Neun Lieder nach Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe , opus 55

by Robert Kahn (1865 - 1951)

1. Einsamkeit [sung text not yet checked]

Die ihr Felsen und Bäume bewohnt, o heilsame Nymphen,
Gebet Jeglichem gern, was er im stillen begehrt!
Schaffet dem Traurigen Trost, dem Zweifelhaften Belehrung,
Und dem Liebenden gönnt, daß ihm begegne sein Glück.
Denn euch gaben die Götter, was sie den Menschen versagten,
Jeglichem, der euch vertraut, [tröstlich und hilfreich]1 zu sein.

Authorship:

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Solitud", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Solitude", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Solitude", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Medtner: "hilfreich und tröstlich"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Warum bin ich vergänglich [sung text not yet checked]

«Warum bin ich vergänglich, o Zeus?» so fragte die Schönheit.
«Macht ich doch», sagte der Gott, «nur das Vergängliche schön.»

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Weichet, Sorgen von mir [sung text not yet checked]

Weichet, Sorgen, von mir! - Doch ach! den sterblichen Menschen
Lässet die Sorge nicht los, eh ihn das Leben verläßt.
Soll es einmal denn sein, so kommt, ihr Sorgen der Liebe,
Treibt die Geschwister hinaus, nehmt und behauptet mein Herz!

Authorship:

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Der Liebe Macht [sung text not yet checked]

Cupido, loser, eigensinniger Knabe!
Du batst mich um Quartier auf einige Stunden.
Wie viele Tag und Nächte bist du geblieben!
Und bist nun herrisch und Meister im Hause geworden!

Von meinem breiten Lager bin ich vertrieben;
Nun sitz ich an der Erde, Nächte gequälet;
Dein Mutwill schüret Flamm auf Flamme des Herdes,
Verbrennet den Vorrat des Winters und senget mich Armen.

Du hast mir mein Geräte verstellt und verschoben;
Ich such und bin wie blind und irre geworden.
Du lärmst so ungeschickt; ich fürchte, das Seelchen
Entflieht, um dir zu entfliehn, und räumet die Hütte.

Authorship:

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "Cupid, mischievous boy", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Gleich und Gleich [sung text not yet checked]

Ein Blumenglöckchen 
Vom Boden hervor
War früh gesprosset
In lieblichem Flor;
Da kam ein Bienchen
Und naschte fein: --
Die müssen wohl beide 
Für einander sein.

Authorship:

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • ENG English (Gary Bachlund) , "Two equals", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Aus dem "West-östlichen Diwan": An vollen Büschelzweigen, Geliebte, sieh nur hin [sung text not yet checked]

An vollen Büschelzweigen,
Geliebte, sieh nur hin!
Laß dir die Früchte zeigen,
Umschalet stachlig grün.

Sie hängen längst geballet,
Still, unbekannt mit sich;
Ein Ast, der schaukelnd wallet,
Wiegt sie geduldiglich.

Doch immer reift von innen
Und schwillt der braune Kern,
Er möchte Luft gewinnen
Und säh' die Sonne gern.

Die Schale platzt, und nieder
Macht er sich freudig los;
So fallen meine Lieder
Gehäuft in deinen Schoß.

Authorship:

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "On these boughs full of clustering leaves", copyright ©

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Aus dem "West-östlichen Diwan"; Vom Himmel sank in wilder Meere Schauer [sung text not yet checked]

Vom Himmel sank in wilder Meere Schauer
Ein Tropfe bangend, gräßlich schlug die Flut,
Doch lohnte Gott bescheidnen Glaubensmut
Und gab dem Tropfen Kraft und Dauer.
Ihn schloß die stille Muschel ein.
Und nun, zu ew'gem Ruhm und Lohne,
Die Perle glänzt an unsers Kaisers Krone
Mit holdem Blick und mildem Schein.

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

8. Xenion [sung text not yet checked]

»Die Feinde, sie bedrohen dich,
Das mehrt von Tag zu Tage sich,
Wie dir doch gar nicht graut!«
Das seh ich alles unbewegt,
Sie zerren an der Schlangenhaut,
Die jüngst ich abgelegt.
Und ist die nächste reif genung,
Ab streif ich die sogleich
Und wandle neubelebt und jung
Im frischen Götterreich.

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

9. Das Publikum und Herr Ego [sung text not yet checked]

Das Publikum
 «Wir haben dir Klatsch auf Geklatsche gemacht,
 Wie schief!
 Und haben dich schnell in die Patsche gebracht,
 Wie tief!
 Wir lachen dich aus,
 Nun hilf dir heraus!
 Ade.»

Herr Ego
 Und red ich dagegen, so wird nur der Klatsch
 Verschlimmert;
 Mein liebliches Leben im nichtigen Patsch
 Verkümmert.
 Schon bin ich heraus;
 Ich mach mir nichts draus. Ade.

Authorship:

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]