Träume. Acht Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Wolfgang Jordan (1870 - 1956)

Word count: 680

1. Die Finger Gottes [sung text not yet checked]

Ich trat auf Sommerwegen
Ein in ein Gotteshaus;
Vom reichen Sonnensegen
Ruht' ich im Kühlen aus.

Der Pfarr stieg just zur Kanzel,
Begrüßt vom Betersang,
Da legt' ich denn mein Ranzel
Auf eine Kirchenbank.

Der Pfaff stand ganz im Dunkel;
Gott aber wies mir stumm
Mit Sonnenstrahlgefunkel
Mein Evangelium.

Durchs Fenster wies mit Fingern
Er in das Haus herein;
Ein Haupt von all den Singern
Bekam den Heiligenschein.

Ein holdes, blondgelocktes!
Nun traf ihr Auge mich.
Mein Herz, mein ganz verstocktes,
Ward fromm und neigte sich ...

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Liedestraum [sung text not yet checked]

Singe! Singe! -- Du singst meine Seele
  In einen süßen, berückenden Traum,
Meine Gefühle, die sonst ich verbeble,
  Liegen jetzt offen - ich ahne es kaum.

Singe! Singe! -- Denn mit deinen Tönen 
  Weckst du im Kerzen mir schauernde Lust.
Und ein Abglanz des ewigen Schönen 
  Bebt durch die leise nur achmende Brust,

Singe! Singe! -- Wie heimatlich Grüßen, 
  Aus jener Zeit, die lange schon schied,
Dringen ins Ohr mir die Töne, die süßen, 
  Dringt in die Seele tief mir dein Lied!

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Dämmerung [sung text not yet checked]

Nun glänzen nur der Berge Spitzen
 . . . . . . . . . .

— The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. —

Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

4. Nächtliche Wanderung [sung text not yet checked]

Die Nacht ist finster, schwül und bang,
Der Wind im Walde tost;
Ich wandre fort die Nacht entlang
Und finde keinen Trost.

Und mir zur Seite, engelmild,
Und, ach! so schmerzlich traut,
Zieht mein Geleite hin, das Bild
Von meiner toten Braut.

Ihr bleiches Antlitz bittet mich,
Was mich ihr süßer Mund
So zärtlich bat und feierlich
In ihrer Sterbestund':

"Bezwinge fromm die Todeslust,
Die dir im Auge starrt,
Wenn man mich bald von deiner Brust
Fortreißet und verscharrt!"

Da unten braust der wilde Bach,
Führt reichen, frischen Tod,
Die Wogen rufen laut mir nach:
"Komm, komm und trinke Tod!"

Das klingt so lieblich wie Musik,
Wird wo ein Paar getraut:
Doch zieht vom Sprunge mich zurück
Das Wort der toten Braut.

Stets finstrer wird der Wolkendrang,
Der Sturm im Walde brüllt,
Und ferne hebt sich Donnerklang,
Der immer stärker schwillt.

O schlängle dich, du Wetterstrahl,
Herab, ein Faden mir,
Der aus dem Labyrinth der Qual
Hinaus mich führt zu dir!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "A walk in the night", copyright © 2019
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Marche nocturne", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Alberto Pedrotti

5. Verlassen [sung text not yet checked]

Lebte ruhig auf meiner Haid'
Ohne Wunsch und Verlangen . . .
Alles, alles ward anders, als er
Kam, und sein Arm um mich umfangen!

Habe nur immer und immerfort
Ihm in das Auge geschauet,
Und seinen Worten, schmeichelnd und süß,
Ohne zu fragen, vertrauet. 

Habe nur immer an ihn noch gedacht  -- 
Eilig entschwanden die Tage.
Weshalb kommt er so plötzlich nicht mehr?
Einsam steh' ich und klage . . .

Aus meinem trauernden Auge fällt
Eine Thräne hernieder  --  
Thräne, du sagst mir:  ich ward getäuscht! 
Sagst mir:  nie kehrt er wieder!  

Authorship

Confirmed with John Henry Mackay , Dichtungen, neue Ausgabe, Berlin: S. Fischer, 1893.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

6. Die Weggenossin [sung text not yet checked]

Von den Bergen komme ich her,
Bin ein bestaubter Wandrer;
Trage nun keinen Namen mehr,
Denn der ihn trug, war ein Andrer;
Halte mein heimliches Gut verwahrt,
Bis ich die Throne besteige. 
Forsche du immer nach meiner Art:
Sieh' mir ins Auge und schweige. 

Bin ich, müde von Tag und Trug,
Still dem Leben entwichen,
Hat der Schlaf sich, spät genug,
Endlich zu mire geschlichen,
Wenn ich mein Haupt zu fürstlicher Ruh'
Dir in die Arme neige:
Sei dann meine Bewacherin du,
Lass mich schlafen und schweige. 

Lege deine gesegnete Hand
Mir auf die Schläfen . . . Dann klinge,
Klinge du Lied vom heiligen Land,
Wo uns kein Sommer verginge.
In der Ferne spielt dann das Glück
Auf süsslockender Geige
Unser ewiges Hochzeitsstück . . .
Habe mich lieb und schweige. 

Authorship

Confirmed with Franz Evers, Königslieder, Leipzig: Verlag "Kreisende Ringe" (Max Spohr), 1894. page 31.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

7. Wiegenlied [sung text not yet checked]

Träume, träume, du mein süßes Leben,
Von dem Himmel, der die Blumen bringt.
Blüten schimmern da, die [leben]1
Von dem Lied, das deine Mutter singt.

Träume, träume, Knospe meiner Sorgen,
Von dem Tage, da die Blume [sproß;]2
Von dem hellen Blütenmorgen,
Da dein Seelchen sich der Welt [erschloß.]3

Träume, träume, Blüte meiner Liebe,
Von der stillen, von der heilgen Nacht,
Da die Blume seiner Liebe
Diese Welt zum Himmel mir gemacht.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Venus Mater", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Venus Mater", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Sogna, sogna, dolce mia vita", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Abel Alamillo Fernández) , "Canción de cuna", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Pfitzner, Reger: "beben"
2 Pfitzner: "sprießt"
3 Pfitzner: "erschließt"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

8. Traum durch die Dämmerung [sung text not yet checked]

Weite Wiesen im Dämmergrau;
die Sonne verglomm, die Sterne ziehn,
nun geh' [ich]1 zu der schönsten Frau,
weit über Wiesen im Dämmergrau,
tief in den Busch von Jasmin.

Durch Dämmergrau in der Liebe Land;
ich gehe nicht schnell, ich eile nicht;
mich zieht ein weiches samtenes Band
durch Dämmergrau in der Liebe Land,
in ein [mildes, blaues]2 Licht.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Somni a través del capvespre", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Dromend door de schemering", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Dreaming through the twilight", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Rêve au crépuscule", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Sogno al crepuscolo", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , "Sueño al atardecer", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Strauss: "ich hin"
2 Strauss: "blaues, mildes"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]