[Neun] Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Carl Schön (1855 - 1925)

Word count: 605

1. Unter dem Hollunderbaum [sung text not yet checked]

Unter dem Holunderbaum
Träumt ich einen schönen Traum!  
Mit ihr faß ich traulich Hand in Hand,
Aug und Seel einander zugewandt  -- 
Was sie sagte?  Ach, ich weiß nicht mehr!
Was ich klagte?  Ach, sie nahm's nicht schwer  -- 
Unter dem Holunderbaum. 

Und ein kleines Vöglein sang
Hoch in dem Holunderbaum. 
Lebt ich tausend, tausend Jahre lang,
Nicht vergäß es, wie das Vöglein sang,
Hoch in dem Holunderbaum. 

Ruthen stellt ich ihm und Fallenring
Wohl in dem Holunderbaum; 
Bis ichs holde Liedervöglein fing,
Und es in dem goldenen Bauer hing
Unter dem Holunderbaum. 

Unter dem Holunderbaum 
Träumt ich einen schönen Traum! 
Lieb ist hin und Winter ist so kalt,
Und das Leben ist geworden alt, 
Todt ist längst das holde Vögelein,
Und ich scharrts mit meiner Liebe ein
Unter dem Holunderbaum.

Authorship

Confirmed with Gedichte von Wilhelm Hamm, Leipzig: Philipp Reclam jun., 1873, pages 54 - 55.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

2. Der Ungenannten [sung text not yet checked]

Auf eines Berges Gipfel
Da möcht' ich mit dir stehn,
Auf Täler, Waldeswipfel
Mit dir herniedersehn;
Da möcht' ich rings dir zeigen
Die Welt im Frühlingsschein,
Und sprechen: wär's mein Eigen,
So wär' es mein und dein.
 
In meiner Seelen Tiefen,
O sähst du da hinab,
Wo alle Lieder schliefen,
Die je ein Gott mir gab!
Da würdest du erkennen:
Wenn [Echtes]1 ich erstrebt,
Und mag's auch dich nicht nennen,
Doch ist's von dir belebt.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright © 2018
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "À l'anonyme", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Uhlands Werke, Erster Teil, Gedichte, herausgegeben von Adalbert Silbermann, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., [no year], pages 41-42.

1 Lang: "Ächtes"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Italienisches Lied [sung text not yet checked]

O, wie kann ein feurig Auge
Wundersam beglücken,
Tief hinein in Herz und Seele
Wundersam erfreun!

Ach, warum vermag ich nimmer
Würdig auszudrücken,
Welche Wonnen, denk' ich ihrer,
Sich in meiner Brust erneun!

Auf dem schimmernden Balkone
Stand die Schwarzgelockte,
Stand die Hohe, Schöne, Schlanke,
Zauberreiz-umblüht:

Und aus ihren Sternenaugen,
Drin der Himmel wogte,
Kam es wie der Blitz geschossen,
Der in Sommernächten sprüht!

Ach, ich weiß nicht, was sie meinte
Mit dem Flammenblicke!
War es mehr als flücht'ge Laune,
Daß sie hold mir zugelacht?

Eins nur weiß ich, dies nur weiß ich,
Daß ich schwamm im Glücke,
Daß ich eine lange Mondnacht
Einzig nur an sie gedacht!

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Es muss was Wunderbares sein [sung text not yet checked]

Es muß [was]1 Wunderbares sein
Ums Lieben zweier Seelen,
Sich schließen ganz einander ein,
Sich nie ein Wort verhehlen,
Und Freud und Leid und Glück und Not
So mit einander tragen;
Vom ersten Kuß bis [in]2 den Tod
Sich nur von Liebe sagen.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "It must be a wonderful thing", copyright ©
  • ENG English [singable] (Charles Fonteyn Manney) , "A wondrous rapture must it be", first published 1911
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ce doit être une chose merveilleuse", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Anonymous/Unidentified Artist)

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1 Liszt: "ein"
2 Backer-Grøndahl: "an"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Ich will dich auf den Händen tragen [sung text not yet checked]

Ich will Dich auf den Händen tragen
und dir ein treuer Engel sein,
will legen meine junge Seele
ganz in Dein liebes Herz hinein.

Ich will für mich ja nichts erflehen,
für Dich nur Alles ganz allein;
ach wenn so ganz ich in dir lebe
schließt ja auch mich der Seegen ein! 

Authorship

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Researcher for this text: Harry Joelson

6. Du armer Wald! Wer hätt' es je geglaubt [sung text not yet checked]

Du armer Wald! Wer [hat]1 geglaubt,
Daß wir noch so zusammen kommen?
Der Herbst bat uns zumal entlaubt,
Und alle Freud' uns abgenommen.

Doch du darfst nicht so traurig sein,
Darfst wieder auf den Frühling warten!
Der meine blüht vielleicht allein,
O Gott! in deinem Himmelsgarten.

Authorship

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1 Schön: "hätt' es je"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Nur das thut mir so bitter weh [sung text not yet checked]

Nur das tut mir so bitterweh',
Daß Niemand mir von ihm erzählt,
Ob ich ihn je nur wiederseh',
Und ob er glücklich hab' gewählt.

Ich möcht' nur einmal noch ihn sehn,
Und zög' er auch an mir vorbei,
Wollt' ungesehn am Fenster stehn,
Nur schauen, ob er glücklich sei!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Gwendolen Gore) , "A wish"

Researcher for this text: Alberto Pedrotti

8. Ich höre leis den Baum mich fragen [sung text not yet checked]

Ich höre leis den Baum mich fragen:
"Was ist dein Herz so gramverstimmt?
Ich will ja auch darum nicht klagen,
Daß mir der Herbst die Blätter nimmt!"

"Denn wie mir Gott zur rechten Stunde
Die Blätter nimmt und wieder leiht,
So schlägt und heilt des Herzens Wunde
Auch dir dein Gott zur rechten Zeit."

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

9. So komm', mein einsam Waldeshaus [sung text not yet checked]

So komm', mein einsam Waldeshaus,
Will wieder ganz dein eigen sein!
Es söhnte Gott mich mit dir aus,
Er bleibt bei mir, bin nicht allein.

Will wieder an die Arbeit gehn,
Mit freud'gem Sinn und frommem Muth.
Dort droben giebt's ein Wiedersehn,
Und hier steh' ich in Gottes Hut.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]