by Li Qingzhao (c1084 - c1151)
Translation by Hans Bethge (1876 - 1946)

Die wilden Schwäne
Language: German (Deutsch)  after the Chinese (中文) 
Noch ist der Glanz der Frühe nicht erschienen,
Ich höre, wie der Wind am Fenster rüttelt,
Und meine Träume schwinden ganz dahin.

Ich steige aufwärts in das Aussichtszimmer,
Einst rührt ich hier mit meiner schönen Nadel
Aus Jade sinnend in der Glut der Kohlen.

Jetzt ist die Glut dahin. Es ist vergebens,
Daß meine Nadel durch die Asche tastet,
Ich seh in das Gebirge, schmerzumflort.

Ein grauer Regen düstert in der Landschaft.
Der Nebel weht. Der Fluß wälzt schwere Wogen, --
Doch meinen Jammer wälzt er nicht hinweg.

Auf meines Umhangs dunkelm Tuche schimmert
Der Regen meiner bitterlichen Tränen;
Die wilden Schwäne schreien unter mir.

Ich schüttle meine armen Tränen nieder
Auf die erwachten Vögel, -- fliegt, o Vögel!
Bringt meine Tränen ihm, der mich verzehrt!

S. Koch sets stanzas 1, 4-6

Confirmed with Hans Bethge, Die chinesische Flöte, Insel Verlag, 1918, page 66.


Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Settings in other languages, adaptations, or excerpts:

  • Also set in Swedish (Svenska), a translation by Anonymous/Unidentified Artist ; composed by Sigurd von Koch.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Caroline R. Olsen

This text was added to the website: 2015-06-18
Line count: 18
Word count: 124