Sechs Gedichte für 1 Singstimme mit Pianoforte , opus 19

by Adolf Müller, jun. (1839 - 1901)

1. In der Fremde [sung text not yet checked]

Es gibt kein Land so grün und [so]1 schön --
O wär ich wieder daheim!
Da singen die Vögel so fröhlich,
Da ist der Schatten so kühle. --
O daß ich wandern must'!

Ein Garten liegt dort hinter dem Zaun,
Da blühen die Rosen so roth.
Mein Liebchen die nahm einen Andern,
Gesellen, ja müssen wandern:
Ade, du Liebchen, leb wohl!

Und Vater ist tot, und Mutter ist tot --
O lag ich unter der Erd!
Da sangen die Vögel so fröhlich,
Da war der Schatten so kühle --
Ich seh es nimmermehr!

Authorship:

Based on:

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)

Confirmed with Quickborn. Volksleben in plattdeutschen Gedichten ditmarscher Mundart von Klaus Groth. Mit einer wortgetreuen Übersetzung und einem Vorwort für hochdeutsche Leser unter Autorität des Verfassers herausgegeben, Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage. Erste mit der Übersetzung. Hamburg, Perthes-Besser & Mauke, 1856, page 472. This edition has an intertextual note for stanza 3, line 5, word 3 "es" - "dich".

1 omitted by Banck; further changes may exist not noted.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Versteckt unter Eschen [sung text not yet checked]

Versteckt unter Eschen da steht ein klein Haus, 
Da ists Abends so sachte, da rührt sich keine Maus, 
Da scheint durch die Blätter ein Licht gar so blank, 
Eine Alte im Lehnstuhl, und Sie auf der Bank. 

Das scheint mir in die Augen, das zieht mir in den Sinn,
Das zieht mich im Dämmern so heimlich dahin,
So warm und so traulich, weiß selber nicht wie --
So steh unterm Fenster und freu mich und schau. 

Und sitzen wir plaudernd ums Licht auf der Bank,
So glänzen ihre Backen mir noch einmal so blank,
Dann ist es so ruhig, da rührt sich keine Maus:
O könnt ich da bleiben und müßt nicht nach Haus. 

Authorship:

Based on:

Go to the single-text view

Confirmed with Quickborn. Volksleben in plattdeutschen Gedichten ditmarscher Mundart von Klaus Groth. Mit einer wortgetreuen Übersetzung und einem Vorwort für hochdeutsche Leser unter Autorität des Verfassers herausgegeben, Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage. Erste mit der Übersetzung. Hamburg, Perthes-Besser & Mauke, 1856, page 548.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Nachtreiter [sung text not yet checked]

Reit ich kein Sattelpferd, brauch ich [keinen]1 Zaum,
[Pflück mir die Reitpeitsche]2 aus dem Weidenbaum! 

Nachts wenn es [finster]3, stürmt es und rast ['s]4, 
Mein ist das beste Pferd, das die Wiesen grast.

Rapp, reck die Hufen aus! flieg wie der Wind! 
Trag mich durch Sturm und Nacht bis zum liebsten Kind! 

[Weißt wie das]5 Fenster klirrt? weißt du wie 's thut? 
Spring ich beim Liebchen ein, [spring]6 du auf die Weid! --

Lustig ist 's Leben ohn Zügel und Zaum! 
Vögel pflücken Kirschen: wem gehört der Baum?

Authorship:

Based on:

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)

Confirmed with Quickborn. Volksleben in plattdeutschen Gedichten ditmarscher Mundart von Klaus Groth. Mit einer wortgetreuen Übersetzung und einem Vorwort für hochdeutsche Leser unter Autorität des Verfassers herausgegeben, Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage. Erste mit der Übersetzung. Hamburg, Perthes-Besser & Mauke, 1856, page 562.

1 Smyth: "keine"
2 Smyth: "Und die Peitsche pflück ich mir"
3 Smyth: "dunkel"
4 omitted by Smyth.
5 Smyth: "Weißt du, wie's"
6 Smyth: "springe"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Die Taube 

Wo ist deines Vaters Haus
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —

Authorship:

  • by Anonymous / Unidentified Author

5. Kein Graben so breit [sung text not yet checked]

Kein Graben so breit, keine Mauer so hoch,
Wenn Zweie sich gut sind, sie treffen sich doch.

Kein Wetter [zu]1 schlecht, und zu schwarz nicht die Nacht,
Wenn Zweie sich seh'n woll'n, es wird schon gemacht.

Es giebt wohl noch Mondschein, es scheint wohl ein Stern,
Es giebt wohl ein Lichtchen, [wohl eine]2 Latern'.

Es giebt ja noch Leitern, zu schmal ist kein Steg,
Wenn Zwei sich nur gut sind -- sie finden den Weg!

Authorship:

Based on:

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)

Confirmed with Quickborn. Volksleben in plattdeutschen Gedichten ditmarscher Mundart von Klaus Groth. Mit einer wortgetreuen Übersetzung und einem Vorwort für hochdeutsche Leser unter Autorität des Verfassers herausgegeben, Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage. Erste mit der Übersetzung. Hamburg, Perthes-Besser & Mauke, 1856, page 486.

1 Hauptmann: "so"
2 Hauptmann: "giebt wohl 'ne"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Stelldichein [sung text not yet checked]

[Dann]1 klopf' nur an's Fenster,
Und klopfe nur sacht,
Das Dorf liegt im Schlafe
Und still ist die Nacht.

Dann klopf' nur an's Fenster,
Dreimal oder vier,
Ich hör' dich im Schlafe
Und komme zu dir.

Der Garten ist ruhig,
Der Mond ist so blank,
Komm sacht heute Nacht,
Komm den Steig nur entlang.

Da stehet die Weide,
Darunter ein Stein,
Laß schau'n uns am Himmel
Den flimmernden Schein.

Laß plaudern uns zärtlich,
So heimlich und sacht,
Und Niemand zum Zeugen
Als Mondschein und Nacht.

Authorship:

Based on:

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)

Confirmed with Quickborn. Gedichte aus dem Volksleben von Klaus Groth. Aus ditmarscher Mundart übertragen von A. v. Winterfeld, Berlin, Verlag von A. Hofmann & Comp, 1856, page 239.

1 Eyken: "Drum"; further changes may exist not noted above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]