Kantate zu Ehren von Josef Spendou

Cantata by Franz Peter Schubert (1797 - 1828)

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French (Français) translation: Cantate en l'honneur de Josef Spendou

1. Rezitativ und Arie mit Chor [sung text checked 1 time]

Subtitle: Witwe (Sopr), Basso, Chor der Waisen (SSA)

Da liegt er, starr, vom Tode hingestreckt,
Der froh und rastlos bei der Jugend
Das Samenkorn der Wissenschaft und Tugend
Durch langer Jahre Reih'n ins Leben auferweckt;
Am Sarge knieen nun die Seinen,
Verwaist, verarmt, und weinen;
Den letzten Hoffnungsstrahl seh'n sie mit ihm verglüh'n,
Und Wolken nur mit grausen Wettern,
Um sie auch zu zerschmettern,
Rings ihren Horizont umzieh'n.

Weh euch Kindern, weh euch Armen!
Wer wird euer sich erbarmen?
Euren Vater nahm der Tod,
Und ihr erbet nichts als Not.

Mutter trockne dein Gesicht.
Sieh uns an, und weine nicht.
Gott [erhält]1 die jungen Raben,
Wird er nur für uns nichts haben?

Authorship

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  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Récitatif et air avec chœur", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schubert (autograph) and first edition (1830): "ernährt"

Research team for this text: Malcolm Wren [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Rezitativ und Duett [sung text checked 1 time]

Subtitle: Witwe (Sopr), Waise (Sopr), Basso

Gottes Bild ist Fürst und Staat,
Rettung der Bedrängten beider Pflicht,
Doch [bald will, bald kann er]1 nicht;
Weiß die Vorsicht keinen Rat?
Einer tut es [oft]2 für Fürst und Staat,
Und erhebt die Pflicht zur Heldentat.
Witwen hört drum auf zu weinen,
Euern Retter seh' ich schon erscheinen!

Willkommen, du Tröster im Leide!
Willkommen, du Bote vom [Himmel gesandt]3, Spendou!
Du wandelst den Trübsinn in Freude,
Und lächelst Verzweifelnden Hoffnungen zu.

So schwindet der finstere, [neblichte]4 Flor,
Der düster die herbstlichen Hügel betaut,
Zerstreut von der Sonne [zum]5 Himmel empor,
Wenn die ihn [in ihrem Vermögen]6 beschaut.

Die Sonne [zerstreut]7 die Nebel der Flur,
Und heitert das Antlitz der düstern Natur.

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  • ENG English (Malcolm Wren) , "Recitative and duet", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Récitatif et duo", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schubert, first edition: "man will, und kann oft"
2 Schubert, first edition: "dann"
3 Schubert, first edition: "Himmel, Spendou"
4 Schubert (autograph): "düstere", but "neblichte" when repeated
5 Schubert, first edition: "gen"
6 Schubert (in the repetition): "glanzvoll"
7 Schubert, first edition: "zerstreuet"

Research team for this text: Malcolm Wren [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

3. Rezitativ und Chor [sung text checked 1 time]

Subtitle: Basso, Chor der Witwen (SSA)

Ein Punkt nur ist der Mensch in [diesem]1 Weltgebäude;
Doch oft auch eine Sonn' im eigenen System,
Ein reicher Mittelpunkt, aus dem
Sich Wärm' und Licht und Freude 
Beseligend auf das ergießt,
Womit er in Verbindung ist.

Spendou! so hall's in unserem Verein,
Spendou! so dank' ihm jeder Witwe Ruf,
Spendou! Spendou! [war]2 dieser Sonnenschein,
Als er das Institut der Witwen schuf.

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  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Récitatif et chœur", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schubert, first edition: "unsrem"
2 Schubert, first edition: "ward"

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4. Rezitativ und Quartett mit Chor [sung text checked 1 time]

Subtitle: Witwe (Sopr), Waise (Sopr), Ten, Basso, Coro (SATB)

Die Sonne sticht. Ein Garten lacht uns an,
Der vor der Glut uns schützen kann;
Ihn schuf ein edler Mann
Nach seinem eignen Plan,
Und läßt, wer will, sich drin erquicken.
Darf man [darin]1 gleich keine Früchte pflücken,
[Verdienet er]2 nicht unsern Dank?
Allein der Sommer währt nicht lang,
Und höher [ist der noch]3 zu schätzen,
An dessen Frucht, auch auf der Winterbank,
Sich die Armen noch letzen.

Vater unter [Seraphsreih'n]4
Blick' mit Huld auf den herab,
Der Entstehung und Gedeihen
Unsrem Institute gab!

Laß sein Bild den Folgezeiten
Schöner Taten Zunder sein,
Und ein Horn [von]5 Seligkeiten
Auf betrübte Witwen streun.

Sprich, Allmächtiger, dein Amen,
Laß des [Stifters Vaternamen]6
Jeder Witwe heilig sein,
Und ihr Beten am Altare
Lang auf seine Silberhaare
Jugendkraft und Frohsinn streun!

Authorship

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  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Récitatif et quatuor avec chœur", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schubert, first edition: "bei ihm"
2 Schubert, first edition: "Verdient der Mann"
3 Schubert, first edition: "noch ist der"
4 Hoheisel: "Seraphsreihen"
5 Schubert, first edition: "voll"
6 Schubert (autograph), in the repetition (by error?): "Vater(s) Stifternamen"

Research team for this text: Malcolm Wren [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]