Gesänge mit Begleitung des Pianoforte Ihro Majestät der Königin von Preussen in tiefster Ehrfurcht gewidmet von J. F. H. Riel

Song Cycle by Johann Friedrich Heinrich Riel (1774 - 1845)

Word count: 1044

1. Lauras Quelle [sung text not yet checked]

Quelle! dich grüßt mein Blick mit Sehnsuchtsthränen,
 Seit am Blumenaltare deiner Ufer,
  Seit im Tempel deiner Gesträuche, Laura
   Weinend mit Gott sprach.

Geister des Himmels müssen dich umschweben,
 Stille Stäte, wo Laura betend hinsank,
  Wo die Zukunft über der Gruft sich ihren
   Blicken enthüllte!

Huldigend schmiegten sich des Frühlings Kinder
 Um des weißen Gewandes Saum, die Lüfte
  Wehten Purpurblüten auf ihres Hauptes
   Wallenden Schleier.

Über ihr Antliz war die Ruhe des Himmels,
 War der Friede der Engel ausgegossen
  Und verklärend hellte des bessern Lebens
   Hoffnung ihr Auge.

Quelle, dich grüßt mein Blick mit Sehnsuchtsthränen!
 Jede Blume worauf die Holde kniete
  Will ich sorgsam pflücken, und ihres Grabmals
   Urne bekränzen.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La source de Laura", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Poem preceded in publications with
Ghiare, fresche e dolci acque
Ove le belle membra
Pose colei, che sola a me par donna,
Date udienza -- --
Alle dolenti mie parole estreme!
 --Petrarca 

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2. Mein Mädchen [sung text not yet checked]

Ich hab' ein Mädchen,
Es ist das schönste
Auf unsern Fluren;
Aber ich nenn' es euch nicht!

Ich lieb' ein Mädchen,
Es ist die Rose
In unserm Garten;
Aber ihr findet sie nicht!

Ich lieb' ein Mädchen,
Sein Nahme klinget
Süß, wie Gesänge;
Aber ich sag' ihn euch nicht!

Ich lieb' ein Mädchen,
Es folgt den Hirschen
Kühn, wie Diane;
Aber ihr kennet sie nicht!

Ich bin verrathen! 
Denn keinem Mädchen, 
Als nur Elise'n, 
Gleichet das freundliche Bild!

Authorship

Confirmed with Gedichte von Karl Reinhard, neue Ausgabe, Altona: bei Johann Friedrich Hammerich, 1819, pages 77 - 78.


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3. Das schlafende Kind in der Laube [sung text not yet checked]

Ida schläft; mit jedem Zuge
Ihres Athems trinkt sie Duft;
Sanft, wie vom Vorüberfluge
Eines Engels, weht die Luft.

Holde Friedensgeister schweben
Um ihr lächelndes Gesicht;
Denn das rauhe Erdenleben
Blickt in ihren Traum noch nicht.

Walle, zarte Blüthe, walle,
Schmeichelnd, wie der weiche Sinn
Ihrer Lieblichkeit, und falle
Leis' auf ihren Schlummer hin.

Falle nieder, vom Gewimmel
Schöner Freuden hell umringt,
Wie ein Geist, der seinen Himmel
Einer Schwesterseele bringt.

O, sie schlummert in der Fülle 
Heilger Unschuld noch so süß! 
Seht! die Wang' umblüht das stille, 
Unverlorne Paradies.

Blühet aus der reinen Seele
Zart und unbefleckt herauf.
Leiser! Leiser! Philomele,
Wecke nicht den Engel auf! 

Authorship

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4. Lebenslied [sung text not yet checked]

Junge Freudengötter, 
Flattert auf und ab! 
Streuet Rosenblätter 
Auf den Ernst herab, 
Daß die Stirn' erheitert, 
Daß die Lippe frei, 
Und die Brust erweitert 
Für die Scherze sey!

Leichter Sinn befreiet 
Den gefangnen Witz; 
Jede Stelle weihet 
Er zum Göttersitz.
Seht, die Götter kommen!
Nur, vom Tiefsinn fern,
Sind sie unter frommen,
Frohen Menschen gern.

Mag die Weisheit immer
Unsre Mahle weihn;
Aber laßt uns nimmer
Zu vernünftig seyn!
Zu viel Weisheit machte
Manchen kalten Tropf;
Doch kein Froher lachte
Sich um Herz und Kopf.

Laßt die Grübler denken, 
Und sich laut entzwein! 
Heitres Leben schenken 
Grazien uns ein. 
Nehmt die Freudenschaale, 
Eh' die Sonne sinkt,
Die zum Lebensmahle
Frohe Gäste winkt!

Trinkt in langen Zügen!
Kurz währt alles Ding.
Haschet das Vergnügen,
Diesen Schmetterling,
Der sich auf den Blüten
Unsers Lebens wiegt!
Keiner mag ihn hüten;
Hascht ihn, er entfliegt!

Auch die Blüten fallen!
Eine Hore bringt 
Alles zu den Hallen, 
Wo kein Lied erklingt. 
Doch wenn ihr veraltet 
Auf vom Mahle steht: 
Nur die Freude haltet 
Dann noch fest, und geht! 

Authorship

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5. An dich [sung text not yet checked]

Alles, was ich wünsche und wähle
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

6. An die Zeit [sung text not yet checked]

Es war eine Zeit, da lachte mich dies Leben
In holder Frühlingsschönheit an.
Dahin ist die Zeit, wo all' mein Seyn und Streben
In Geistesseligkeit zerrann!

Es war eine Zeit, da mir im Menschenherzen
Nur Huld und Lieb' entgegen schlug.
Dann kam eine Zeit, -- wie könnt' ich sie verschmerzen?
Was Huld und Liebe schien, -- war Trug!

Da fühlte mein Geist den tiefsten, bängsten Kummer,
Und kehrt' in sich den düstern Blick; 
Doch rief meinen Geist aus starrem Seelenschlummer
Ein guter Genius zurück.

Der Genius sprach: "Ich bin der Geist der Liebe;
Ich weihe deine innre Ruh';
Doch werf' ich den Kranz aus Blüthen edler Triebe
Nur ihr, der sanften Duldung, zu."

Authorship

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7. Andenken [sung text not yet checked]

Ich denke dein,
[Wenn]1 durch den Hain
Der Nachtigallen
Akkorde schallen!
[Wann]2 denkst du mein?

Ich denke dein
Im Dämmerschein
Der Abendhelle
Am Schattenquelle!
Wo denkst du mein?

Ich denke dein
Mit süßer Pein,
Mit bangem Sehnen
Und heißen Thränen!
Wie denkst du mein?

[O denke mein,]3
Bis zum Verein
Auf besserm Sterne!
In jeder Ferne
Denk' ich nur dein!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Denken aan", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Remembrance", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Souvenir", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "A te va il mio pensiero...", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Caê Vieira) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 276-277, and with Friedrich von Matthisson, Gedichte, fifteenth edition, Zurich: Orell, Fuessli & Co., 1851, pages 217-218.

First published in Flora Teutschlands Töchtern geweiht von Freunden und Freundinnen des schönen Geschlechts. Erstes Vierteljahr. Tübingen, 1802. In der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, pages 3-4.

1 Matthisson (editions until 1803): "Wann"
2 Matthisson (editions after 1803): "Wenn"
3 Matthisson (Flora 1802): "Ich denke dein"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

8. Zu singen bei einer Wasserfahrt [sung text not yet checked]

Wir ruhen, vom Wasser gewiegt,
Im Kreise vertraulich und enge;
Durch Eintracht wie Blumengehänge
Verknüpft und in Reihen gefügt;
Uns sondert von lästiger Menge
Die Flut, die den Nachen umschmiegt.

So gleiten, im Raume vereint,
Wir auf der Vergänglichkeit Wellen,
Wo Freunde sich innig gesellen
Zum Freunde, der redlich es meint!
Getrost, weil die dunkelsten Stellen
Ein Glanz aus der Höhe bescheint.

Ach, trüg' uns die fährliche Flut
Des Lebens so friedlich und leise!
O drohte nie Trennung dem Kreise,
Der, sorglos um Zukunft, hier ruht!
O nähm' uns am Ziele der Reise
Elysiums Busen in Hut!

Verhallen mag unser Gesang,
Wie Flötenhauch schwinden das Leben:
Mit Jubel und Seufzer verschweben
Des Daseins zerfließender Klang!
Der Geist wird verklärt sich erheben,
Wenn Lethe sein Fahrzeug verschlang.

Authorship

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9. Die Kinderzeit [sung text not yet checked]

O süße Zeit herzinniger Gefühle
Der Kindlichkeit!
Wie denk' ich dein so gern im Weltgewühle,
Du süße Zeit!

Schon ist in Nacht des Lebens viel geschwunden;
Du strahlst von fern
Mir heller stets, wie durch der Dämm'rung Stunden
Der Abendstern.

Noch seh' ich sie als Kind in holdem Sinnen
Nach Veilchen spähn,
Ihr blondes Haar, ihr Lenzgewand von Linnen
Im Winde wehn.

Noch schwebt vor mir die grüne Seidenschleife,
Die dort sie trug;
Ich wüßte noch die Farbe jeder Streife
Am Busentuch.

Vom Wiesenplan, wohin wir Knaben kamen
Zum Mädchenkreis,
Behielt ich mehr, als ich vom Kreis der Damen
Nach Tagen weiß.

O süße Zeit! als ich von Haselhecken
Mein Pferd mir schnitt,
Und rasch einher auf dem gestreiften Stecken
Das Feld durchritt.

Da reizten mich, statt eitler Lorbeerkränze,
Violen nur;
Des Landguts Hag war meiner Wünsche Grenze,
Mein Hof die Flur;

Vergnügt, wenn ich Soldatenheer' aus Bleie
Zur Schau gestellt,
Und stolzer, als vor meiner Krieger Reihe,
Im Waffenfeld.

Ganz unbekannt war, was mein Herz begehrte,
Zu klein dem Neid.
Mich kümmerten nicht Fürsten, nicht Gelehrte,
Nicht beider Streit.

O süße Zeit! Durchbebt von Wehmutsschauer,
Gedenk' ich dein;
Den Blick nach dir, getrübt von spät'rer Trauer,
Hellt Abendschein.

Gespielen, wir sind nun verändert, älter
Und weit zerstreut;
Auch mancher, ach! zu weltklug, höhnt nun kälter
Die Herzlichkeit.

Weg ist die Bank, wo wir uns abends setzten,
Und öd' ihr Raum;
Der niedre Strauch, an dem wir uns ergötzten,
Erwuchs zum Baum.

Der Zwang zerriß, am fremden Brautaltare,
Des Herzens Plan,
Und manchen trug die schwarze Totenbahre
Zum Ziel der Bahn.

Klein ward der Kreis! die Abendwolken senken
Sich tief herein;
Wer übrig blieb, muß manchem Angedenken
Schon Seufzer weih'n.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]