Ernst und heiter wie das Leben. Sechs Gesänge für vier Männerstimmen

Song Cycle by Franz Otto (1809 - 1842)

Word count: 518

1. Frühlingsruhe [sung text not yet checked]

[O legt mich nicht ins dunkle Grab]1,
Nicht unter die grüne [Erd']2 hinab!
Soll ich begraben sein,
[Lieg' ich]3 in's tiefe Gras hinein.
 
In Gras und Blumen [lieg']4 ich [gern]5,
Wenn eine Flöte tönt von fern
Und wenn hoch obenhin
Die hellen Frühlingswolken ziehn.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Paix du printemps", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Ludwig Uhland, Stuttgart und Tübingen: in der J.G. Cotta'schen Buchhandlung, 1815, page 55

1 According to Challier's Grosser Duetten-Katalog, one of the settings by Holländer or Schorch begins "O legt mich nicht ins kühle Grab"
2 Lang: "Erde"
3 Lang: "legt mich"
4 Medtner: "liegt' "
5 Lang: "so gern"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Küssen und Weinen [sung text not yet checked]

Man kann nicht immer fröhlich sein;
Muß manch' mal düster sehen -
Ach, wären alle Wasser Wein,
Wär's um mein Leid geschehen.
Doch müßten deine Lippen
Zuerst vom Weine nippen,
Du holdes Mägdelein!

Mein Hüttlein steht im Tannengrün,
So recht um Wild zu jagen!
Ach, hätt' ich Burgen stolz und kühn,
Ich käm' um Liebe fragen;
Doch kann auf Königsthronen
Nicht treuere Liebe wohnen
Als zwischen Tannengrün!

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Das Lied vom Scheiden [sung text not yet checked]

Eine Sängerin und Ännchen

Die Sängerin.
Es zog ein Jägersmann aus in das Feld,
  Ade!
Zu werden ein tapferer Kriegesheld,
  Ade!
Sein Liebchen stand an dem grünen Zaun,
Dem herrlichen Jäger dort nachzuschau'n.
Es winkte noch ein Mal: Ade!
Ach, Scheiden, das Scheiden thut weh!

Ännchen.
Ja, Scheiden, das Scheiden thut weh!

Sängerin.
Fort ist er! die liebenden Augen erschau'n
  Nichts mehr!
Da weinet das Liebchen am grünen Zaun
  So sehr!
Er schwand da hinter des Stromes Flut,
Dem Mägdlein starrte vor Jammer das Blut!
Ach, Scheiden, das Scheiden thut weh!
Nur Wiedersehn heilet das Weh!

Ännchen.
Ja, Wiedersehn heilet das Weh!

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Der Tannenbaum [sung text not yet checked]

Der erste.
O Tannenbaum, du edles Reis,
Bist Sommer und Winter grün:
So ist auch meine Liebe,
Die grünet immerhin.

O Tannenbaum, doch kannst du nie
In Farben freudig blühn:
So ist auch meine Liebe,
Ach, ewig dunkelgrün.

Der zweite.
O Birke, die so heiter
Aus dunkeln Tannen glänzt
Und sich vor andrem Holze
Mit zarten Blättern kränzt,

Mein jugendliches Hoffen,
O Birke, gleicht es dir?
Du grünst so früh, so helle
Und neigst doch deine Zier. 

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Die Liebesboten [sung text not yet checked]

Wo ziehet ihr hin, ihr Wolken blau? 
"Weit, weit, hinein in's Land!"  
So grüßt mir die beste, die schönste Frau, 
Und sagt: ich hätt euch gesandt; 
Und schaut sie euch an mit Lächeln mild, 
So webt ihr geschwind des Liebsten Bild. 

Ihr Vöglein klein, wohin so früh? 
"Weit, weit, in die Welt hinaus!"  
So geht euch, ihr Lieben, die kleine Müh' , 
Und sucht mir der Liebsten Haus; 
Und schaut ihr sie selbst, so singt und sagt: 
Wie tief im Herzen mir Sehnsucht nagt. 

Und ihr auch, Wellen des Stroms, wohin? 
"Weit, weit, in ein freundliches Thal!" 
Und spielt ihr zu Füßen der Liebsten d'rin, 
So grüßt mir sie tausendmal; 
Und wenn sie sich liebend dann zu euch neigt, 
So küsset sie eilend von mir, doch schweigt.  

Ihr Glücklichen, ach!  so send' ich euch fort, 
Ich aber muß hier stehn; 
Euch schenkt sie wohl ein freundlich Wort, 
Ihr dürft ihr Antlitz sehn; 
Doch ich -- vorüber, ihr Boten, geschwind!  
Und grüßt mir von Herzen das liebe Kind. 

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Confirmed with Morgenblatt für gebildete Stände, nro. 143. Tübingen: Cotta, freitag 15 Juni 1810.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

6. An Julie [sung text not yet checked]

Wär' ich ein Stern -- ich wollt' ihr leuchten, 
  Wär' ich eine Rose -- ich wollt' ihr blüh'n,
Wär' ich ein Ton -- ich dräng' ihr in's Herz, 
  Wär' ich die Liebe -- ich bliebe darin! 
Ja, wär' ich nur der Traum -- ich wollt' in ihren Schlummer zieh'n,
Und der Stern und die Ros' und die Liebe und Alles sein, 
Und gern verschwinden, wenn sie erwachte.

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