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Compositionen zu Göthe's Faust

Word count: 2114

Song Cycle by Antoni Henryk Radziwill, Fürst (1775 - 1833)

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1. Melodrama [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ITA

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  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission


Geist
 In Lebensfluthen, im Thatensturm
 Wall' ich auf und ab,
 Webe hin und her!
 Geburt und Grab,
 Ein [ewiges]1 Meer,
 Ein wechselnd Weben,
 Ein glühend Leben,
 So schaff' ich am sausenden Webstuhl der Zeit,
 Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.

[Faust
 Der du die weite Welt unschweifst,
 Geschäftiger Geist, wie nah fühl' ich mich dir!]2

[Geist
 Du gleichst dem Geist, den du begreifst,
 Nicht mir!]3


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1 Radziwill: "ew'ges"
2 omitted by Radziwill, Röngtgen
3 omitted by Röntgen

Submitted by Ferdinando Albeggiani

2. Glockenklang und Chorgesang [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): DUT ENG FRE FRE ITA ITA

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Christus verrezen (Koor der engelen uit 'Faust')", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Christ has risen!", copyright © 2004
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le Christ s'est levé !", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Cristo è risorto!", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Coro di pasqua", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


CHOR DER ENGEL:
 Christ ist erstanden!
 Freude dem Sterblichen,
 Den die verderblichen,
 Schleichenden, erblichen
 Mängel unwanden.

FAUST:
 [Welch tiefes Summen, welch ein heller Ton,
 Zieht mit Gewalt das Glas von meinem Munde?
 Verkündigt ihr dumpfen Glocken schon
 Des Osterfestes erste Feyerstunde?
 Ihr Chöre singt ihr schon den tröstlichen Gesang
 Der einst, um Grabes Nacht, von Engelslippen klang,
 Gewißheit einem neuen Bunde?]1

CHOR DER WEIBER:
 Mit Spezereyen
 Hatten wir ihn gepflegt,
 Wir seine Treuen
 Hatten ihn hingelegt;
 Tücher und Binden
 Reinlich unwanden wir,
 Ach! und wir finden
 Christ nicht mehr hier.

CHOR DER ENGEL:
 [Christ ist erstanden!
 Selig der Liebende,
 Der die Betrübende,
 Heilsam' und übende
 Prüfung bestanden.]2

FAUST:
 [Was sucht ihr, mächtig und gelind,
 Ihr Himmelstöne, mich am Staube?
 Klingt dort umher, wo weiche Menschen sind.
 Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube;
 Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.
 Zu jenen Sphären wag' ich nicht zu streben,
 Woher die holde Nachricht tönt;
 Und doch, an diesen Klang von Jugend auf gewöhnt,
 Ruft er auch jetzt zurück mich in das Leben.
 Sonst stürzte sich der Himmels-Liebe Kuß
 Auf mich herab in ernster Sabathstille;
 Da klang so ahnungsvoll des Glockentones Fülle,
 Und ein Gebet war brünstiger Genuß;
 Ein unbegreiflich holdes Sehnen
 Trieb mich durch Wald und Wiesen hinzugehn,
 Und unter tausend heißen Thränen
 Fühlt' ich mir eine Welt entstehn.
 Dies Lied verkündete der Jugend muntre Spiele,
 Der Frühlingsfeyer freies Glück;
 Erinnrung hält mich nun, mit kindlichem Gefühle,
 Vom letzten, ernsten Schritt zurück.
 O tönet fort ihr süßen Himmelslieder!
 Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder!]1

CHOR DER JÜNGER:
 Hat der Begrabene
 Schon sich nach oben,
 Lebend Erhabene,
 Herrlich erhoben;
 Ist er in Werdelust
 Schaffender Freude nah;
 Ach! an der Erde Brust,
 Sind wir zum Leide da.
 Ließ er die Seinen
 Schmachtend uns hier zurück;
 Ach! wir beweinen
 Meister dein Glück!

CHOR DER ENGEL:
 Christ ist erstanden,
 Aus der Verwesung Schoos.
 Reißet von Banden
 [Freudig euch]3 los!
 Thätig ihn preisenden,
 Liebe beweisenden,
 Brüderlich speisenden,
 Predigend reisenden,
 Wonne verheißenden
 Euch ist der Meister nah',
 Euch ist er da!


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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Zwölfter Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1828, pages 44-47; and with Faust. Eine Tragödie von Goethe, Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung, 1808, pages 53-56.

1 omitted by Kreutzer, Radziwill, and Röntgen.
2 Kreutzer repeats the first "Christ ist erstanden" instead of this stanza.
3 Röntgen: "Euch freudig"

Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Peter Rastl [Guest Editor]

3. Bettler Lied [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE ITA

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Ihr guten Herrn, ihr schönen Frauen,
So wohlgetputzt und backenrot,
Belieb' es euch mich anzuschauen
Und seht und [mildert]1 meine Not!
Laßt hier mich nicht vergebens leiern!
Nur der ist froh, der geben mag.
Ein Tag, den alle Menschen feiern,
Er sei für mich ein Erntetag.


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1 Kreutzer: "lindert"

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

4. Chor der Soldaten [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE ITA

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Soldaten
 Burgen mit hohen
 Mauern und Zinnen,
 Mädchen mit stolzen
 Höhnenden Sinnen
 Möcht' ich gewinnen!
 Kühn ist das Mühen,
 Herrlich der Lohn!

 Und die Trompete
 Lassen wir werben,
 Wie zu der Freude,
 So zum Verderben.
 [Das ist ein Stürmen!]1
 Das ist ein Leben!

 Mädchen und Burgen
 Müssen sich geben.
 Kühn ist das Mühen,
 Herrlich der Lohn!
 Und die Soldaten
 Ziehen davon.


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1 omitted by Radziwill.

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

5. Unter der Linde [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE ITA

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  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Ein junger Bauer
 Der Schäfer putzte sich zum Tanz
 Mit bunter Jacke, Band und Kranz,
 Schmuck war er angezogen,
 Schon um die Linde war es voll,
 Und alles tanzte schon wie toll.

Chor der Bauern
 Juchhe! Juchhe!
 Juchheisa! Heisa! He!

Bauer
 So ging der Fiedelbogen.

 Er drückte hastig sich heran,
 Da stieß er an ein Mädchen an
 Mit seinem Ellenbogen;
 Die frische Dirne kehrt' sich um
 Und sagte: nun das find' ich dumm!

Chor
 Juchhe! Juchhe!
 Juchheisa! Heisa! He!

Bauer
 Seid nicht so ungezogen!

 Doch hurtig in dem Kreise ging's,
 Sie tanzten rechts, sie tanzten links
 Und all Röcke flogen.
 Sie wurden rot, sie wurden warm
 Und ruhten atmend Arm in Arm.

Chor
 Juchhe! Juchhe!
 Juchheisa! Heisa! He!

Bauer
 Und Hüft' an Ellenbogen.

 Und tu' mir doch nicht so vertraut!
 Wie Mancher hat nicht seine Braut
 Belogen und betrogen!
 Er schmeichelte sie doch bei Seit'
 Und von der Linde scholl es weit!

Chor
 Juchhe! Juchhe!
 Juchheisa! Heisa! He!

Bauer
 Geschrei und Fiedelbogen!


Confirmed with Goethes Poetische Werke vol. V: Die grossen Dramen, ed. by Liselotte Lohrer, Stuttgart, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, 1951, pages 189-190.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

6. Melodram


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[--- Tacet ---]

7. Choral in der Kirche [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Geister (auf dem Gange):1
 Drinnen gefangen ist einer!
 Bleibet haußen, folg ihm keiner!
 Wie im Eisen der Fuchs,
 Zagt ein alter Höllenluchs.
 Aber gebt Acht!
 Schwebet hin, schwebet [wider]2,
 Auf und nieder,
 Und er hat sich losgemacht.
 Könnt ihr ihm nützen,
 Laßt ihn nicht sitzen!
 Denn er tat uns allen
 Schon viel zu Gefallen.


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1 in Radziwill's version, "Chor der bösen Geister"
2 Radziwill: "wieder"

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

8. Geisterchor [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE ITA

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  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


[MEPHISTOPHELES:
[...]
 Bereitung braucht es nicht voran,
 Beisammen sind wir, fanget an!]1

GEISTER:
 Schwindet, ihr [dunkeln]2
 Wölbungen droben!
 Reizender schaue
 Freundlich der blaue
 Äther herein!
 Wären die dunkeln
 Wolken zerronnen!
 Sternelein funkeln,
 Mildere Sonnen
 Scheinen darein.
 Himmlischer Söhne
 Geistige Schöne,
 Schwankende Beugung
 Schwebet vorüber.
 Sehnende Neigung
 Folget hinüber;
 Und der Gewänder
 Flatternde Bänder
 Decken die Länder,
 Decken die Laube,
 Wo sich für's Leben,
 Tief in Gedanken,
 Liebende geben.
 Laube bei Laube!
 Sprossende Ranken!
[ Lastende Traube]3
 Stürzt in's Behälter
 Drängender Kelter,
[ Stürzen in Bächen
 Schäumende Weine,
 Rieseln durch reine,
 Edle Gesteine,]3
 Lassen die Höhen
 Hinter sich liegen,
 Breiten zu Seen
 Sich ums Genüge
 Grünender Hügel.
 Und das Geflügel
 Schlürfet sich Wonne,
 Flieget der Sonne,
 Flieget den hellen
 Inseln entgegen,
 Die sich auf Wellen
 Gauklend bewegen;
 Wo wir in Chören
 Jauchzende hören,
 Über den Auen
 Tanzende schauen,
 Die sich im Freien
 Alle zerstreuen.
 Einige klimmen
 Über die Höhen,
 Andere schwimmen
 Über die Seen,
 Andere schweben;
 Alle zum Leben,
 Alle zur Ferne
 Liebender Sterne,
 Seliger Huld.
 
[MEPHISTOPHELES:
 Er schläft!  So recht, ihr luft'gen zarten Jungen!
 Ihr habt ihn treulich eingesungen!
 Für dies Konzert bin ich in eurer Schuld...]3


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1 omitted by Radziwill.
2 Radziwill: "dunklen"
3 omitted by Radziwill and Röntgen.

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

9. Beschwörung [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Mephistopheles:
... Der Herr der Ratten und der Mäuse,
Der Fliegen, Frösche, Wanzen, Läuse
Befiehlt dir, dich hervor zu wagen
Und diese Schwelle zu benagen,
So wie er sie mit Öl betupft –
Da kommst du schon hervorgehupft!
Nur frisch an's Werk! Die Spitze, die mich bannte,
Sie sitzt ganz [vornen]1 an der Kante.
Noch einen Biß, so ist's geschehn. –
Nun, Fauste, träume fort, bis wir uns wiedersehn.


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1 Radziwill: "vorne"

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

10. Geisterchor [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Geisterchor
 Weh! weh!
 Du hast sie zerstört,
 Die schöne Welt,
 Mit mächtiger Faust,
 Sie stürzt, sie zerfällt!
 Ein Halbgott hat sie zerschlagen!
 Wir tragen
 Die Trümmern ins Nichts hinüber,
 Und klagen
 Über die verlorne Schöne.
 Mächtiger
 Der Erdensöhne,
 Prächtiger
 Baue sie wieder,
 In deinem Busen baue sie auf!
 Neuen Lebenslauf
 Beginne,
 Mit hellem Sinne,
 Und neue Lieder
 Tönen darauf!

[MEPHISTOPHELES.
 Dies sind die kleinen
 Von den Meinen.
 Höre, wie zu Lust und Thaten
 Altklug sie rathen!
 In die Welt weit,
 Aus der Einsamkeit,
 Wo Sinnen und Säfte stocken,
 Wollen sie dich locken.]1


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1 omitted by Radziwill.

Submitted by Ferdinando Albeggiani

11. Geisterchor [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Wird er schreiben? 
Er wird schreiben. 
Er wird nicht schreiben,
Wird er nicht schreiben? 
Blut ist ein ganz besond'rer Saft,
Wirkend im Innern Kraft aus Kraft.
Reißt ihn die Wunde rasch nach außen,
Draußen wird er wilder hausen.
Hinaus, Hinauf! 
Kühn und munter,
Sind wir einmal oben auf 
Geht's wieder herunter.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

12. Auerbachs Keller [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Frosch:
 Die Kehlen sind gestimmt.
(Singt.) 
      Das liebe Heil'ge Röm'sche Reich,
      Wie hält's nur noch zusammen?

Brandner:
 Ein garstig Lied! Pfui! ein politisch Lied
 Ein leidig Lied! Dankt Gott mit jedem Morgen,
 Daß ihr nicht braucht fürs Röm'sche Reich zu sorgen!
 Ich halt es wenigstens für reichlichen Gewinn,
 Daß ich nicht Kaiser oder Kanzler bin.
 Doch muß auch uns ein Oberhaupt nicht fehlen;
 Wir wollen einen Papst erwählen.
 Ihr wißt, welch eine Qualität
 Den Ausschlag gibt, den Mann erhöht.

Frosch (singt):
      Schwing dich auf, Frau Nachtigall,
      Grüß mir mein Liebchen zehentausendmal.

Siebel:
 Dem Liebchen keinen Gruß! ich will davon nichts hören!

Frosch:
 Dem Liebchen Gruß und Kuß! du wirst mir's nicht verwehren!
 (Singt.)
      Riegel auf! in stiller Nacht.
      Riegel auf! der Liebste wacht.
      Riegel zu! des Morgens früh.


Note: Radziwill sets only the song of Frosch:
Das liebe Heil'ge Röm'sche Reich,
Wie hält's nur noch zusammen?

Schwing dich auf, Frau Nachtigall,
Grüß mir mein Liebchen zehentausendmal.

Riegel auf! in stiller Nacht.
Riegel auf! der Liebste wacht.
Riegel zu! des Morgens früh.

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

13. Lied des Brander [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG FRE IRI ITA

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  • ENG English (Laura Prichard) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Gérard Labrunie) , no title, appears in Le Faust de Goethe [an adaptation]
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Cantina di Auerbach a Lipsia", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Es war eine Ratt' im Kellernest,
Lebte nur von Fett und Butter,
[Hatte]1 sich ein Ränzlein angemäst't,
Als wie der Doctor Luther.
Die Köchin hatt' ihr Gift gestellt;
Da ward's so eng' ihr in der Welt,
Als [hätte]2 sie Lieb' im Leibe.

Sie fuhr herum, sie fuhr heraus
Und soff aus allen Pfützen,
Zernagt', zerkratzt' das ganze Haus,
[Wollt']3 nichts ihr Wüten nützen;
Sie tät' gar manchen Ängstesprung,
Bald [hatte]1 das arme Tier genung
Als hätt' [es]4 Lieb' im Leibe.

Sie kam [für]5 Angst am hellen Tag
Der Küche zugelaufen,
Fiel an den Herd und zuckt' und lag,
Und tät erbärmlich schnaufen.
Da lachte die [Vergifterinn]6 noch:
Ha! sie pfeift auf dem letzten Loch,
Als [hätte]2 sie Lieb' im Leibe.


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1 Busoni, Kreutzer, Radziwill, Wagner: "Hatt' "
2 Busoni, Kreutzer, Radziwill, Wagner: "hätt' "
3 Radziwill: "Wollte"
4 Busoni, Kreutzer, Wagner: "sie"
5 Busoni, Kreutzer, Radziwill, Wagner: "vor"
6 Busoni, Kreutzer, Wagner: "Vergift'rin"

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

14. Lied des Mephistopheles [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): DUT ENG FRE FRE ITA RUS

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "There once was a king", copyright ©
  • FRE French (Français) (Angelika Frenzel) , "Chanson de la puce", copyright © 2003, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Canzone della Pulce", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission


Es war einmal ein König,
Der hatt' einen [großen Floh,]1
Den liebt' er gar nicht wenig,
[Als]2 wie seinen eig'nen Sohn.
Da rief er seinen Schneider,
Der Schneider kam heran;
["Da, miß dem Junker Kleider
Und miß ihm Hosen an!"]3

In Sammet und in Seide
War er [nun]4 angetan,
Hatte Bänder auf dem Kleide,
Hatt' auch ein Kreuz daran,
Und war [sogleich]5 Minister,
Und hatt einen großen Stern.
Da wurden seine Geschwister
Bei Hof auch große Herrn.

Und Herrn und Frau'n am Hofe,
Die waren sehr geplagt,
Die Königin und die Zofe
Gestochen und [genagt,]6
Und durften [sie nicht knicken,]7
Und [weg sie]8 jucken nicht.
Wir [knicken]9 und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.10


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1 Walter: "Skorpion"
2 Walter: "Fast"
3 Walter: "Und maß dem Junker Kleider / Und ein paar Höschen an."
4 Walter: "bald"
5 Walter: "zugleich"
6 Walter: "zernagt"
7 Walter: "doch nicht zwicken"
8 Walter: "auch sich"
9 Walter: "drücken"
10 Here Röntgen has the chorus sing the following (the last two lines come from later in the same scene):
Wir knicken und ersticken
Doch gleich wenn einer sticht.
Uns ist ganz kannibalisch wohl,
Als wie fünfhundert Säuen!

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

15. Mephistopheles und unsichtbare Stimmen [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch) after the German (Deutsch)

The text shown is a variant of another text.

It is based on


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Mephistopheles (mit seltsamen Gebärden) :
      Trauben trägt der Weinstock!
      Hörner der Ziegenbock;
      Der Wein ist saftig, Holz die Reben,
      Der hölzerne Tisch kann Wein auch geben.
      Ein tiefer Blick in die Natur!
      Hier ist ein Wunder, glaubet nur!
[...]

Frosch, Altmayer, Siebel, Brander:
      Uns ist ganz kannibalisch wohl,
      Als wie fünfhundert Säuen!
[...]

Altmayer:
 Wo bin ich? Welches schöne Land!

Frosch:
 Weinberge! Seh ich recht?

Siebel:
      Und Trauben gleich zur Hand!

Brander:
 Hier unter diesem grünen Laube,
 Seht, welch ein Stock! Seht, welche Traube!

Chor der unsichtbaren Geister
 Und merkt euch, wie der Teufel spaße.

Siebel:
 Was gibt's?

Altmayer:
      Wie?

Frosch:
         War das deine Nase?

Brander (zu Siebel):
 Und deine hab ich in der Hand


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

16. Melodram und Lied. Faust.

Note: this is a multi-text setting

Faust (rings aufschauend):
Willkommen, süßer Dämmerschein,
Der du dies Heiligtum durchwebst!
Ergreif mein Herz, du süße Liebespein,
Die du vom Tau der Hoffnung schmachtend lebst!
Wie atmet rings Gefühl der Stille,
Der Ordnung, der Zufriedenheit!
In dieser Armut welche Fülle!
In diesem Kerker welche Seligkeit!

     (Er wirft sich auf den ledernen Sessel am Bette.)

[O nimm mich auf, der du die Vorwelt schon
Bei Freud und Schmerz im offnen Arm empfangen!
Wie oft, ach! hat an diesem Väterthron
Schon eine Schar von Kindern rings gehangen!
Vielleicht hat, dankbar für den heil'gen Christ
Mein Liebchen hier, mit vollen Kinderwangen,
Dem Ahnherrn fromm die welke Hand geküßt.
Ich fühl o Mädchen, deinen Geist
Der Füll und Ordnung um mich säuseln,
Der mütterlich dich täglich unterweist
Den Teppich auf den Tisch dich reinlich breiten heißt,
Sogar den Sand zu deinen Füßen kräuseln.
O liebe Hand! so göttergleich!
Die Hütte wird durch dich ein Himmelreich.
Und hier!]1

       (Er hebt einen Bettvorhang auf.)

           Was faßt mich für ein Wonnegraus!
Hier möcht ich volle Stunden säumen.
Natur, hier bildetest in leichten Träumen
Den eingebornen Engel aus!
Hier lag das Kind! mit warmem Leben
Den zarten Busen angefüllt,
Und hier mit heilig reinem Weben
Entwirkte sich das Götterbild!

[Und du! Was hat dich hergeführt?
Wie innig fühl ich mich gerührt!
Was willst du hier? Was wird das Herz dir schwer?
Armsel'ger Faust! ich kenne dich nicht mehr.]1

[Umgibt mich hier ein Zauberduft?
Mich drang's, so grade zu genießen,
Und fühle mich in Liebestraum zerfließen!
Sind wir ein Spiel von jedem Druck der Luft?]1

[Und träte sie den Augenblick herein,
Wie würdest du für deinen Frevel büßen!
Der große Hans, ach wie so klein!
Läg, hingeschmolzen, ihr zu Füßen.]1

Authorship


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1 omitted by Radziwill.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

Es war ein König in Thule
Gar treu bis an [das]1 Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Einen goldnen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
Er leert' ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
So oft er trank daraus.

Und als er kam zu sterben,
Zählt' er seine Städt' im Reich,
[Gönnt']2 alles [seinem]3 Erben,
Den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
[Auf hohem]4 Vätersaale,
Dort auf dem Schloß am Meer.

Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensgluth,
Und warf den [heil'gen]5 Becher
Hinunter in die Fluth.

Er sah ihn stürzen, trinken,
Und sinken tief ins Meer.
Die Augen täten ihm sinken;
Trank nie einen Tropfen mehr.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De koning van Thule", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "There was a King of Thule", copyright ©
  • ENG English [singable] (Arthur Westbrook) , "The King of Thule"
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , "Bhí rí ann fadó in Thule", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il re in Tule", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "O rei em Thule", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, pages 187-188; and with Faust. Ein Fragment. in Goethe's Schriften. Siebenter Band. Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1790, pages 94-95.

First published in a different version in Volks- und andere Lieder, mit Begleitung des Forte piano, In Musik gesetzt von Siegmund Freyherrn von Seckendorff. Dritte Sammlung. Dessau, 1782, pages 6-9; see below.

1 Liszt: "sein"
2 Zelter: "Lies"
3 Fritze, Liszt: "seinen"
4 Zelter: "In hohen"
5 Goethe (Faust): "heiligen"


Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Sharon Krebs [Guest Editor] and Peter Rastl [Guest Editor]

Margarethe
[Wie kommt das schöne Kästchen hier herein?
Ich schloß doch ganz gewiß den Schrein.
Es ist doch wunderbar! Was mag wohl drinne sein?
Vielleicht bracht's jemand als ein Pfand,
Und meine Mutter lieh darauf.
Da hängt ein Schlüsselchen am Band
Ich denke wohl, ich mach es auf!
Was ist das? Gott im Himmel! Schau,
So was hab ich mein Tage nicht gesehn!
Ein Schmuck! Mit dem könnt eine Edelfrau
Am höchsten Feiertage gehn.
Wie sollte mir die Kette stehn?
Wem mag die Herrlichkeit gehören?

 (Sie putzt sich damit auf und tritt vor den Spiegel.)

Wenn nur die Ohrring meine wären!
Man sieht doch gleich ganz anders drein.]1
Was hilft euch Schönheit, junges Blut?
Das ist wohl alles schön und gut,
Allein man läßt's auch alles sein;
Man lobt euch halb mit Erbarmen.
Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles. Ach wir Armen!

Authorship


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1 omitted by Radziwill.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

17. Faust [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Margarete:
[ Ich war bestürzt, mir war das nie geschehn;
 Es konnte niemand von mir Übels sagen.
 Ach, dacht ich, hat er in deinem Betragen
 Was Freches, Unanständiges gesehn?
 Es schien ihn gleich nur anzuwandeln,
 Mit dieser Dirne gradehin zu handeln.
 Gesteh ich's doch! Ich wußte nicht, was sich
 Zu Eurem Vorteil hier zu regen gleich begonnte;]1
 Allein gewiß, ich war recht bös auf mich,
 Daß ich auf Euch nicht böser werden konnte.

Faust:
 Süß Liebchen!

Margarete:
    Laßt einmal!

(Sie pflückt eine Sternblume und zupft die 
Blätter ab, eins nach dem andern.)

Faust:
       Was soll das? Einen Strauß?

Margarete:
 Nein, es soll nur ein Spiel.

Faust:
      Wie?

Margarete:
         Geht! Ihr lacht mich aus.

(Sie rupft und murmelt.)2

Faust:
 Was murmelst du?

Margarete (halblaut):
       Er liebt mich – liebt mich nicht.

Faust:
 Du holdes Himmelsangesicht!

Margarete (fährt fort):
 [Liebt mich – nicht – liebt mich – nicht –

(Das letzte Blatt ausrupfend, mit holder Freude.)

 Er liebt mich!]3

Faust:
 Ja, mein Kind! Laß dieses Blumenwort
 Dir Götterausspruch sein. Er liebt dich!
 Verstehst du, was das heißt? Er liebt dich!

(Er faßt ihre beiden Hände.)

Margarete:
 Mich überläuft's!

Faust: 
 O schaudre nicht! Laß diesen Blick,
 Laß diesen Händedruck dir sagen
 Was unaussprechlich ist:
 Sich hinzugeben ganz und eine Wonne
 Zu fühlen, die ewig sein muß!
 Ewig! – Ihr Ende würde Verzweiflung sein
 Nein, kein Ende! Kein Ende!


View original text (without footnotes)
1 omitted by Radziwill.
2 Radziwill adds here:
Faust: 
 Sage doch!"

Margarete:
 Er liebt mich – liebt mich nicht.
3 Radziwill: "Er liebt mich, er liebt mich nicht,/ Er liebt mich!"
Note: in Radziwill's setting, the last two lines are sung by both.

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

18. Gretchen [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG ENG ENG ENG FRE GRE ITA ITA NOR RUS SPA

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Greetje aan het spinnewiel", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lynn Thompson) , "My peace is gone", copyright © 1997, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Fredric Kroll) , "Gretchen at the Spinning Wheel", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Walter A. Aue) , "My peace is gone", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Gérard Labrunie) , appears in Le Faust de Goethe [an adaptation]
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , "Το Ριτάκι στο ροδάνι", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "La mia pace è perduta", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , "Gretchen ved rokken", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , "Margarita en la Rueca"


Gretchens Stube. Gretchen am Spinnrade allein.
 
Meine Ruh' ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr.

Wo ich ihn nicht hab'
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.

Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Mein armer Sinn
Ist mir zerstückt.

Meine Ruh' ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr.

Nach ihm nur schau' ich
Zum Fenster hinaus,
Nach ihm nur geh' ich
Aus dem Haus.

Sein hoher Gang,
Sein' edle Gestalt,
Seines Mundes Lächeln,
Seiner Augen Gewalt,

Und seiner Rede
Zauberfluß,
Sein Händedruck,
Und ach sein Kuß!

Meine Ruh' ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr.

Mein Busen drängt
Sich nach ihm hin.
[Ach]1 dürft ich fassen
Und halten ihn!

Und küssen ihn2
So wie ich wollt',
An seinen Küssen
Vergehen sollt'!


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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Zwölfter Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1828, pages 177-178; with Faust. Eine Tragödie von Goethe, Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung, 1808, pages 223-225; and with Faust. Ein Fragment. in Goethe's Schriften. Siebenter Band. Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1790, pages 133-135.

1 Zelter: "Als"
2 Goethe did not split the final eight lines into two stanzas prior to 1828.

Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Peter Rastl [Guest Editor]

19. Scene im Zwinger. Gretchen [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE ITA ITA

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Greetje's smeekgebed", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Ah, lean down, you who are full of sorrow", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Ah abaisse, Toi emplie de douleur", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Io ti prego, Dolorosa", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission


Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein [Antlitz gnädig]1 meiner Noth!

Das Schwert im Herzen,
Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.

Zum Vater blickst du,
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Noth.

Wer fühlet,
Wie wühlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weißt nur du, nur du allein!

Wohin ich immer gehe,
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin ach kaum alleine,
Ich wein', ich wein', ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.

Die Scherben vor meinem Fenster
Bethaut' ich mit Thränen, ach!
Als ich am frühen Morgen
Dir diese Blumen brach.

Schien hell in meine Kammer
Die Sonne früh herauf,
Saß ich in allem Jammer
In meinem Bett' schon auf.

Hilf! rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Noth!


View original text (without footnotes)

Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Zwölfter Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1828, pages 189-190; and with Faust. Ein Fragment. in Goethe's Schriften. Siebenter Band. Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1790, pages 161-163.

1 Loewe: "gnädig Antlitz"

Submitted by Richard Morris and Peter Rastl [Guest Editor]

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