Neun Lieder mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt und Sr. Durchlaucht dem Fürsten Radziwill ganz ergebenst zugeeignet von C. F. Rungenhagen. Zweites Heft

Song Cycle by Karl Friedrich Rungenhagen (1778 - 1851)

Word count: 989

1. Worte der Sehnsucht [sung text not yet checked]

So [ferne]1 dir, du Holde,
Durchglüht mich stiller Schmerz;
Hält sehnliches Verlangen 
Den Busen mir gefangen, 
In Wehmuth stirbt das Herz.  

Doch fern auch noch umschwebet 
Mich stets dein freundlich Bild; 
Möcht' ich dir einsam klagen, 
Möcht' ich den Schmerz dir sagen, 
Der meine Brust erfüllt!   
 
Hin ist das süße Leben, 
Der holde Traum verglüht; 
Der Freude Silberwelle 
Zerrann mit Windesschnelle, 
Und  --  keine Hoffnung blüht!  

Nur in des Liedes Tönen 
Verstummt der wilde Schmerz; 
Da schmilzt das starre Sehnen, 
Da hebt ein süßes Wähnen
Mir auf das stumme Herz. 

Da schwebt ein mildes Hoffen 
Mir leis' um meine Brust, 
Und in Erinnerungen 
Der Tage, die verklungen, 
Versink' ich unbewußt!  

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Confirmed with Gedichte von Christian Schreiber, erster Band, Berlin: Heinrich Frölich, 1805, pages 285 - 286.

1 Methfessel: "fern von"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Melanie Trumbull

2. Sprache der Melodie [sung text not yet checked]

Stumm ist das Leben
 . . . . . . . . . .

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3. Wein und Liebe [sung text not yet checked]

Chor der Tänzer.
Leicht auf der Töne melodischen Weisen,
  Schwebt der geflügelte Reigen dahin.
In der Vereinigung frölichen Kreisen
  Waltet der Liebe harmonischer Sinn.

Chor der Zecher.
Wir sitzen beim lustigen Becherklang,
Wir feiern den heiligen Rundgesang --
  Und laut in dem schimmernden Saal
  Ertöne der goldne Pokal.

Chor der Tänzer.
Laßt uns der holden Begegnung erfreuen,
  Webte nicht Amor den luftigen Kranz? 
Ihn zu dem Bunde des Schönen zu weihen,
  Schuf nicht die Charis den lieblichen Tanz?

Chor der Zecher.
Doch Götter auch zeugten den Traubensaft, 
Und würzten die Anmuth mit Himmelskraft;
  Drum laßt uns beim funkelnden Wein
  Uns göttlicher Gaben erfreun!

Chor der Tänzer.
Liebend, wie Welle zu Welle sich schmieget,
  Bindet und schließt sich die magische Bahn; 
Leise, wie Zephyr auf Blüthen sich wieget,
  Schwebt die gefallige Freude voran.

Chor der Zecher.
Die Freude kränzet uns den Labewein,
Umstrahlt uns die Lippen mit Aetherschein,
  Mit himmlischem Zauber erfüllt
  Die Herzen ihr seeliges Bild.

Chor der Tänzer.
Wie sich die wechselnden Reihen verweben,
  Fliehend umfaßt sich die schwebende Hand; 
Also verknüpft sich zum Einklang das Leben,
  Schön ist der Menschen geheiligtes Band.

Chor der Zecher.
Wir ehren die Eintracht beim Becherklang,
Sie rühme der [heilige]1 Rundgesang;
  Und laut in dem schimmernden Saal 
  Ertöne der goldne Pokal.

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1 Nägeli: "jubelnde"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull

4. Frühzeitiger Frühling  [sung text not yet checked]

Tage der Wonne,
Kommt ihr so bald?
Schenkt mir die Sonne
Hügel und Wald?
 
Reichlicher fließen
Bächlein zumal,
Sind es die Wiesen?
Ist es das Thal?
 
Blauliche Frische!
Himmel und Höh!
Goldene Fische
Wimmeln im See.
 
Buntes Gefieder
Rauschet im Hain;
Himmlische Lieder
Schallen darein.
 
Unter des Grünen
Blühender Kraft,
Naschen die Bienen
Summend am Saft.
 
Leise Bewegung
Bebt in der Luft,
Reizende Regung
Schläfernder Duft.
 
Mächtiger rühret
Bald sich ein Hauch,
Doch er verlieret
Gleich sich im Strauch.
 
Aber zum Busen
Kehrt er zurück,
Helfet, ihr Musen,
Tragen das Glück!
 
Saget seit gestern
Wie mir geschah?
Liebliche Schwestern,
Liebchen ist da!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Vroege lente", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Early spring", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Printemps précoce", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRL Friulian (Ermes Culos) , "Buntìmp di primavera", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , "Πρώιμη άνοιξη", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with: Goethe’s sämmtliche Werke, Erster Band, Paris: Tétot Frères, 1836, page 14.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Weinlied [sung text not yet checked]

Auf grünen Bergen wird geboren,
Der Gott, der uns den Himmel bringt.
Die Sonne hat ihn sich erkohren,
Daß sie mit Flammen ihn durchdringt.

Er wird im Lenz mit Lust empfangen,
Der zarte Schoß quillt still empor,
Und wenn des Herbstes Früchte prangen
Springt auch das goldne Kind hervor.

Sie legen ihn in enge Wiegen
In's unterirdische Geschoß.
Er träumt von Festen und von Siegen
Und baut sich manches luft'ge Schloß.

Es nahe keiner seiner Kammer,
Wenn er sich ungeduldig drängt,
Und jedes Band und jede Klammer
Mit jugendlichen Kräften sprengt.

Denn unsichtbare Wächter stellen
So lang er träumt sich um ihn her;
Und wer betritt die heil'gen Schwellen,
Den trift ihr luftumwundner Speer.
So wie die Schwingen sich entfalten,
Läßt er die lichten Augen sehn,
Läßt ruhig seine Priester schalten
Und kommt heraus wenn sie ihm flehn.

Aus seiner Wiege dunklem Schooße,
Erscheint er in Krystallgewand;
Verschwiegener Eintracht volle Rose
Trägt er bedeutend in der Hand.

Und überall um ihn versammeln
Sich seine Jünger hocherfreut;
Und tausend frohe Zungen stammeln,
Ihm ihre Lieb' und Dankbarkeit.

Er sprützt in ungezählten Strahlen
Sein innres Leben in die Welt,
Die Liebe nippt aus seinen Schalen
Und bleibt ihm ewig zugesellt.

Er nahm als Geist der goldnen Zeiten
Von jeher sich des Dichters an,
Der immer seine Lieblichkeiten
In trunknen Liedern aufgethan.

Er gab ihm, seine Treu zu ehren,
Ein Recht auf jeden hübschen Mund,
Und daß es keine darf ihm wehren,
Macht Gott durch ihn es allen kund.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Traum am Bache [sung text not yet checked]

Auf blühender Haiden, am einsamen Bach,
Da sann ich dem Spiele der Wellen oft nach;
Es murmelt die Quelle, es rauschet der Wind,
Wie Wind und wie Wasser das Leben verrinnt.

   Doch nimmer erschöpft sich, und ewig quillt
Die Fülle der Wogen, der Menschlichkeit Bild,
Und ewig aus heiliger Urne fleußt
Die Kraft der Naturen, der würkende Geist.

   Er bildet das Leben mit reger Gewalt,
Und wandelt die Formen zu hoher Gestalt;
Er gattet die Blüthen zu himmlischem Bund,
Und spricht aus der Töne melodischem Mund.

   Wohl sann ich am flutenden rauschenden Bach
Oft träumend dem Spiele der Wellen nach;
Ein Spiel ist das Leben, ein Tropfen die Zeit,
Die Stunde das Bild der Vergangenheit!

   Und pflückte manch Blümchen, und warf es hinein,
Und mischte die Thräne der Sehnsucht darein;
Das Blümchen floß leise die Fluten hinab,
Die Thräne versank in dem wogigen Grab!

   So schwinden die Freuden des Lebens dahin,
Doch dauert im Wechsel der menschliche Sinn;
Und weit hinaus über die Fluten der Zeit
Ragt menschliche Kraft und Beständigkeit.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Dream by the brook", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Gedichte von Christian Schreiber, Erster Band, Berlin: bei Heinrich Frölich, 1805, pages 16-17.

Note: The first line is not indented as the first lines of the other stanzas are.

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

7. An Bodes Grabe [sung text checked 1 time]

Mit der Blume gefallen,
Auf der verödeten Flur,
Mit des Haines Verhallen
Ist der Sänger gefallen,
Trauernd steht die Natur. 

Kehrst du Nachtigall wieder,
Klage den fernenden Freund, 
Echo halle die Lieder 
Dem Entschlafenen wieder,
Den die Liebe beweint. 

Blüht, ihr Blumen, im Lenze,
Pranget für ihn dann im Duft,
Dass ich das Grab ihm kränze,
Der gefallen im Lenze,  
Den mein Lied nicht erruft. 

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Researcher for this text: Melanie Trumbull

8. Sehnsucht [sung text not yet checked]

Schon nimmt [in vertrauliches]1 Düster
  Dein freundliches Hüttchen mich ein!
Mich grüßet der Weste Geflüster,
  [Umathmet der duftende]2 Hain!
Gelagert auf schwellendem Moose
Umfängt mich die Myrthe, die Rose --
  Und leise, wie Saiten der Laute 
Wiegt [schmeichelnder]3 Lüfte Gekose
  In [seelige]4 Träume mich ein.

Was hält dich die Ferne befangen?
  Was zögert dein irrender Fuß?
Ich stammle voll süßem Verlangen
  Mit schmachtenden Lippen den Gruß!
Ich spähe mit sehnenden Blicken,
Ans stürmende Herz dich zu drücken --
  O weile nicht länger, Naide!
Verscheuche des Wahnes Entzücken,
  Verscheuch' ihn durch Göttergenuß!

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Confirmed with Gedichte von Christian Schreiber, Berlin, bei Heinrich Frölich, 1805, page 236.

1 Sterkel: "ins vertrauliche"
2 Sterkel: "Umduftet der blühende"
3 Sterkel: "sanfter"
4 Sterkel: "himmlische"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Joachim Fischer

9. Spruch [sung text not yet checked]

Wer still in sich
 . . . . . . . . . .

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