Sechs Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte , opus 31

by Jules de Swert (1843 - 1891)

1. Nur einmal noch möcht' ich dich sehen  [sung text not yet checked]

Nur einmal noch möcht' ich dich sehen,
Dich, die so elend ist durch mich,
Ich wollte still zur Seite stehen
Und segnend beten nur für dich.

Dann aber wollt' ich weiter fliehen
Und nimmer schauen deine Huld,
Von Land zu Land als Pilger ziehen,
Um abzubüßen meine Schuld.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Des Waldes Wipfel rauschen  [sung text not yet checked]

Des Waldes Wipfel rauschen
   Unheimlich hin und her,
Die Vöglein schweigen und lauschen,
   Singt keines, keines mehr.

Was wölbst du noch die Bogen,
   Du stolzes Abendroth?
Die Liebe hat gelogen,
   Die Treu ist todt, ist todt!

Die kleinen Blumen senken
   Wehmüthiglich das Haupt,
Wenn sie des Tages denken,
   Der Alles mir geraubt.

Wie bleiche Blitze ziehen
   Mir Schmerzen durch den Sinn,
Ich möchte fliehen, fliehen,
   Und weiß doch nicht, wohin?

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Titled "Die Liebe hat gelogen" in the 1873 edition.


Researcher for this text: Harry Joelson

3. Scheiden, Leiden  [sung text not yet checked]

Und bist du fern, und bist du weit
Und zürnst noch immer mir,
Doch Tag und Nacht voll Traurigkeit
Ist all mein Sinn bei dir.
Ich denk' an deine Augen blau
Und an dein Herz dazu -
Ach, keine, keine find' ich je,
Die so mich liebt wie du.

Wie stand die Welt in Rosen schön,
Da ich bei dir noch war;
Da rauscht' es grün von allen Höhn,
Da schien der Mond so klar.
Du brachst die Ros', ich küsste dich,
Ich küsst' und sang dazu:
Wohl keine, keine find' ich je,
Die so mich liebt wie du.

Wohl bin ich frei nun wie der Falk,
Der über die Berge fliegt,
Vor dem die Welt, die schöne Welt
Hellsonnig offen liegt;
Doch hat der Falk sein heimisch Nest,
Und wo wird mir einst Ruh'?
Ach, keine, keine find' ich je,
Die so mich liebt wie du.

O schlimmer Tag, o schlimme Stund'
Die uns für immer schied!
Da sind aus meines Herzens Grund
Geschieden Freud' und Fried'.
Nun such' ich wohl durch Land und See
Und habe nicht Rast noch Ruh';
Doch keine, keine find' ich je,
Die so mich liebt wie du.

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See also Scheiden und Leiden.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Die Fenster klär' ich zum Feiertag [sung text not yet checked]

Die Fenster klär' ich zum Feiertag,
Daß sich die Sonn' drin spiegeln mag,
Und klär' und denke gar mancherlei.
Da geht er stolz vorbei!

So sehr muss ich da erschrocken sein,
Daß ich gleich brach in die Scheiben hinein,
Und gleich auch kam das Blut gerannt
Rot über meine Hand.

Und mag sie auch bluten, meine Hand,
Und mag mich auch schmerzen der böse Brand,
Hast einen Blick doch herauf geschickt,
Als laut das Glas geknickt.

Und in die Augen dir hab' ich gesehn;
Ach Gott, wie lang ist es nicht geschehn!
Hast mich ja nicht einmal angeblickt,
Als leis mein Herz geknickt!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De vensterruit", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Uri Liebrecht) , "The window pane", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "The windowpane", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le carreau de la fenêtre", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Ted Perry

5. Und willst du von mir scheiden [sung text not yet checked]

[Und willst du]1 von mir scheiden,
  [Mein herzgeliebter Knab',]2
Soll Alles Dich begleiten,
  Was [ich von Freuden hab'.]3
Mir bleibt, wenn du geschieden,
  Mein traurig Herz allein;
Fahr' hin, [mein Lieb,]4 in Frieden!
  Mein Engel hüte dein!

Ihm ward zur [Hut]5 gegeben
  Mein Glück und meine Ruh';
Ach, Glück und Ruh' [und]6 Leben,
  Herzlieb, das [bist]7 ja du!
Und bist [mir du]8 geschieden,
  Flieht auch der Engel mein;
Fahr' hin, [mein Lieb,]4 in Frieden!
  Mein Engel hüte dein!

O [daß]9 er dir verschwiege,
  Was dich betrüben mag,
Wie ich verlassen liege
  In Sehnsucht Nacht und Tag!
Mein Bild soll mit dir gehen
  Im alten Freudenschein;
Fahr' hin, auf Wiedersehen!
  Mein Engel hüte dein!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Florence Z. Marshall) , "Good angels watch o'er thee"
  • ENG English [singable] (Edward Oxenford) , "My angel shall guard you!"
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Et si tu veux te séparer de moi", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Wilhelm Hertz, Gedichte, Hamburg: Hofmann und Campe, 1859, pages 47-48.

1 Breu: "Wenn du willst"; Leavitt: "Und musst du"; Rheinberger: "So willst du"; further changes may exist not shown above.
2 Abt: "muß ich verlassen sein,"
3 Abt: "je an Freuden mein."
4 Abt: "fahr' hin"
5 Wurm: "Hand"
6 Reger, Wurm: "im"
7 Kienzel, wurm: "ist" [this needs to be double-checked
8 Abt, Kienzl, Wurm: "du mir"
9 Jensen: "da"
Note: the poem is preceded by the following:
Daz iuwer min engel walte!
Alter Gruß.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Was weckst du, goldnes Morgenroth  [sung text not yet checked]

Was weckst du, goldnes Morgenroth,
Mich auf zu neuem Schmerz?
Wie süßen Trost der Schlaf mir bot
Für's arme, kranke Herz!

Ich sah im Traum sein liebes Bild,
Er war so fromm und gut,
Er küßte mich und sprach so mild
Von seiner Liebe Gluth.

Vorbei, vorbei! Die Sonne gießt
Ihr volles Licht herein.
Fließt, meine heißen Thränen, fließt
Im stillen Kämmerlein! 

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]