Drei Frühlingslieder für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Friedrich Gräbke

Word count: 458

1. Wenn der Frühling auf die Berge steigt [sung text not yet checked]

Wenn der Frühling auf die Berge steigt
 Und im Sonnenstrahl der Schnee zerfließt,
Wenn das erste Grün am Baum sich zeigt,
 Und im Gras das erste Blümlein sprießt --
   Wenn vorbei im Thal
   Nun mit einem Mal
 Alle [Regenzeit]1 und Winterqual,
   Schallt es von den Höh'n
   Bis zum Thale weit:
   O, wie wunderschön
   Ist die Frühlingszeit!

Wenn am Gletscher heiß die Sonne leckt,
 Wenn die Quelle von den Bergen springt,
Alles rings mit jungem Grün sich deckt
 Und das [Lustgetön]2 der Wälder klingt--
   Lüfte lind und lau
   Würzt die grüne Au,
 Und der Himmel lacht so rein und blau,
   Schallt es von den Höh'n
   Bis zum Thale weit:
   O, wie wunderschön
   Ist die Frühlingszeit!

War's nicht auch zur jungen Frühlingszeit,
 Als Dein Herz sich meinem Herz erschloß?
Als von Dir, du wundersüße Maid,
 Ich den ersten langen Kuß genoß!
   Durch den Hain entlang,
   Heller Lustgesang,
 Und die Quelle von den Bergen sprang--
   Scholl es von den Höh'n
   Bis zum Thale weit:
   O, wie wunderschön
   Ist die Frühlingszeit!

Authorship

Based on

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Natalie Macfarren) , "Flow'ry May"
  • FRE French (Français) [singable] (François Nicollin)
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Quando la primavera arriva sui monti", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mandyczewski: "Regenszeit"
2 Mandyczewski: "Luftgetön" (typo in the score?)

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Flieg aus, mein Herz [sung text not yet checked]

Flieg' aus, mein Herz, in's Frühlingsland 
Aus Deiner dunklen Kammer! 
Ein heller Strahl, von Gott gesandt, 
Verscheucht Dir Deinen Jammer. 
Dort suche Ruh', du findest Ruh', 
Die liebe Sonne ruft Dir zu: 
"Wenn's Auge noch so bitter weint, 
Der liebe Gott hat's [treu]1 gemeint!"  

Und wenn Du noch so traurig bist, 
Das Blümlein wird dir sagen, 
Daß Gott ein lieber Vater ist, 
Du brauchst's nicht erst zu fragen: 
In seinem Kelch das Tröpflein Thau, 
Das predigt laut auf grüner Au: 
"Wenn's Auge noch so bitter weint, 
Der liebe Gott hat's [treu]1 gemeint!" 

Im Wald der Vogel sagt Dir's auch, 
Mußt ihn nur recht verstehen; 
Die Blätter auch an Baum und Strauch, 
Mußt sie nur recht besehen; 
Was ringsum rauscht und glüht und blüht, 
Aus Allem klingt das Eine Lied: 
"Wenn's Auge noch so bitter weint, 
Der liebe Gott hat's [treu]1 gemeint!" 

Wohlauf, mein Herz, in's Frühlingsland 
Aus Deiner dunklen Kammer! 
Das rechte Heil, von Gott gesandt, 
Blüht dort für Deinen Jammer. 
Nur wenig Tagen werden's sein, 
Da stimmst Du recht in Freuden ein: 
"Wenn's Auge noch so bitter weint, 
Der liebe Gott hat's [treu]1 gemeint!" 

Authorship

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Confirmed with Freimaurer-Zeitung, achter Jahrgang, ed. by Moritz Zille, Leipzig: Heinrich Weinedel, issue no. 35, August 1854, page 280.

1 Gartz: "gut"

Researcher for this text: Melanie Trumbull

3. Mein Herz, thu' dich auf [sung text not yet checked]

Mein Herz, thu' dich auf, daß die Sonne drein scheint!
Du hast ja genug jetzt geklagt und geweint!
Fass' wiederum Muth,
Du jungfrisches Blut!
Mein Herz, thu' dich auf, denn die Sonne meint's gut!

Mein Herz, thu' dich auf! daß der Frühling drein lacht!
Es rufen die Vöglein, die Rose erwacht!
Und die Blüthen so rein,
Und so golden der Wein, --
Mein Herz, thu' dich auf, laß den Frühling [hinein]1!

Mein Herz, thu' dich auf, wie der Himmel so weit!
Umfasse das Leben, die Wonne der Zeit!
Wenn die Rose noch blüht,
Wenn der Maitrank noch glüht:
Mein Herz, thu' dich auf, wenn der Funken noch sprüht!