Sechs Lieder

by Eduard Willvonseder

Word count: 450

1. Das sterbende Kind [sung text not yet checked]

Müde bin ich, Mutter, und ich sehne 
Mich zu schlafen an dem Herzen dir;
Heiß auf mein Gesicht fällt deine Thräne.
Weine länger nicht, versprich es mir.
Hier ist kalt; das Fenster bebt vom Winde,
Während mich ein holder Traum umfließt. 
Süße Engel winken deinem Kinde, 
Wenn mein Auge sich ermattet schließt.

Horch, Musik! Von ferne klingt es leise;
Ach! und mir zur Seite steht ein Knab! 
Flügel hat er, Mutter, schöne, weiße, 
Die gewiß der gute Gott ihm gab.
Grün und roth und golden seh' ich's schweben -- 
Blumen streun sie mit den Händen fein.
Mutter, krieg' ich Flügel auch im Leben,
Oder muß ich erst gestorben sein? 

Warum hältst du meine Hand so lange,
Drückst den Mund so fest auf mein Gesicht? 
Naß, doch feuerheiß ist deine Wange -- 
Mutter, ich bin dein und lass' dich nicht.
O so klage nicht, schau' heiter wieder;
Weinst du länger, weinen muß auch ich.
Bin so müd', die Wimpern sinken nieder --
Mutter, sieh, nun küßt der Engel mich. 

Authorship

Based on

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Confirmed with Die deutschen Dichter der Gegenwart. Supplementband zum Poetischen Hausschatze des deutschen Volkes von D. L. B. Wolff, Professor in Jena, Leipzig, Verlag von Otto Wigand, 1847, page 54. Author is given as K. A. Mayer.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Treue Liebe [sung text not yet checked]

Du Tropfen Thau, seh' ich dich an,
Kömmt mir die Thräne süß und still,
Weil du so treu dein Blümlein liebst,
Wie ich wohl einmal lieben will.

Und trennt dich auch an jedem Tag
Von deinem Lieb' der Sonnenschein,
Du kehrst an Abend stets zurück!
So muß wohl treue Liebe sein.

Und stirbt dein Lieb, vom Sonnenbrand,
Dann stirbst auch du im letzten Kuß!
Ich seh' dich an, und sinne still,
Wie solch ein Tod beglücken muß!

Authorship

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Researcher for this text: Harry Joelson

3. Des Sklaven Klage [sung text not yet checked]

Flieht ihr Wolken flieht
 . . . . . . . . . .

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Authorship

4. Winterabend [sung text not yet checked]

  Mädchen mit dem roten Mündchen,
Mit den Äuglein süß und klar,
Du mein liebes, kleines Mädchen,
Deiner denk' ich immerdar.

 Lang ist heut der Winterabend,
Und ich möchte bei dir sein,
[Bei dir sitzen, mit dir schwatzen]1,
Im vertrauten Kämmerlein.

  An die Lippen [wollt']2 ich pressen
Deine [kleine]3 weiße Hand,
Und mit Thränen sie benetzen,
Deine [kleine, weiße]4 Hand.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "Maiden with the red little mouth", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Fanciulla dalla boccuccia rossa", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Gerardo Garciacano Hinojosa) (Simone von Büren) , "Niña de la boquita roja", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], page 137.

1 Dresel: "mit dir schwatzen, mit dir kosen"
2 Dresel: "möcht"
3 Dresel: "liebe"
4 Dresel: "weiße, liebe"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Blumensehnen [sung text not yet checked]

Auf grüner Flur die Blume steht
 . . . . . . . . . .

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Authorship

6. Ein geistlich Abendlied [sung text not yet checked]

Es ist [so]1 still geworden,
Verrauscht des Abends Wehn,
Nun hört man aller Orten
Der [Engel]2 Füße gehn,
Rings in die [Thale]3 senket
Sich Finsterniß mit Macht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht!

Es ruht die Welt [im]4 Schweigen, 
Ihr Tosen ist vorbei,
Stumm ihrer Freude Reigen
Und stumm ihr Schmerzenschrei.
Hat Rosen sie geschenket,
Hat Dornen sie gebracht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht! 

Und hast du heut gefehlet, 
O [schaue nicht]5 zurück;
Empfinde dich beseelet 
Von freier Gnade Glück.
Auch des Verirrten denket 
Der Hirt auf hoher Wacht --
Wirf ab, Herz, was dich kranket 
Und was dir bange macht! 

Nun stehn im Himmelskreise
Die Stern' in Majestät;
In gleichem festem Gleise
Der goldne Wagen geht.
Und gleich den [Sternen]6 lenket
Er deinen Weg durch Nacht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket,
Und was dir bange macht!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Avondlied", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening song", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du soir", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed wtih Gedichte von Gottfried Kinkel, Erster Band, Siebente Auflage, Stuttgart, Verlag der J. F. Cotta'schen Buchhandlung, 1872, pages 191-192.

1 Blumner: "nun" (Musikalien-catalog von Heinrichshofen's Verlag in Magdeburg); further changes may exist not shown above
2 Taubert: "Eng'lein"
3 Ohlsen: "Thäler"; Schumann: "Tiefe"
4 Ohlsen: "in"
5 Taubert: "schau' nicht trüb"
6 Ohlsen: "Stürmen" (the score is almost certainly erroneous)

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler