Liederfolge

Song Cycle by Walter Lang (1896 - 1966)

Word count: 466

1. Ich schleich umher [sung text checked 1 time]

Ich schleich umher, 
Betrübt und stumm,
Du fragst, o frage 
Mich nicht, warum?
Das Herz erschüttert
So manche Pein!
Und könnt' ich je
Zu düster sein?

Der Baum verdorrt,
Der Duft vergeht, 
Die Blätter liegen
So gelb im Beet,
Es stürmt ein Schauer
Mit Macht herein,
Und könnt ich je
Zu düster sein?

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "I creep about", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Ihr Vögel in den Zweigen [sung text checked 1 time]

Ihr Vögel in den Zweigen schwank,
Wie seid ihr froh und frisch und frank
Und trillert Morgenchöre.
Ich fühle mich im Herzen krank,
Wenn ich's von unten höre.

Ein Stündchen [nur schleich' ich]1 heraus
In euer [ästig]2 Sommerhaus
Und muss mich des beklagen;
Ihr lebet stets in Saus und Braus,
Seht's nachten hier und tagen.

Ihr sucht der Bäume grünes Dach,
Der Wiese [Schmelz, den]3 Kieselbach,
Ihr flieht vor Stadt and Mauer,
Und laßt die Menschen [sagen]4 ach,
In ihrem Vogelbauer.

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) (Tinelot Wittermans) , "O vogels op je schommelende tak", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Tinelot Wittermans) , "In the wood", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Vous les oiseaux, dans le balancement des rameaux", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Lang: "schleich' ich bloss"
2 Mendelssohn: "lustig"
3 Lang: "Schmelz am"
4 Mendelssohn: "seufzen"

Researcher for this text: Tinelot Wittermans

3. Wie einer, der im Traume liegt [sung text checked 1 time]

Wie Einer, der im Traume liegt 
Versank ich still und laß, 
Mir war's, als hätt' ich obgesiegt, 
Bezwungen Lieb' und Haß. 

Doch fühl' ich, daß zu jeder Frist 
Das Herz sich quält und bangt, 
Und daß es nur gebrochen ist, 
Anstatt zur Ruh' gelangt. 

Du hast zerstückt mit Unbedacht 
Den Spiegel dir, o Thor! 
Nun blickt der Schmerz verhundertfacht, 
Vertausendfacht hervor. 

Authorship

Researcher for this text: Harry Joelson

4. Wehe, so willst du mich wieder [sung text checked 1 time]

Wehe, so willst du mich wieder,
Hemmende Fessel, umfangen?
Auf, und hinaus in die Luft!
Ströme der Seele Verlangen,
Ström' es in brausende Lieder,
Saugend ätherischen Duft!

Strebe dem Wind nur entgegen
Daß er die Wange dir kühle,
Grüße den Himmel mit Lust!
Werden sich bange Gefühle
Im Unermeßlichen regen?
Atme den Feind aus der Brust!

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Alas, so you would again", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Hélas, ainsi tu voudrais encore", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Ich möchte gern mich frei bewahren [sung text checked 1 time]

Ich möchte gern mich frei bewahren, 
Verbergen vor der ganzen Welt, 
Auf stillen Flüssen möcht' ich fahren, 
Bedeckt vom schatt'gen Wolkenzelt. 

Von Sommervögeln übergaukelt, 
Der ird'schen Schwere mich entziehn, 
Vom reinen Element geschaukelt, 
Die schuldbefleckten Menschen fliehn.

Nur selten an das Ufer streifen, 
Doch nie entsteigen meinem Kahn, 
Nach einer Rosenknospe greifen, 
und wieder ziehn die feuchte Bahn. 

Von ferne sehn, wie Heerden weiden, 
Wie Blumen wachsen immer neu, 
Wie Winzerinnen Trauben schneiden, 
Wie Schnitter mähn das duft'ge Heu. 

Und nichts genießen, als die Helle 
Des Lichts, das ewig lauter bleibt. 
Und einen Trunk der frischen Welle, 
Der nie das Blut geschwinder treibt. 

Authorship

Researcher for this text: Harry Joelson

6. Was soll dies kindische Verzagen [sung text checked 1 time]

Was soll dies kindische Verzagen, 
Dies eitle Wünschen ohne Halt? 
Da du der Welt nicht kannst entsagen, 
Erobre dir sie mit Gewalt. 

Und könntest du dich auch entfernen, 
Es triebe Sehnsucht dich zurück; 
Denn ach, die Menschen lieben lernen, 
Es ist das einz'ge wahre Glück! 

Unwiderruflich dorrt die Blüte, 
Unwiderruflich wächst das Kind, 
Abgründe liegen im Gemüte, 
Die tiefer als die Hölle sind. 

Du siehst sie, doch du fliehst vorüber, 
Im glücklichen, im ernsten Lauf, 
Dem frohen Tage folgt ein trüber, 
Doch alles wiegt zuletzt sich auf. 

Und wie der Mond, im leichten Schweben, 
Bald rein und bald in Wolken steht, 
So schwinde wechselnd Dir das Leben, 
Bis es in Wellen untergeht! 

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]