Sechs Gesänge für Männerstimmen

Song Cycle by Niels Wilhelm Gade (1817 - 1890)

Word count: 0

1. Winterlied [sung text not yet checked]

O Winter, schlimmer Winter,
Wie ist die Welt so klein!
Du drängst uns all' in die Täler,
In die engen Hütten hinein.

Und geh' ich auch vorüber
An meiner Liebsten Haus,
Kaum sieht sie mit dem Köpfchen
Zum kleinen Fenster heraus.

Und nehm ich's Herz in die Hände
Und geh hinauf ins Haus:
Sie sitzt zwischen Vater und Mutter,
Schaut kaum zu den Äuglein heraus.

O Sommer, schöner Sommer,
Wie wird die Welt so weit!
Je höher man steigt auf die Berge,
Je weiter sie sich verbreit't.

Und stehest du auf dem Felsen,
Traut' Liebchen! ich rufe dir zu.
Die Halle sagen es weiter,
Doch Niemand hört es als du.

Und halt' ich dich in den Armen
Auf freien Bergeshöh'n:
Wir seh'n in die weiten Lande,
Und werden doch nicht geseh'n.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Andrew Hudson) , "The shepherd's winter song", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le chant d'hiver du pâtre", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Mikhail Larionovich Mikhailov) , "Пастушья песня"

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2. Waldlied [sung text not yet checked]

Wo Büsche stehn und Bäume 
Voll tausend schöner Träume,
Und Laub- und Gras- und Blumenduft 
Ringsum erfüllt die frische Luft;
Im Wald, im Wald 
Da ist mein Aufenthalt, 
Mein liebster Aufenthalt! 

Wo's lustig hüpft und springet,
Und schwirrr und ruft und singet,
Und nah und fern da Jagdhorn schallt,
Und nah und fern die Büchse knallt;
Im Wald, im Wald,
Da ist mein Aufenthalt,
Mein liebster Aufenthalt! 

Wo's bald so stille lauschet,
Bald wunderseltsam rauschet,
Bald süß und süßer spielt und kost,
Bald wild und wilder braust und tost;
Im Wald, im Wald,
Da ist mein Aufenthalt,
Mein liebster Aufenthalt! 

Authorship

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3. Abendständchen [sung text not yet checked]

Schlafe, Liebchen, weil's auf Erden
Nun so still und seltsam wird!
Oben gehn die goldnen Herden,
Für uns alle wacht der Hirt.

In der Ferne ziehn Gewitter;
Einsam auf dem Schifflein schwank,
Greif' ich draußen in die Zither,
Weil mir gar so schwül und bang.

Schlingend sich an Bäum' und Zweigen
In Dein stilles Kämmerlein,
Wie auf goldnen Leitern, steigen
Diese Töne aus und ein.

Und ein wunderschöner Knabe
Schifft hoch über Tal und Kluft,
Rührt mit seinem goldnen Stabe
Säuselnd in der lauen Luft.

Und in wunderbaren Weisen
Singt er ein uraltes Lied,
Das in linden Zauberkreisen
Hinter seinem Schifflein zieht.

[Ach, den süßen Klang verführet]1
Weit der buhlerische Wind,
Und durch Schloß und Wand ihn spüret
Träumend [jedes schöne]2 Kind.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Serenata vespral", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening serenade", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Sérénade", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Paolo Montanari) , "Ninna-nanna", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff, Gedichte, Berlin, Verlag von M. Simion, 1841, page 233.

1 Mendelssohn: "Und der Töne Klang entführet"
2 Mendelssohn: "wohl das süsse"

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4. Hoffnung [sung text not yet checked]

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß doch Frühling werden.

Und drängen Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht,
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möcht vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren!

Drum still, und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden,
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden:
Nur unverzagt auf Gott gebaut,
Es muß doch Frühling werden.

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5. Hör' ich ein Waldhorn klingen [sung text not yet checked]

Hör' ich ein Waldhorn klingen
Durch das Gebirge hin,
Ich zöge dann so gerne
Wohl in die blaue Ferne
Zu einer Jägerin.

[Im dunklen Tannenwalde]1,
Da steht des Försters Haus,
Im [tiefen]2 Wald verborgen.
Da schaut [am frühen]3 Morgen
[Das]4 Töchterlein heraus.

Der Vater und die Tochter,
die machen Alles wund,
Der Vater [schießt die]5 Hirschlein,
die Tochter trifft die Bürschlein
tief in des Herzens Grund.

Authorship

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1 Pfitzner: "Im tiefen Wald verborgen"
2 Gade: "grünen"
3 Pfitzner: "an jedem"
4 Pfitzner: "Sein"
5 Pfitzner: "trifft das"

Researcher for this text: Harry Joelson

6. Trinklied am Rhein [sung text not yet checked]

Wie ist es hier so wunderschön!
Wie ist es hier so wunderschön!
Die Felder, die Wälder, die Thäler,
die Höhn, der herrliche Strom, der herrliche Wein!
Schenkt ein! schenkt ein! Ihr wackren Brüder schenkt ein! Schenkt ein!.
Hoch lebe der Rhein, der Rhein, der Rhein
Hoch, hoch, hoch, hoch, hoch, lebe der Rhein,
hoch, hoch der deutsche Rhein!

Authorship

Researcher for this text: Cees Schumacher