Drei Gedichte von Schiller, 1 Singstimme mit Pianoforte , opus 18

by Joh. W. Merkens van Gendt

1. Die Hoffnung [sung text not yet checked]

Es reden und träumen die Menschen [viel]1
Von [bessern künftigen]2 Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und [wird]3 wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung!

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling [begeistert]4 ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er - die Hoffnung auf.

Es ist kein [leerer]5 schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Thoren.
Im Herzen kündet es laut sich an,
Zu was besserm sind wir gebohren,
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Hoop", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Hope", copyright ©
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Toivo", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Espoir", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Speranza", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friederich Schiller, Erster Theil, Leipzig, 1800, bey Siegfried Lebrecht Crusius, page 205; and with Die Horen, Jahrgang 1797, Zehntes Stück. Tübingen in der J.G. Cottaischen Buchhandlung 1797, page 107.

1 Lachner: "so viel"
2 Lachner: "besser'n und künftigen"
3 omitted by Schubert in D. 251; omitted by La Trobe
4 Schubert (D. 251, Alte Gesamtausgabe): "lockt"
5 Schubert (D. 637): "leerer, kein"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor] , Johann Winkler

2. Das Mädchen aus der Fremde [sung text not yet checked]

In einem Thal [bei]1 armen Hirten
Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
Ein Mädchen, schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Thal gebohren,
Man wußte nicht, woher sie kam,
[Doch]1 schnell war ihre Spur verloren,
Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe
Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,
Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
In einer glücklichern Natur.

Und theilte jedem eine Gabe,
Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
Ein jeder gieng beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,
Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
Der Blumen allerschönste dar.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La noia de l’estranger", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Het meisje uit den vreemde", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The maiden from a foreign land", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La jeune fille de l'étranger", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friederich Schiller, Erster Theil, Leipzig, 1800, bey Siegfried Lebrecht Crusius, pages 3-4, and with Musen-Almanach für das Jahr 1797, herausgegeben von Schiller. Tübingen, in der J.G.Cottaischen Buchhandlung, pages 17-18.

1 Schubert (autograph D.117 only): "beim"
2 Schiller (Musenalmanach): "Und"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

3. Der Jüngling am Bache [sung text not yet checked]

An der Quelle saß der Knabe,
Blumen wand er sich zum Kranz,
Und er sah sie fortgerissen
Treiben in der Wellen Tanz.
Und so fliehen meine Tage
Wie die Quelle rastlos hin!
Und so [bleichet]1 meine Jugend,
Wie die Kränze schnell verblühn!

Fraget nicht, warum ich traure
In des Lebens Blüthenzeit!
Alles freuet sich und hoffet,
Wenn der Frühling sich erneut.
Aber [diese]2 tausend Stimmen
Der erwachenden Natur
Wecken in dem tiefen Busen
Mir den schweren Kummer nur.

Was soll mir die Freude frommen,
Die der schöne Lenz mir beut?
Eine nur ists, die ich suche,
Sie ist nah und ewig weit.
Sehnend breit ich meine Arme
Nach dem theuren Schattenbild,
Ach ich kann es nicht erreichen,
Und das Herz [bleibt]3 ungestillt!

Komm herab, du schöne Holde,
Und verlaß dein stolzes Schloß!
Blumen, die der Lenz geboren,
Streu ich dir in deinen Schoß.
Horch, der Hain erschallt von Liedern
Und die Quelle rieselt klar!
Raum ist in der kleinsten Hütte
Für ein glücklich liebend Paar.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "El jovencell al rierol", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De jongeman bij de beek", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The youth by the stream", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "L'adolescent près du ruisseau", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il giovanetto al ruscello", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friederich Schiller, Zweiter Theil, Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage, Leipzig, 1805, bei Siegfried Lebrecht Crusius, pages 338-340; and with Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1805. Herausgegeben von Huber, Lafontaine, Pfeffel und anderen. Tübingen in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, pages 1-2.

1 Schiller (Taschenbuch für Damen): "welket"
2 omitted by Schubert (only in D. 30)
3 Schubert (only in D. 30): "ist"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]