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Neue Lieder

Song Cycle by Leopold Rosenfeld (1849 - 1909)

1. Wunsch [sung text not yet checked]

Ich hab' dich geliebt, du ahntest es nicht.
Ich [wollte sprechen]1, ich durft' es nicht,
Ich harrte besserer Stunden.

Die besseren Stunden, ich fand sie nicht,
Ein anderer kam, [er]2 zögerte nicht.
Ich bin deinem Herzen entschwunden.

Wohl mag er dich lieben, ich weiss es nicht;
Ob treuer, als ich, ich glaub' es nicht.
O, hättest dein Glück du gefunden!

Authorship:

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1 Stöhr: "wollte dich sprechen"
2 Dresel: "und er"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Dulde, gedulde dich fein [sung text not yet checked]

  Dulde, gedulde dich fein!
  Über ein [Stündlein]1
  Ist dein Kammer voll Sonne.

Über den First, wo die Glocken hangen,
Ist schon lange der Schein gegangen,
Ging in Thürmers Fenster ein.
Wer am nächsten dem Sturm der Glocken,
Einsam wohnt er, oft erschrocken,
Doch am frühsten tröstet ihn Sonnenschein.

Wer in tiefen Gassen gebaut,
Hütt' an Hütt'lein [lehnt]2 sich traut, 
Glocken haben ihn nie erschüttert,
[Wetterstrahl ihn nie umzittert]3,
Aber spät sein Morgen graut. 

Höh' und Tiefe hat Lust und Leid.
Sag' ihm ab, dem thörigen Neid:
Andrer Gram birgt andre Wonne.

  Dulde, gedulde dich fein!
  Über ein [Stündlein]1
  Ist deine Kammer voll Sonne.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "In a mere hour", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gesammelte Werke von Paul Heyse. Erster Band. Gedichte, Berlin, Verlag von Wilhelm Hertz, 1872, page 1.

Note: in many older editions, the spelling of the capitalized word "über" becomes "Ueber", but this is often due to the printing process and not to rules of orthography, since the lower-case version is not "ueber", so we use "Über".

Note: modern German spelling would change "Thürmers" to "Türmers", "thörigen" to "törigen", etc.

1 Furtwängler, Pfitzner: "Stündelein"
2 Furtwängler, Pfitzner: "lehnet"
3 Pfitzner: "Über ihm ist es, wenn es gewittert"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Donderwinkel

3. Wenn eine Blume still verblüht [sung text not yet checked]

Wenn eine Blume still verblüht,
Die dich den Sommer lang gefreut,
Was siehst du sie so traurig an? -
Sie hat zu blühen nicht bereut.
Sie ließ ins Herz den Tag sich scheinen,
Und zwang die Nacht sie auch zu weinen,
Am Morgen war's in Duft verstreut.

Und ob das Haupt ihr sinkt und bleicht,
Und all ihr Glanz nun bald verweht;
Es ist ja Freude, die sie bricht,
Daß voll erblüht sie scheiden geht.
Als es die Nachtigall gesungen,
Da ist ihr schönstes Lied erklungen; -
O selig, selig, wer's versteht!

Authorship:

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Härte dich Herz [sung text not yet checked]

Die Eisen [glühen]1, 
Der Hämmer fällt,  
Die Funken sprühen  --  
So wird auf dem Ambos der Welt 
Das Herz geschlagen! 
Es hilft ihm nichts sein Zischen und Zagen, 
Nichts helfen ihm, die beständig 
Auflodern heiß und lebendig,  
Zornesgedanken, sprühend, 
Aber in Hast verglühend  --  
Es muß in Pein und Qual
Das Herz sich härten zu Stahl!  

Authorship:

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Confirmed with Hermann Kletke, Lied und Spruch, Berlin: E. H. Schroeder, 1857, page 9. Appears in Aus der Einsamkeit.

1 Rosenfeld: "glühn"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Melanie Trumbull

5. Abendlied [sung text not yet checked]

Es ist [so]1 still geworden,
Verrauscht des Abends Wehn,
Nun hört man aller Orten
Der [Engel]2 Füße gehn,
Rings in die [Thale]3 senket
Sich Finsterniß mit Macht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht!

Es ruht die Welt [im]4 Schweigen, 
Ihr Tosen ist vorbei,
Stumm ihrer Freude Reigen
Und stumm ihr Schmerzenschrei.
Hat Rosen sie geschenket,
Hat Dornen sie gebracht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht! 

Und hast du heut gefehlet, 
O [schaue nicht]5 zurück;
Empfinde dich beseelet 
Von freier Gnade Glück.
Auch des Verirrten denket 
Der Hirt auf hoher Wacht --
Wirf ab, Herz, was dich kranket 
Und was dir bange macht! 

Nun stehn im Himmelskreise
Die Stern' in Majestät;
In gleichem festem Gleise
Der goldne Wagen geht.
Und gleich den [Sternen]6 lenket
Er deinen Weg durch Nacht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket,
Und was dir bange macht!

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Avondlied", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening song", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du soir", copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed wtih Gedichte von Gottfried Kinkel, Erster Band, Siebente Auflage, Stuttgart, Verlag der J. F. Cotta'schen Buchhandlung, 1872, pages 191-192.

1 Blumner: "nun" (Musikalien-catalog von Heinrichshofen's Verlag in Magdeburg); further changes may exist not shown above
2 Taubert: "Eng'lein"
3 Ohlsen: "Thäler"; Schumann: "Tiefe"
4 Ohlsen: "in"
5 Taubert: "schau' nicht trüb"
6 Ohlsen: "Stürmen" (the score is almost certainly erroneous)

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

6. Curiose Geschichte [sung text not yet checked]

Ich bin [einmal etwas hinausspaziert]1,
Da ist mir ein närrisch Ding passiert:
Ich sah einen Jager am Waldeshang,
Ritt auf und nieder den See entlang;
Viel Hirsche sprangen am Wege dicht;
Was tat der Jäger? -- Er schoß sie nicht,
Er blies ein Lied in den Wald hinein --
Nun sagt mir, ihr Leut', was soll das sein?

Und als ich weiter bin fort spaziert,
Ist wieder ein närrisches Ding mir passiert:
In kleinem Kahn eine Fischerin
Fuhr stets am Waldeshange dahin;
Rings sprangen die Fischlein im Abendlicht;
Was tat das Mädchen? -- Sie fing sie nicht,
Sie sang ein Lied in den Wald hinein --
Nun sagt mir, ihr Leut', was soll das sein?

Und als ich wieder zurück spaziert,
Da ist mir das narrischste Ding passiert:
Ein leeres Pferd mir entgegen kam,
Im See ein leerer Nachen schwamm,
Und als ich ging an den Erlen vorbei,
Was hört' ich drinnen ? -- Da flüsterten Zwei,
Und 's war schon spät und Mondenschein --
Nun sagt mir, ihr Leut', was soll das sein?

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Lieder eines Malers mit Randzeichungen seiner Freunde, Neuherausgegeben von Adolf Bothe, München: Verlag Rösl u. Cie, 1919, pages 23-24.

1 Seiffert: "einmal hinausspaziert"(according to Hofmeister); Wallnöfer: "einmal Abends hinausspaziert"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]
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