Vier Duette für 2 Singstimme mit Pianofortebegleitung , opus 24

by Franz Ries (1846 - 1932)

1. Durch die wolkige Maiennacht [sung text not yet checked]

Durch die wolkige Maiennacht
Geht ein leises Schallen,
Wie im Wald die Tropfen sacht 
Auf die Blätter fallen.

Welch' ein ahnungsreicher Duft
[Weht]1 aus allen Baumen!
Dunkel webt es in der Luft
Wie von Zukunftsträumen.

[Da]2 im Hauch der auf mich [sinkt]3,
Dehnt sich all' mein Wesen,
Und die müde Seele trinkt
Schauerndes Genesen:

Müde Seele, hoffe nur,
Morgen kommt die Sonne,
Und du blühst mit Wald und [Flur]4
Hell in [Frühlingswonne]5!

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1 Fibich: "Quillt"
2 Bruch: "Und"
3 Fibich: "weht"
4 Bruch, Fibich: "Feld"
5 Bruch: "Frühlingswonnen" (?)

Researcher for this text: John Versmoren

2. Heraus [sung text not yet checked]

Ging unter [dichten]1 [Zweigen]2
Am Morgen im grünen Wald,
Der Vöglein [lust'ger]3 Reigen
[Von]4 allen Wipfeln schallt'.

Und riefen viel einander:
"Heraus, wo Vöglein sind,
Zu singen mit einander
In [den]5 kühlen Morgenwind!"

Da hat's auch mir geklungen
Tief [in die Brust]6 hinein,
Da hat sich's drin geschwungen,
Als wär's ein Vögelein.

Und ist ein Vöglein drinnen,
So flieg' es frei heraus,
Und ist ein Lied darinnen,
So zieh' es fröhlich aus!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Song of the May"

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1 Abt, Radecke: "duft'gen"; Schreck: "den dichten"; further changes may exist not noted above.
2 Hamma: "Bäumen"; further changes may exist not noted above.
3 Reinecke: "lustiger"
4 Reinecke: "aus"
5 Reinecke: "dem"
6 Reinecke: "ins Herz"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Harry Joelson , Melanie Trumbull

3. Schöne Tage sind gewesen [sung text not yet checked]

Schöne Tage sind gewesen,
Flüchtig, wie ein Schmetterling,
Da an dir mein ganzes Wesen,
Nur an dir, an dir nur hing.
Da wir noch in stiller Wonne
Unter blühendem Jasmin
Saßen, und die Abendsonne
Sahn zur goldnen Ferne ziehn.

Jene Tage sind vorüber,
Jene Flammen sind verglüht,
Jene Sonne zog hinüber
Zu den Bergen still und müd.
Und nur der Erinnrung Flügel
Tragen sie der Seele zu,
Wie ein Ruf zu Thal und Hügel
Weckt des Wiederhalles Ruh.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "There have been beautiful days", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta’scher Verlag, 1852, page 188


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Neuer Frühling [sung text not yet checked]

Neuer Frühling ist gekommen,
Neues Laub und Sonnenschein,
Jedes Ohr hat ihn vernommen,
Jedes Auge saugt ihn ein.
Und das ist ein Blühn und Sprießen,
Waldesduften, Quellenfließen,
Und die Brust wird wieder weit,
Frühling, Frühling, goldne Zeit!

Von [dem]1 Felsen in die Weite
Fliege hin, mein Frühlingssang,
Ueber Ströme und Gebreite,
Durch Gebirg und Blüthenhang!
Darf nicht wandern, muß ja bleiben,
Ob's mich ziehn auch will und treiben,
Doch so weit mein Himmel blaut
Singen, singen will ich laut!

Wie die Welt auch wechselnd gehe,
Wie das Schicksal auch mich treibt,
Komme Glück und komme Wehe,
[Fest doch weiß ich was mir bleibt:] 2
Fester Mut der freien Seele
Und die freudge Liederkehle,
Lebenslust und Lebensdrang,
Goldnes Leben im Gesang!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1852, pages 215-216.

1 Schaffgotsch: "den"
2 Schaffgotsch: "Wenn nur Eines mir verbleibt:"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]