5 Becher Hinunter in die Fluth. Er sah ihn stürzen, trinken, Und sinken tief ins Meer. Die Augen täten ihm sinken; Trank nie einen Tropfen mehr.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Der König in Thule", written 1774, appears in Faust, in Der Tragödie erster Teil (Part I), Margarete's song, first published 1782
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View original text (without footnotes)Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, pages 187-188; and with "Faust. Ein Fragment" in Goethe's Schriften. Siebenter Band, Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1790, pages 94-95. The two versions differ in stanza 5, line 3 word 3 ("heil'gen" in the first cited work, "heiligen" in the second cited work.
Note: the text was first published in a different version in Volks- und andere Lieder, mit Begleitung des Forte piano, In Musik gesetzt von Siegmund Freyherrn von Seckendorff, Dritte Sammlung. Dessau, 1782, pages 6-9; see below.
See also "Het dartele water bruiselt", a poem by Pol de Mont written to be sung to Schumann's song "Der König von Thule".
1 Lenz, Liszt: "sein"2 Zelter: "Lies"
3 Fritze, Lenz, Liszt: "seinen"
3 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "seinen"
4 Zelter: "In hohen"
5 Rheinberger: "heiligen"
Ich wollt' ich wär' ein Fisch, So [hurtig und]1 frisch; Und kämst du zu [anglen]2, Ich würde nicht [manglen]3. Ich wollt' ich wär' ein Fisch, So hurtig und frisch. Ich wollt' ich wär' ein Pferd, Da wär' ich dir werth. O wär' ich ein Wagen, Bequem dich zu tragen. Ich wollt' ich wär' ein Pferd, Da wär' ich dir werth. Ich wollt' ich wäre Gold, Dir immer im Sold; Und thätst du was kaufen, Käm ich [wieder]4 gelaufen. Ich wollt' ich wäre Gold, Dir immer im Sold. Ich wollt' ich wär' treu, Mein Liebchen stets neu; Ich wollt' mich verheißen, Wollt' nimmer verreisen. Ich wollt' ich wär' treu, Mein Liebchen stets neu. Ich wollt' ich wär' alt Und runzlig und kalt; Thätst du mir's versagen, Da könnt mich's nicht plagen. Ich wollt' ich wär' alt Und runzlig und kalt. Wär' ich Affe sogleich Voll neckender Streich'; Hätt' was dich verdrossen, So macht' ich dir Possen. Wär' ich Affe sogleich Voll neckender Streich'. Wär' ich gut wie ein Schaf; Wie der Löwe so brav; Hätt' Augen wie's Lüchschen, Und Listen wie's Füchschen. Wär' ich gut wie ein Schaf Wie der Löwe so brav. Was alles ich wär', Das gönnt' ich dir sehr; Mit fürstlichen Gaben, Du solltest mich haben. Was alles ich wär', Das gönnt' ich dir sehr. Doch bin ich wie ich bin, [Und]5 nimm mich nur hin! Willst [du]6 bess're besitzen, So laß dir sie schnitzen. Ich bin nun wie ich bin; So nimm mich nur hin!
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Liebhaber in allen Gestalten", written 1810, first published 1815
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View original text (without footnotes)Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Erster Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, pages 34-36; with Goethe's Werke. Erster Band. Stuttgart und Tübingen, in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung. 1815, pages 32-34; and with Goethe's Werke. Erster Band. Original-Ausgabe. Wien, 1816. Bey Chr. Kaulfuß und C. Armbruster. Stuttgart. In der J. G. Cotta'schen Buchhandlung. Gedruckt bey Anton Strauß, pages 34-36.
1 Schubert (autograph): "munter so"2 Goethe (Wien 1816 edition), and Schubert: "angeln"
3 Goethe (Wien 1816 edition), and Schubert: "mangeln"
4 Schubert: "wie"
5 Schubert: "Doch"
6 omitted by Schubert
Was zieht mir das Herz so? Was zieht mich hinaus? Und windet und schraubt mich [Aus]1 Zimmer und Haus? Wie dort sich die Wolken [Um]2 Felsen verziehn! Da möcht' ich hinüber, Da möcht' ich wohl hin! Nun wiegt sich der Raben Geselliger Flug; Ich mische mich drunter Und folge dem Zug. Und Berg und Gemäuer Umfittigen wir; Sie weilet da drunten; Ich spähe nach ihr. Da kommt sie und wandelt; Ich eile sobald Ein singender Vogel [Zum buschigen]3 Wald. Sie weilet und horchet Und lächelt mit sich: "Er singet so lieblich Und singt es an mich." Die scheidende Sonne [Verguldet]4 die Höhn; Die sinnende Schöne Sie läßt es [geschehn]5. Sie wandelt am Bache Die Wiesen entlang, Und finster und finstrer Umschlingt sich der Gang; Auf einmal erschein' ich Ein blinkender Stern. "Was glänzet da droben, So nah und so fern?" Und hast du mit Staunen Das Leuchten erblickt; Ich lieg dir zu Füßen, Da bin ich beglückt!
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Sehnsucht", written 1802, first published 1804
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View original text (without footnotes)Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, pages 99-100, and with Taschenbuch auf das Jahr 1804, Herausgegeben von Wieland und Goethe, Tübingen, in der Cotta'schen Buchhandlung, pages 117-119.
1 Goethe's 1827 edition: "An's"2 Schubert: "Am"
3 Goethe (1804 and 1806 editions): "Zum buschichten", Goethe (Wien 1810 edition): "Zum buschigten", Schubert: "Im buschigten"
4 Beethoven, Schubert: "vergüldet"
5 Schubert: "geschehen"
Ich ging im Walde So für mich hin, Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn. Im Schatten sah ich Ein Blümchen stehn, Wie Sterne leuchtend, Wie Äuglein schön. Ich wollt' es brechen, Da sagt' es fein: Soll ich zum Welken Gebrochen seyn? Ich grub's mit allen Den Würzlein aus, Zum Garten trug ich's Am hübschen Haus. Und pflanzt' es wieder Am stillen Ort; Nun zweigt es immer Und blüht so fort.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Gefunden", written 1813
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Confirmed with Goethe's sämmtliche Werke, Vollständige Ausgabe in sechs Bänden, Erster Band Stuttgart: Verlag der J.G. Cotta'schen Buchhandlung, [c.1850], page 6.