Seven Songs from the Norwegian

Song Cycle by Frederick Delius (1862 - 1934)

Word count: 808

1. Abendstimmung [sung text checked 1 time]

Es saß die Prinzessin im Frauengemach.
Der Knabe im Tale, er blies die Schalmei.
Schweig stille, o Kleiner, du fesselst mir, ach!
all meine Gedanken, die schweiften so frei,
wenn die Sonne sank, wenn die Sonne sank.

Es saß die Prinzessin im Frauengemach.
Es schweiget der Knabe, es schweigt die Schalmei.
Blas' weiter, o Kleiner, erfülle mir, ach!
all meine Gedanken, einst schweiften sie frei,
wenn die Sonne sank, wenn die Sonne sank.

Es saß die Prinzessin im Frauengemach;
aufs neue im Tale ertönt die Schalmei.
Da weint sie hinaus in den sinkenden Tag:
Wie weh mir im Herzen, steh, Herrgot, mir bei!
Und die Sonne sank, und die Sonne sank.

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1. Twilight Fancies [sung text checked 1 time]

The Princess look'd forth from her maiden bow'r.
The horn of a herd-boy rang up from below.
"Oh, cease from thy playing, and haunt me no more,
Nor fetter my fancy that freely would soar,
When the sun goes down."

The Princess look'd forth from her maiden bow'r.
But mute was the horn that had call'd from below.
"Oh, why art thou silent? Beguile me once more.
Give wings to my fancy that freely would soar,
When the sun goes down."

The Princess look'd forth from her maiden bow'r.
The call of the horn rose again from below.
She wept in the twilight and bitterly sighed:
"What is it I long for? God help me!" she cried.
And the sun went down.

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2. Klein Venevil [sung text checked 1 time]

Klein Venevil hüpfte mit leichtem Sinn,
zum Geliebten dahin, zum Geliebten dahin.
Sie sang, daß es klang übers Kirchendach:
Guten Tag, guten Tag, guten Tag.
Und alle kleinen Vöglein,
die sangen's fröhlich nach:
Zu Sancte Hans gibt's Jubel und Tanz.
Ach hüte, klein Venevil, ach hüte deinen Kranz.

Sie flocht ihm den Kranz aus Blümlein blau,
meiner Augen Blau, Geliebter, schau.
Er nahm ihn, er warf ihn fort geschwind:
Leb wohl, leb wohl, leb wohl, mein Kind.
Er lacht und sprang von dannen;
und leise klingt's im Wind:
Zu Sancte Hans, gibt's Jubel und Tanz.
Ach hüte, klein Venevil, ach hüte deinen Kranz.

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3. Verborg'ne Liebe [sung text checked 1 time]

Er schlich sich die Wände entlang.
Sie lustig im Tanze sich schwang.
Ihr Auge so hell lacht manchem Gesell;
ihm wollte das Herz schier erstarren,
doch das hat niemand erfahren.
Er kam, um zu scheiden, in's Haus,
sie trieb's in den Garten hinaus.
Sie weint', und sie weint',
zu sterben sie meint;
sie hatt' ihn geliebet seit Jahren.
Doch das hat niemand erfahren.
Ihm wurden die Jahre zur Qual.
Heim kehrte er endlich einmal.
Sie hatte es gut; in Frieden sie ruht;
ihr Herz tät' sie treu ihm bewahren.
Doch das hat niemand erfahren.

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4. Spielmann [sung text checked 1 time]

Zu ihr stand all mein Sehnen,
in der lichten Sommernacht;
Doch der Weg ging vorüber am Flusse,
wo heimlich der Wassermann lacht.

[ Hei! verstünd' ich wie der zu spielen,
zu umgaukeln der Schönen Sinn,
Sie lauschte wohl meinem Liede,
sie folgte mir überall hin.]1

Ich rief ihn herauf aus der Tiefe,
er spielte, noch heut' mir graut;
Als ich ein Meister geworden,
war sie meines Bruders Braut.

Zu großen Kirchen und Sälen
trug mich mein Lied wohl hin,
Des Wassermanns heimliches Singen 
geht mir nicht mehr aus dem Sinn.

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1 Berg:
Ja, verstehst du mit Grau'n und Singen
zu umgaukeln der Schönen Sinn, 
so lockst du zu großen Kirchen
und prächtigen Säulen sie hin.

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5. Ein Vogelweise [sung text checked 1 time]

Wir gingen an einem Maientag
  in schattiger Allee
Geheimnisvoll und dunkel,
  verschwiegen wie ein See.
Der Westwind wehte leise
  und alles war so gut.
Auf einem Ast ein Vöglein
  sang für die junge Brut,

Ich malte Dichterbilder,
  wie Regenbogen bunt;
Zwei braune Augen lachten,
  sie bot mir ihren Mund.
Doch über unsern Köpfen
  klangs wie Kichern ungefähr.
Wir schieden von einander
  und sah'n uns niemals mehr.

Wenn ich nun einsam wandte
  in schattiger Allee,
so tut die muntre Vogelschar
  dem Herzen doppelt weh,
Frau Amsel hat gemerkt sich,
  was wir uns gesagt zuletzt,
und eine Weise gedichtet
  und in Musik gesetzt,

Nun singen all die Vöglein hell
  aus ihrer luft' gen Höh
Von unserm Maiengange
  in schattiger Allee.

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6. Wiegenlied [sung text checked 1 time]

Nun hebt sich Dach und Decke 
zum Sternenhimmel auf;
Nun schwebt der kleine Haakon 
auf Flügeln des Traums hinauf.

Es reichet eine Leiter 
bis in den Himmel hinein;
Die wandert der kleine Haakon 
mit den lieben Engelein.

Die Engelein behüten 
mein Kind die ganze Nacht;
Gott segne dich, klein Haakon, 
auch deine Mutter wacht.

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7. Heimkehr [sung text checked 1 time]

Nun seh' ich meine Berg' und Täler wieder,
Die einst ich sah in ferner Kinderzeit,
Auf meine Stirn sinkt kühl der Abend nieder,
Und golden glänzt der Schnee auf Bergen weit.

Ich höre singen längst vergeßne Lieder
Und steh' gedankenvoll doch fröhlich da,
Mir wacht Erinn'rung auf aus Jugendtagen
Es übermannt mich, daß ich's kaum kann sagen.

Und neue Kraft durchdringet meine Glieder,
Ich seh' des Bergstroms schäumend wilden Fall,
Ich hör' der Vöglein süß Gezwitscher wieder,
Den Aar verfolgt mein Blick im weiten All.

Ein weicher Windhauch kühlt die müden Lider,
Es ruht des Tages Lärm und dumpfer Schall.
Gern will ich rasten hier wo alles schweiget,
Wenn einst die Sonne mir den Heimweg zeiget.

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