Acht Lieder mit Begleitung des Pianoforte oder der Guitarre

Song Cycle by Carl Moltke (1783 - 1831)

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1. Abendlied, an den Ufern der Ostsee [sung text not yet checked]

In sußer Abendruhe winket
Die weite Flur mir still und mild,
Und aus der Ostsee Fluthen blinket
Der Wolken glanzumsäumtes Bild. 
Mit leichtem, luftigem Gefieder
Schwingt sich zur Ruh der Vögel Heer;
Die Nacht schwebt grau verschleieret nieder,
Und hüllet schweigend Land und Meer. 

Sei mir willkommen, Du Vertraute
Der Sehnsucht, die in meiner Brust
Mit bangem, leisem Klagelaute
Verlanget nach verschwund'ner Lust. 
Du, im Gefolge goldner Sterne,
Erhebest mir den matten Sinn, 
Und richtest ihn zur dunklen Ferne
Der ahnungsvollen Zukunft hin.

Was wird sie mir verschleiert bringen?
Wird, was mein krankes Herz begehrt,
Der stille Wunsch mir noch gelingen,
Der Wunsch, vor allem mir so werth? 
Nicht Durst nach Ruhm hat ihn gebohren,
Nicht Eitelkeit ihn Kuhn verzeugt  -- 
Nicht Habsucht sich ihn auserkohren,
Ihn, den die Lippe stumm verschweigt.  

O wärst du meines Schicksals Spiegel, 
Du reine, silberhelle Fluth,
Auf der, gleich einem heil'gen Siegel,
Des Himmels heitres Bildnis ruht. 
Doch  --  rings von trüber Nacht umfangen,  
Stellt sich mein Loos mir schaudernd dar,
Denn ach, längst ist der Muth vergangen,
Der einst so flammend in mir war. 

Doch wie des Mondes hoher Schimmer
Die düstre Finsterniß erhellt,
So sinkt der Hoffnung Licht mir nimmer
Im Dunkel der verworr'nen Welt. 
Und treu will ich der Wunsch bewahren,
Den das verschwieg'ne Herz umhüllt;
Vielleicht daß einst, wenn auch nach Jahren,
Das Schicksal freundlich ihn erfüllt.

Authorship

Confirmed with Taschenbuch der Liebe und Freundschaft gewidmet, Frankfurt am Main: Friedrich Wilmans, 1812, pages 131 - 132.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

2. Der freiwillige Krieger [sung text not yet checked]

Ich will ins Feld
 . . . . . . . . . .

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Authorship

3. Der Hirtin Wahl [sung text not yet checked]

Tadelt nicht den jungen Hirten,
Den mein Herz sich auserkor!
Alle, die mich sonst umgirrten,
Hoben schöner sich hervor:
Aber häßlich hin und her!
Keiner liebt so treu als er.

Zwar beginnt mein Hund zu heulen,
Und die Heerde nimmt die Flucht,
Wenn mein Liebster, gleich den Eulen,
Im Gesange sich versucht: 
Doch er singe rauch und schwer!
Keiner liebt so treu als er. 

Auch bei unsern Hirtenfesten
Zeigt er auf dem grünen Plan
Sich als Tänzer nicht zum besten,
Und verfehlt oft Tackt und Bahn:
Doch er tanze wie ein Bär!
Keiner liebt so treu als er. 

Andre sind wohl schön wie Engel,
Singen trefflich, tanzen fein:
Dennoch soll der Mann voll Mängel
Ewig mein Geliebter sein.
Jene flattern hin und her;
Keiner liebt so treu als er.

Authorship

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Confirmed with A. F. E. Langbein's sämmltiche Gedichte, dritter Band, Stuttgart: Rieger'sche Verlagsbuchhandlung, 1854. Appears in Lieder, page 184.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

4. Nähe des Geliebten [sung text not yet checked]

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
[Vom Meere]1 strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes [Flimmer]2
In Quellen mahlt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen [Stege]3
Der Wandrer bebt.4

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im [stillen]5 [Haine]6 geh' ich oft [zu]7 lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seyst auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, [bald]8 leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Nabijheid van de beminde", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • ENG English [singable] (Shula Keller) , "Nearness to the Beloved", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Edgar Alfred Bowring) , appears in The Poems of Goethe, first published 1853
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Proximité du bien-aimé", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Presenza della persona amata", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Penso em ti", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, page 65, and with Musen-Almanach für das Jahr 1796, herausgegeben von Schiller. Neustrelitz, bei dem Hofbuchhändler Michaelis, page 5.

1 Beethoven: "Von Meeren"
2 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "Schimmer"
3 Schubert: "Wege"
4 Backer-Grøndahl inserts "Ich sehe dich."
5 Lang: "dunklen"
6 Schubert: "Hain, da"
7 Lang: "um zu"
8 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "es"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

5. Das Mädchen und der Jüngling [sung text not yet checked]

Das Mädchen:
 Ich hab ihn gesehen!
 Wie ist mir geschehen?
 O himmlischer Blick!
 Er kommt mir entgegen;
 Ich weiche verlegen,
 Ich schwanke zurück.
 Ich irre, ich träume!
 Ihr Felsen, ihr Bäume,
 Verbergt meine Freude,
 Verberget mein Glück!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Je l'ai vu !", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRL Friulian (Ermes Culos) , "I lu ài jodùt", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Die Einsamkeit [sung text not yet checked]

Wie blinkt mir der Himmel
Im Grünen so hehr.
Der Städte Getümmel
Ist rauschend und leer.
Drum sei meiner Thränen
Vertraute die Flur,
Drum höre mein Sehnen
Die Einsamkeit nur.
 
Ihr liebt' ich, im Lenze
Des Lebens, im Hain
Schon Veilchen in Kränze
Zum Opfer zu reihn.
[Ihr späht' ich, beim Hauche
Der Mailuft, am Bach
Im Nachtigallstrauche
Wohl Stundenlang nach.]1
 
Ihr seufzt' ich, vom Spiele
Der Jünglinge fern,
Die Erstlingsgefühle
Der Liebe so gern!
Ihr war, beim Geflimmer
Der Sterne, mein Leid
Und jeglicher Schimmer
Der Freude geweiht.
 
Mir sei bis zum Grabe
Gefährtin und Braut
[Die]2, der ich als Knabe
Mein Innres vertraut.
[Nur sie hat die Zähren
Der Trennung gestillt,
Und himmlische Sphären
Voll Glanz mir enthüllt.]1
 
Sie meidet die Pfade,
Flieht Park und Alleen,
Und weilt am Gestade
Romantischer Seen,
[Wo Vögel nur schmettern,
Das Eichhorn nur lauscht,
Und etwa den Blättern
Ein Täubchen entrauscht.]1

Nur ihr sind, vom wilden
Granitfels umdräut,
An Gletschergefilden
Die Thäler geweiht,
Wo Adler nur streifen
Am Lerchenbaumwald,
Und fernher das Pfeifen
Der Gemsen erschallt.
 
Sie freut sich der Schlünde
Volkanischer Gluth,
Des Sausens der Winde,
Der zürnenden Fluth.
Sie wohnt unter Spalten,
Nur mondlich erhellt,
In Gräbern der alten
Gebieter der Welt;
 
Am Sturz der Gewässer,
Im öden Gestein
Umwaldeter Schlösser
Und wüster Abtein,
[In Grotten und Klüften
Von Tannen umkränzt,
An Urnen und Grüften
Vom Vollmond beglänzt.]1
 
Der Welt zu vergessen,
Empfangt mich, ihr Höhn,
Wo dunkle Zipressen
Ein Grabmal umwehn;
Wo, tief zwischen Ranken
Der Wildniß versteckt,
Kein menschliches Wanken
[Den Träumenden]3 weckt.

Authorship

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1 omitted by Harder.
2 Harder: "Sie"
3 Harder: "Mich einsamen"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

7. An Mignon [sung text not yet checked]

Über [Thal und Fluß]1 getragen,
Ziehet rein der Sonne Wagen.
Ach, sie regt in ihrem Lauf,
So wie deine, meine Schmerzen,
Tief im Herzen,
Immer morgens wieder auf.

Kaum will mir die Nacht noch frommen,
Denn die Träume selber kommen
Nun in trauriger Gestalt,
Und ich fühle dieser Schmerzen,
Still im Herzen,
Heimlich bildende Gewalt.

Schon seit manchen schönen Jahren
Seh' ich unten Schiffe fahren;
Jedes kommt an seinen Ort;
Aber ach, die steten Schmerzen,
Fest im Herzen,
Schwimmen nicht im Strome fort.

Schön in Kleidern muß ich kommen,
Aus dem Schrank sind sie genommen,
Weil es heute Festtag ist;
Niemand [ahnet]2, daß von Schmerzen
Herz im Herzen
Grimmig mir zerrissen ist. 

Heimlich muß ich immer weinen,
Aber freundlich kann ich scheinen
Und sogar gesund und roth;
Wären tödtlich diese Schmerzen
Meinem Herzen,
Ach, schon lange wär ich todt.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "A Mignon", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Aan Mignon", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "To Mignon", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "À Mignon", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, pages 101-102, and with Musen-Almanach für das Jahr 1798, herausgegeben von Schiller. Tübingen, in der J.G.Cottaischen Buchhandlung, pages 179-180.

1 Ore: "Fluß und Thal"; further changes may exist not shown above.
2 Goethe (in all prints prior to 1812): "ahndet"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

8a. An Molly [sung text not yet checked]

Ach, könnt' ich Molly kaufen
Für Gold und Edelstein,
Mir sollten große Haufen
Für sie wie Kiesel sein.
Man rühmt wol viel vom Golde,
Was ich nicht läugnen kann;
Doch ohne sie, die Holde,
Wie hätt' ich Lust daran?

Ja, wenn ich Allgebieter
Von ganz Europa wär',
Ich gäb' Europens Güter
Für sie mit Freuden her,
Bedingte nur dies Eine
Für sie und mich noch aus:
Im kleinsten Fruchtbaumhaine
Das kleinste Gärtnerhaus.

Mein liebes Leben enden
Darf nur der Herr der Welt,
Doch dürft' ich es verspenden,
So wie mein Gut und Geld,
So gäb' ich gern, ich schwöre,
Für jeden Tag ein Jahr,
Da sie mein eigen wäre,
Mein eigen ganz und gar.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

8b. Mollys Antwort [sung text not yet checked]

Was sagt hierauf das liebenswürdge Mädchen?
Was sagt sie ?       Was sagt sie ?

   So singst du übertrieben,
Wie mancher übertrieb;
Doch nimmt das wahre Lieben
mit wenigem vorlieb.
Wer will sich denn verbinden
Wer nicht dem Glück vertraut
Das andre wird sich finden.
Gesetzt ! ich wär die Braut.

   Von allen jenen Gütern
Ist freylich gar nichts dein;
Drum singe den Gemüthern
Nicht eingebildte Pein.
Dass ich mich gar nicht scheue
Diess schwör ich Angesichts.
Nur immer Lieb und Treue
Und weiter braucht es nichts.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]