Morgen ist der erste Mai!
Juhei!
Drum glühen und flammend so schön, so schön
Im Abendrothe der Berge Höhn.
Drum zog das letzte Wölkchen hinweg,
Drum glänzet so sauber Weg und Steg
Von Sturm und Regen im April,
Weil Alles, Alles sich schmücken will.
Drum leuchten so frisch die Matten all,
Drum singen die Vöglein mit lautem Schall,
Daß weithin klingt ihr Jubelschrei:
Morgen ist der erste Mai!
Juhei!
Morgen ist der erste Mai!
Juhei!
Drum brach [so manche Knospe noch]1 auf,
Drum [ziehet]2 der Bach in so raschem Lauf,
Drum [wehet durch's Thal]3 so frisch die Luft
Und sendet mir [zu]4 den süßesten Duft,
Drum rauschet der Wald so frei und froh,
Drum [lachet]5 das Herz im Leibe mir so,
Drum faßt's mich im Innern so traut, so traut,
Drum [muß ich singen]6 im Wandern so laut,
Daß weithin [klinget]7 mein Jubelschrei:
Morgen ist der erste Mai!
Juhei!
Sammlung von fünzig neuen Liedern für den vierstimmigen Männerchor , opus 24
by Theodor Gaugler (1840 - 1892)
2. Morgen ist der erste Mai  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Morgen ist der erste Mai!", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 29
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 28-29.
1 Schletterer: "auch manch' duftende Knospe"2 Schletterer: "zieht"
3 Schletterer: "weht durch's Thal auch"
4 omitted by Schletterer
5 Schletterer: "lacht"
6 Schletterer: "tönt mein Gesang"
7 Schletterer: "erklinget"
21. Märzenluft  [sung text not yet checked]
Trockne die Wege, [Merzenluft]1! Segne die Stege, Veilchenduft! Säume nicht länger, o Sonnenschein! Frühling will kommen in's Land hinein! Dräuet nur immer, Weiße Höh'n! Fliehn muß der Schimmer Braust der Föhn! Hoch in den Lüften wie fliegen schon Jubelnde Vögel dem Schnee zum Hohn! Grünet nur weiter, Flur und Feld! Grüßet nur heiter Fort die Welt! Zagende Blumen! auf weitem Plan Fanget [nur]2 alle zu blühen an! Trockne die Wege, [Merzenluft]1! Segne die Stege, Veilchenduft! Säume nicht länger, o Sonnenschein! Frühling will kommen in's Land hinein!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Merzenluft", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 8
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser. 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, page 10.
1 Schletterer: "Märzenluft"2 Schletterer: "nun"
23. Du prächtiger lichter Blüthenbaum  [sung text not yet checked]
Du prächtger, lichter Blütenbaum, Ja, könnt' ich deuten deinen Traum, Verstünd' ich deiner Zweige Rauschen, Was sie für süße Worte tauschen, Verstünd' ich's, was geheimer Weise Sich anvertrau'n die Veilchen leise, Da könnt' ich es singen und sagen ganz, Wie reich, o Lenz, und wie schön dein Glanz! Waldvöglein, was du singest hold, [Ihr Weste, was ihr]1 lispeln wollt, Verstünd' ich's, und du Bächlein helle, Was lustig plaudert deine Welle, Würd's durch die Luft mir zugetragen, Was Sonn' und Himmelblau sich fragen, Da könnt' ich es singen und sagen ganz, Wie reich, o Lenz, und wie schön dein Glanz! Und könnt' ich's fassen in ein Lied, Was durch das tiefste Herz mir zieht, Wenn drinnen nicht versenket bliebe Mein Traum, mein Glück und meine Liebe, Wenn alles zög' im Jubeldrange Hin durch die Welt mit vollem Klange, Da könnt' ich es singen und sagen ganz, Wie reich, o Lenz, und wie schön dein Glanz!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Du prächtger, lichter Blütenbaum!", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 38
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 36-37.
1 Tauwitz: "Und was ihr Weste"32. Waldfrieden  [sung text not yet checked]
O wie muß dir sein, Trautlieb [Vögelein]1! Auf den [schlanken]2 Tannen droben Ungestört den Herrn zu loben, Könnt' [auch ich]3 so glücklich sein! O wie muß dir sein, Hellklar Waldbächlein! Mit melodisch süßem Singen Ungeseh'n durch's Moos zu [dringen]4, Könnt' [auch ich]3 so glücklich sein! O wie muß dir sein, Frischroth Waldblümlein! Heimlich still im Grün zu glühen, Schmerzenslos dann zu verblühen! Könnt' [auch ich]3 so glücklich sein!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Waldfrieden", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 88
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Sylvan peace", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Die poetische Nationalliteratur der deutschen Schweiz. Dritter Band, Glarus: J. Vogel, 1867. Pages 281 - 282.
Also confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, page 79.
1 Abt, Graben-Hoffmann: "Waldvöglein"2 Graben-Hoffmann: "blanken"
3 Graben-Hoffmann: "ich auch"
4 1867 publication: "klingen"
41. Frühlingssonntag  [sung text not yet checked]
Das muß vom Sonntag kommen, Daß jeder Strauch nun blüht, Die Luft kommt blau geschwommen, So hold das Wölkchen glüht! Die Vögel müßen's wissen: Heut' ist der Tag des Herrn, Daß sie des Lieds beflissen So freudig nah und fern! Die Blumen müßen's ahnen: O sieh, wie jede lauscht! Den Wald auch will es mahnen: Horch, wie er braust und rauscht! So schimmernd fließt die Welle, Auch sie vergißt es nicht! Und, ach! wie strahlt so helle Die Firn' im Sonnenlicht! Und wo ein Mensch zu schauen, Der wandelt durch die Pracht, Und grüßt die Frühlingsauen, Ei! wie sein Antlitz lacht! Und Jeder froher Weise Muß singen heut' auf's neu Mit aller Welt im Kreise Von Gottes Lieb' und Treu!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Frühlingssonntag", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 40
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Springtime Sunday", copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 38-39.
42. Frühlingsankunft  [sung text not yet checked]
Blauer Himmel, klare Lüfte, Seid gegrüßt viel tausend Mal, Und ihr ersten süßen Düfte, Und du goldner Sonnenstrahl! O wie jauchzt das Herz dir zu, Schöner, schöner Frühling du! Hast auch lange du gesäumet, Endlich, endlich kommst du doch; Und was harrend wir geträumet, Ist erfüllt nur holder noch! Alles machst du gut im Nu, Schöner, schöner Frühling du! Grünt, ihr Auen! schmückt, ihr Felder, Eilig euch zu seinem Preis! Schäumt, ihr Bäche! rauscht, ihr Wälder! Singt, ihr Vögel, heller Weis! Jauchzt mit uns ihm freudig zu: Schöner, schöner Frühling du!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Frühlingsankunft", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 34
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, page 33.
43. Und meinst du, Sternlein, dein Leuchten  [sung text not yet checked]
Und meinst du, Sternlein, dein Leuchten In der frühsten Morgenstund', Das mache so froh mich jauchzen Und singen aus Herzensgrund? Und meinst du, Vöglein, dein Singen, Das so [frisch]1 mir entgegenschallt, Das mache das Herz mir schlagen Mit so wunderbarer Gewalt? Und meinst du, Blümlein, dein Blitzen Und Schimmern auf grüner Au, Das mache mein Auge leuchten So hell wie der Morgenthau? Ihr freilich, ihr könnt es nicht fassen, Wie so freudig Sinn und Geist, Wenn Einer am frühsten Morgen Zur Herzallerliebsten reist!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Und meinst du, Sternlein, dein Leuchten", appears in Liederbuch, in 2. Liebeslieder, no. 222
See other settings of this text.
View original text (without footnotes)Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, page 196.
1 Randhartinger: "heiß"44. Silbernes Bächlein im tiefen Thal  [sung text not yet checked]
Silbernes Bächlein im tiefen Thal, Grüße dich Gott viel tausendmal! Ei, was [soll]1 dein Blitzen mich fragen? Ei, was will dein Rauschen mir sagen? Willst du mich mahnen an sie? Weißt ja, nie [vergeß']2 ich sie, nie! Bächlein, und müßte versiegen dein Quell, Meine Liebe, meine Liebe bleibt frisch doch und hell! Leuchtendes Blümlein am Rande du, Lache mir nur so schelmisch zu! Ei, was will dein Schimmern mich fragen? Ei, was will dein Nicken mir sagen? Willst du mich mahnen an sie, an sie? Weißt ja, nie [vergeß']2 ich sie, nie! Blümlein, wie bald ist dein Schimmer dahin, Aber treu doch, aber treu doch bleibt ewig mein Sinn! Wallender Busch in dem kühlem Grund, Mach' mir mein frohes Herz nicht wund! Ei, was will dein Säuseln mich fragen? Ei, was will dein Grün wohl mir sagen? Willst du mich mahnen an sie, an sie? Weißt ja, nie [vergeß']2 ich sie, nie! Fallen, mein Busch, auch die Blätter dir ab, Meine [Liebe, sie grünt noch wohl über]3 dem Grab!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), title 1: "Silbernes Bächlein", title 2: "Silbernes Bächlein im tiefen Thal!", appears in Liederbuch, in 2. Liebeslieder, no. 211
See other settings of this text.
View original text (without footnotes)Confirmed with Die poetische Nationalliteratur der deutsche Schweiz. Dritter Band, Glarus: J. Vogel, 1867, pages 285-286.
Also confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 185-186.
1 Randhartinger: "will"2 Randhartinger: "vergaß"
3 Randhartinger: "Liebe grünt über"
48. Gruss an den Wald  [sung text not yet checked]
Die Winde heben die Flügel, Des Frühlings Jubel erschallt: O Lust, vom blumigen Hügel In's Herz zu schauen dem Wald! Wie lauscht und lispelt vor Wonne, Und wiegt sich jegliches Blatt! Wie lächelt nieder die Sonne, Und wird des Lächelns nicht satt! Wie scheu zum Gruße nun fliegen Die Wolkenschatten herzu, Und streifen die Wipfel, und wiegen Sich fern und finden nicht Ruh! Doch ich muß jauchzen und singen In's Herz dir, grünender Wald, Und meine Grüße dir bringen, Daß weit es drunten verhallt.
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Gruß an den Wald", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 90
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Greeting to the Forest", copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 80-81.
49. Morgenstille  [sung text not yet checked]
Leiser tönt schon und will verklingen Wie Harfenklang der Segen der Nacht, Und leis und sacht Auf der Töne Schwingen, Horch, ist der Segen des Tags erwacht. So zwischen Nacht und Tag, Wie Herz und Seele sich freuen mag! Morgenstille, selig allein, Selig allein mit Gott zu sein! Matter blitzt schon und will verschwimmen Der letzte Stern im dämmernden Blau, Aus dunkelm Grau Will der Tag erglimmen, Nacht aber liegt noch auf Kluft und Au. So zwischen Nacht und Tag, Wie Herz und Seele sich freuen mag! Morgenstille, selig allein, Selig allein mit Gott zu sein! Jeder Gram noch hält sich verborgen Und jede Pein, als schlummerten sie Für immer hie, Wie am ewgen Morgen, Und kehrten wieder sie nie mehr, nie. So zwischen Nacht und Tag, Wie Herz und Seele sich freuen mag! Morgenstille, selig allein, Selig allein mit Gott zu sein!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Morgenstille", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 60
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Morning stillness", copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 53-54. Note: in an earlier publication of the text, Mancherlei Gaben und ein Geist, homiletische Vierteljahrschrift, dritter Jahrgang, Wiesbaden: Julius Riedner, 1863, page 24, the line-breaks were slightly different and there was an error on the first line of the poem ("verklingen" was incorrectly given as "erklingen").