Drei Lieder für Bariton

Song Cycle by Eduard Lassen (1830 - 1904)

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1. Der gefangene Admiral [sung text not yet checked]

's sind heute dreiunddreißig Jahr,
daß ich kein Segel sah, 
es steht der Turm unwandelbar,
die Kett' ist ewig da.

Sie haben gemauert mich, den Delphin,
in lichtlos Felsgestein,
und unerreichbar über ihn
ein kleines Fensterlein.

Nicht daß ich fern von Licht und Tag,
macht mir das Herz so schwer, 
als daß ich dich nicht zu schauen vermag,
du heil'ges blaues Meer!

Ich höre nicht wie die Brandung rollt
und keiner Möve Geschrill,
und wenn die Kette nicht rasseln wollt',
wär' alles grabesstill.

Sie bauten fern vom Meer den Turm,
wo keine Woge prallt,
kein Bootsmann pfeift und pfeift kein Sturm,
kein Schuß den Sturm durchschallt.

Nicht daß man in schweigende Nacht mich warf,
macht mir das Herz so schwer,
als daß ich dich nicht hören darf,
du tiefaufdonnerndes Meer.

Mein greises Gebein ist schwer und leer,
mein Leib wird nimmer heil,
die Faust schwingt keine Lunte mehr
und nimmer das Enterbeil.

Die große Flagge auf den Mast!
die Breitseit' laßet seh'n!
und Jungens, wen auf's Korn ihr faßt,
der Teufel hole den.

Nicht daß ich verwelk' in Haft und Bann,
macht mir das Herz so schwer,
als daß ich auf dir nicht fechten kann,
du kampferschüttertes Meer!

Drauf und dran geentert keck,
und feuert noch einmal!
He, Schiff an Schiff und Deck an Deck,
und ich der Admiral!

O fiel' ich doch im Kugelgezisch!
Hier lieg' ich siech und wund,
hinschmachtend wie im Sand ein Fisch
und sterbend wie ein Hund!

Nicht daß ich sterbe Zoll unm Zoll,
macht mir das Herz so schwer,
als daß ich auf dir nicht sterben soll,
du oft bezwungenes Meer.

Die Flügel hängt das Schiff im Leid,
ein schwarzverwitwetes Weib,
die Flagge deckt als Sterbekleid
den toten Heldenleib.

Er sinkt ins Meer vom Schiffesrand,
das bebt voll heil'ger Scheu,
mich aber scharren sie in den Sand 
und schießen nicht 'mal dabei!

Nicht daß mein Leben hier verrann,
macht mir das Herz so schwer,
als daß ich in dir nicht schlafen kann,
du Heldengrab, o Meer.

Authorship

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  • ENG English (Iain Sneddon) , "The Captured Admiral", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "L'amiral emprisonné", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "L'ammiraglio prigioniero", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Sommernacht [sung text not yet checked]

Der [laute]1 Tag ist fortgezogen
Es kommt die stille Nacht herauf
Und an dem weiten Himmelsbogen
Da gehen tausend Sterne auf
Und wo sich Erd' und Himmel einen
In einem lichten [Nebelband]2
[Beginnt]3 der helle Mond zu scheinen
Mit mildem Glanz ins dunkle Land.

Da geht durch alle Welt ein Grüßen
Und schwebet [hin]4 von Land zu Land
Das ist ein leises Liebesküssen
Das Herz dem Herzen [zugesandt]5
Das im Gebete aufwärts steiget
Wie gute Engel, leicht beschwingt
Das sich zum fernen Liebsten neiget
Und süße Schlummerlieder singt.

Und wie es durch die Lande dringet
Da möchte Alles Bote sein
Ein Vogel es dem andern singet
Und alle Bäume rauschen d'rein
Und durch den Himmel geht ein [Winken]6
Und auf der Erde nah und fern
Die Ströme heben an zu blinken
Und Stern verkündet es dem Stern.

O Nacht, wo solche Geister wallen
Im [Mondenschein]7, auf lauer Luft
O Nacht, wo solche Stimmen schallen
Durch lauter reinen [Blütenduft]8
O Sommernacht, so reich an Frieden
So reich an stiller Himmelsruh'
Wie weit zwei Herzen auch geschieden
Du [führest]9 sie einander zu!

Authorship

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  • ENG English [singable] (Gwendolen Gore) , "Midsummer Night"

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1 Lassen: "lange"; further changes may exist not shown above.
2 Blumenthal: "Nebelland" (printing error?)
3 Blumenthal: "Hebt an"
4 Vesque von Püttlingen: "fort"
5 Blumenthal and Vesque von Püttlingen: "zugewandt"
6 Blumenthal: "trautes Winken"
7 Blumenthal: "Mondesschein"
8 Blumenthal and Vesque von Püttlingen: "Blumenduft"
9 Blumenthal: "leitest"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Andrew Schneider [Guest Editor]

3. Der Hidalgo [sung text not yet checked]

Es ist so süß, zu scherzen
Mit Liedern und mit Herzen
Und mit den ernsten Streit.
Erglänzt des Mondes Schimmer,
Da treibt's mich fort vom Zimmer
Durch Platz und Gassen weit;
Da bin zur Lieb' ich immer
Wie zum Gefecht bereit.

Die Schönen von Sevilla
Mit Fächern und Mantilla
Blicken den Strom entlang;
Sie lauschen mit Gefallen,
Wenn meine Lieder schallen
Zum Mandolinenklang.
Und dunkle Rosen fallen
Mir vom Balkon zum Dank.

Ich trage, wenn ich singe,
Die Zither und die Klinge
[Von Toledanischem]1 Stahl.
Ich sing' an manchem Gitter 
Und höhne manchen Ritter
Mit keckem Lied zumal,
[Der Dame]2 gilt die Zither,
Die Klinge dem Rival.

Auf denn zum Abenteuer,
Schon losch der Sonne Feuer
[Hinter]3 der Berge aus.
Der Mondnacht Dämmrungsstunden,
Sie bringen Liebeskunden,
Sie bringen blut'gen Strauß;
Und Blumen oder Wunden
Trag' morgen ich nach Haus.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De hidalgo", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The hidalgo", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "L'hidalgo", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schumann: "Vom Toledan'schen"
2 Schumann: "Den Damen"
3 Schumann: "Jenseits"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]