by Eduard Mörike (1804 - 1875)

Wie süß der Nachtwind nun die Wiese...
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG FRE
Sie 
 [Wie]1 süß der Nachtwind nun die Wiese streift, 
 Und klingend jetzt den jungen Hain durchläuft! 
 Da noch der freche Tag verstummt, 
 Hört man der Erdenkräfte flüsterndes Gedränge, 
 Das aufwärts in die zärtlichen Gesänge 
 Der reingestimmten Lüfte summt. 

Er
 Vernehm ich doch die wunderbarsten Stimmen, 
 Vom lauen Wind wollüstig hingeschleift, 
 Indes, mit ungewissem Licht gestreift, 
 Der Himmel selber scheinet hinzuschwimmen. 

Sie: 
 Wie ein Gewebe zuckt die Luft manchmal, 
 Durchsichtiger und heller aufzuwehen; 
 Dazwischen hört man weiche Töne gehen 
 Von selgen Feen, die im blauen Saal 
 Zum Sphärenklang, 
 Und fleißig mit Gesang, 
 Silberne Spindeln hin und wieder drehen. 

Er
 O holde Nacht, du gehst mit leisem Tritt 
 Auf schwarzem Samt, der nur am Tage grünet, 
 Und luftig schwirrender Musik bedienet 
 Sich nun dein Fuß zum leichten Schritt, 
 Womit du Stund um Stunde missest, 
 Dich lieblich in dir selbst vergissest. 
 Du schwärmst, es schwärmt der Schöpfung Seele mit!

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1 Huber: "Wo"; further changes may exist not noted above.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "Song of two in the night", copyright ©
  • FRE French (Français) (Stéphane Goldet) (Pierre de Rosamel) , "Chant à deux voix dans la nuit", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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