Wenn sich das Wetter schlecht läßt an, Hab‘ ich den Trost erdacht: Der Himmel, der es ändern kann, Der sehe zu! was geht‘s mich an? Hab ich‘s doch nicht gemacht! Und wann die Luft sich aufgehellt, Wie es mein Herz begehrt, Dann blick‘ ich freudig in die Welt, Als hätte man‘s bei mir bestellt, Und ich hätt‘ es beschert.
Vier Duette für 2 Frauenstimmen (Sopran und Alt) mit Pianoforte , opus 67
by Bernhard Ernst Scholz (1835 - 1916)
1. Der Wettermacher  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by Friedrich Rückert (1788 - 1866), "Der Wettermacher", appears in Lyrische Gedichte, in 4. Haus und Jahr, in 6. Sechste Reihe. Herbst
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2. Liederfrühling  [sung text not yet checked]
Der Lenz ist da Und fern und nah Gibt's neue Weisen und Lieder; Wie einst Merlin, So lausch ich hin Und Alles schreib' ich nieder. Hoch in der Luft, Was die Lerche ruft, Was die Drossel klagt [im]1 Holunder, Was den Rosen all' [Die Nachtigall Flötet: Sagen und Wunder]2, Was die Schlange klug Ihre Kinder frug, Die im Sonnenlichte schillern; Was Hänfling und Fink Im Fluge flink Einander zwitschern und trillern,3 Was die Vögel gewusst, Die voll Wanderlust Aus dem Süden erst gekommen, Was im Walde tief [An]4 Märchen schlief, Hab' Alles, Alles vernommen. Hab' es abgelauscht, Was lenzberauscht Die Glockenblumen läuten; -- Lieder und Melodie'n, Wie Merlin Kann ich sie deuten.
Text Authorship:
- by Heinrich Leuthold (1827 - 1879), "Liederfrühling", appears in Gedichte, in 1. Vermischte Gedichte
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English [singable] (Florence Z. Marshall) , "Spring music"
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gedichte von Heinrich Leuthold, Dritte vermehrte Auflage, Frauenfeld, Verlag von J. Huber, 1884, p. 18.
1 Mikorey: "dem"2 Wurm: "Flötet die Nachtigall / Die lieblichsten Sagen und Wunder"
3 Wurm adds "Tiö, Tiö, Tiö, Tiö, Tiö, Tiö, Tiö, Tiö"
4 Huber: "In"
3. Abendlied  [sung text not yet checked]
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weisse Nebel wunderbar.
Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.
Seht ihr den Mond dort stehen? -
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.
Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinnste
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.
Gott, laß [uns dein Heil]1 schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich seyn!
* * *
Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns [im]2 Himmel kommen,
Du [unser Herr und unser]3 Gott!
So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon' uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!
Text Authorship:
- by Matthias Claudius (1740 - 1815), "Abendlied"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Avondlied", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , "Evening Song", copyright ©
- ENG English (Bertram Kottmann) , "Evening song", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du soir", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Canto della sera", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen, IV. Theil. Beym Verfasser, und in Commißion bey Friedrich Perthes in Hamburg. [1782], pages 91-92; with Poetische Blumenlese für das Jahr 1779. Herausgegeben von Joh. Heinr. Voß. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn, pages 184-186; and with Johann Gottfried Herder's Volkslieder. Nebst untermischten andern Stücken. Zweyter Theil. Leipzig, in der Weygandschen Buchhandlung, 1779, pages 297-298.
Notes: Herder's Volkslieder prints only the first five stanzas, and Claudius (in his ASMUS complete edition) separates the first five stanzas with three asterisks from the remaining two.
Stanza 1, Line 2 is a quotation from Paul Gerhardt's 'Nun ruhen alle Wälder' (a text in the same verse form used by Claudius here)
In Dalberg's score, stanza 1, line 5, word 5 is a typo ("Wolken")
2 Claudius (Musenalmanach), Geisler, Gernsheim: "in"
3 Claudius (Musenalmanach): "lieber treuer frommer"
4. Zwei Reigen  [sung text not yet checked]
Ein Cherub schritt das Tal empor Und schlug das Volk mit Schwert und Pest, Hinsank der halbe Jugendflor – Die Schwalbe kehrt und baut das Nest. Brautführer will der Frühling sein, Und wer das Lieb verloren hat, Dem gibt mit einem blühnden Mai'n Er eines an des toten Statt. Er führt auf schwellend grünen Plan Den Rest der Jugend, neu gepaart, Und hebt ein mächtig Fiedeln an Von Liebesglück und Minnefahrt. Die Paare fliegen rasch daher, Ein Lenzgesind, gejagt vom Wind, Dabei wird manches Herze schwer, Das an die alte Liebe sinnt ... Doch Leben hat das Leben gern Und leicht gewöhnt sich Brust an Brust Die Toten liegen tief und fern Und wissen nichts von unsrer Lust ... Die Sonne schwand. Hell scheint ins Land Der Mond und streut den Silberglanz Der Reigen dreht sich Hand in Hand Und Mund an Mund und Kranz an Kranz ... Da steigt es aus der Wiese leis Und beut sich auch die Hände sacht: Genüber schwebt ein stiller Kreis Im blauen Duft der Lenzesnacht. Es haucht ein sanfter Flötenlaut, Und toter Jüngling, tote Maid Umschlingen sich im Reigen traut Und ohne Neid und ohne Leid.
Text Authorship:
- by Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898), "Die zwei Reigen"
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