Nachtlieder

Song Cycle by Siegfried Matthus (b. 1934)

Word count: 512

1. Und die Erde war wüste und leer[sung text checked 1 time]

Und die Erde war wüste und leer,
und es war finster auf der Tiefe.
Und Gott sprach: Es werde Licht.
Und es war Licht.
Da schied Gott das Licht von der Finsternis
und nannte das Licht Tag
und die Finsternis Nacht.

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2. O schwarze Nacht, wer hat ihn[sung text checked 1 time]

O schwarze Nacht, wer hat ihn,
deinen Schleier, aufgedeckt!
Du warst einst All;
da kam ein Funke Feuer
und hat den Weltschein aufgeweckt,
der jetzt noch ist.
In ewgem Wechselkreise
mit Tag und Nacht
rollt er hinweg mir,
bis ich meine Reise,
die kurze Reise,
bald vollbracht,
dann geb ich euch,
die ihr ihn gabet,
wieder, Nacht oder Licht!
dem Weltgeist meinen Geist,
und sinke nieder,
sei ich dann, oder sei ich nicht.

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3. Muß immer der Morgen wiederkommen?[sung text checked 1 time]

Muß immer der Morgen wiederkommen?
Endet nie des Irdischen Gewalt?
Unselige Geschäftigkeit verzehrt
den himmlischen Anflug der Nacht.
Wird nie der Liebe geheimes Opfer ewig brennen?
Zugemessen ward dem Lichte seine [Zeit]1;
aber zeitlos [und raumlos]2 ist der Nacht Herrschaft. -- 
Ewig ist die Dauer des Schlafs.
[Heiliger Schlaf -- beglücke zu selten nicht
der Nacht Geweihte in diesem irdischen Tagewerk.
Nur die Toren verkennen dich und wissen 
von keinem Schlafe, als dem Schatten,
den du in jener Dämmerung der wahrhaften Nacht
mitleidig auf uns wirfst. Sie fühlen dich nicht
in der goldenen Flut der Trauben --
in des Mandelbaums Wunderöl,
und dem braunen Safte des Mohnes.
Sie wissen nicht, daß du es bist
der des zarten Mädchens Busen umschwebt
und zum Himmel den Schooss macht --
[ahnden]2 nicht, daß aus alten Geschichten
du himmelöffnend entgegentrittst
und den Schlüssel trägst zu den Wohnungen 
der Seligen, unendlicher Geheimnisse schweigender Bote.]3

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1 Hindemith: "Zeit und dem Wachen"
2 Diepenbrock: "ahnen"
3 omitted by Hindemith.

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4. [No title] 

— Tacet —

5. Hier sind wir arme Narrn[sung text checked 1 time]

Hier sind wir arme Narrn
Auf Plätzen und auf Gassen,
Und tun die ganze Nacht
Mit unsrer Musik passen. 

Es [giebt]1 uns keine Ruhe
Die starke Liebesmacht,
Wir stehen mit dem Bogen
Erfroren auf der Wacht; 

Sobald der helle Tag
Sich nur beginnt zu neigen,
Gleich stimmen wir die Laut,
Die Harfen und die Geigen. 

Mit diesen laufen wir
Zu mancher Schönen Haus,
Und legen unsern Kram,
Papier und Noten aus. 

Der erste gibt den Tackt,
Der andre bläst die Flöten,
Der dritte schlägt die Pauk',
Der viert stöst die Trompeten. 

Ein andrer aber spielt
Theorb und Galischan
Mit gar besonderen Fleiß,
So gut er immer kann. 

Wir pflegen auch so lang
An einem Eck zu hocken,
Bis wir ein schön Gespenst
Hin an das Fenster locken; 

Da fängt man alsbald an
Vor der Geliebten Tür
Verliebte Arien
Mit Pausen und [Suspir.]2

Und sollten vor der Wacht
Wir endlich weichen müssen,
So macht man statt der Händ',
Die Läufe mit den Füßen. 

Und also treiben wirs
Oft durch die lange Nacht,
Daß selbst die ganze Welt
Ob unsrer Narrheit lacht. 

Ach schönste Phillis hör
Doch unser Musiziren,
Und laß uns eine Nacht
In deinem Schoss pausiren.

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1 Petersen: "lässt"
2 Petersen: "Suspir"

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6. Wenn's mitternächtigt und nicht Mond[sung text checked 1 time]

Wenn's mitternächtigt und nicht Mond
noch Stern das Himmelshaus bewohnt,
läuft zwölfmal durch das Himmelshaus
  die Mitternachtsmaus.

Sie pfeift aus ihrem kleinen Maul, -
im Traume brüllt der Höllengaul...
Doch ruhig läuft ihr Pensum aus
  die Mitternachtsmaus.

Ihr Herr, der große weiße Geist,
ist nämlich solche Nacht verreist.
Wohl ihm! Es hütet ihm sein Haus
  die Mitternachtsmaus.

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  • DUT Dutch (Nederlands) (Nicolaas (Koos) Jaspers) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Gary Bachlund) , "The midnight mouse", rhymed paraphrase, copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La souris de minuit", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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7. Der Tod [sung text not yet checked]

Note: this is a multi-text setting


Der Tod, das ist die kühle Nacht,
Das Leben ist der schwüle Tag.
Es dunkelt schon, mich schläfert,
Der Tag hat mich müd gemacht.

Über mein Bett erhebt sich ein Baum,
Drin singt die junge Nachtigall;
Sie singt von lauter Liebe -
Ich hör es sogar im Traum.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Death is the cool night", copyright © 2019
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English [singable] (Daniel Platt) , "O Death, that is the cooling night", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Milla Valkeasuo) , "Kuolema on kylmä yö", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) (Ελενη Θεοδωριδου) , "Ο θάνατος είναι η κρύα νύχτα", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • HEB Hebrew (עברית) (Max Mader) , "המוות דומה ללילה הקריר", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "La morte è una notte fresca", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Sergio Sarano) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , "La muerte es la fría noche", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

[ ... ]

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Eine Finsternis bedeckte das Land.
Und die Sonne ward schwarz,
und der Mond ward wie Blut,
und die Sterne des Himmels fielen
auf die Erde und alle Berge und Inseln wurden bewegt.
Und es ward ein Hagel und Feuer mit Blut gemenget
und fiel auf die Erde und alle Bäume verbrannten
und alles grüne Gras verbrannte.
Kein Wind blies mehr über die Erde,
noch über dem Meer.

Wehe, wehe denen, die auf Erden wohnen.

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Ist das der Morgen? -
oder dringt Feuerschein
durch das Fenster
in meine Kammer hinein?

Es leuchten die Balken rot und grell.
Die Nacht ist hell!

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