Wunderhorn-Lieder

Song Cycle by Armin Knab (1881 - 1951)

Word count: 1222

1. Der tote Knabe [sung text checked 1 time]

Es wollt [die Jungfrau]1 früh aufstehn,
Wollt in des Vaters Garten gehn,
Rot Röslein wollt sie brechen ab,
Davon wollt sie sich [machen]2,
Ein [Kränzelein wohl]3 schön.

Es sollt ihr Hochzeitskränzlein sein:
"Dem feinen Knab, dem Knaben mein,
Ihr Röslein rot, ich brech euch ab,
Davon will ich mir winden,
Ein [Kränzelein so]4 schön."

Sie [gieng im Grünen]5 her und hin,
Statt Röslein fand sie [Rosmarien]6:
"So bist du, mein Getreuer hin!
Kein Röslein ist zu finden,
Kein [Kränzelein so]4 schön."

Sie gieng im Garten her und hin,
Statt Röslein [brach]7 sie [Rosmarien]6:
"Das nimm du, mein Getreuer, hin!
Lieg bei dir unter Linden,
Mein Totenkränzlein [schön]8."

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Corien Sleeswijk) , "Rozemarijn", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Rosmarijn", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "The faithful lassie"
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Rosemary", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Humperdinck: "ein Jungfrau"; Knab: "das Mädchen"; Banck : "ein Mädchen" ; further changes may exist not noted for Banck
2 Humperdinck: "binden"
3 Humperdinck: "Blumenkränzlein"
4 Humperdinck: "Hochzeitskränzlein"
5 d'Albert, Sinding: "ging im Garten"
6 d'Albert, Humperdinck, Sinding: "Rosmarin"
7 Sinding: "fand"
8 Sinding: "fein"

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2. Es fiel ein Reif [sung text checked 1 time]

Es fiel ein Reif in [der]1 Frühlingsnacht 
wohl über die [schöne]2 [Blaublümelein]3,
sie sind verwelket, verdorret.

Ein Knabe hatt' ein Mägdlein lieb, 
sie liefen heimlich von Hause fort,
es wußt's nicht Vater, noch Mutter.

Sie liefen weit [ins fremde Land]4,
sie hatten weder Glück, noch Stern,
sie sind verdorben, gestorben.

[ ... ]

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See also Backer-Grøndahl's song, which uses some of this text.

1 omitted by Knab, Petersen, Rheinberger.
2 Rheinberger: "schönen"
3 Petersen, Knab: "Blümelein"
4 Knab: "von Hause fort"
5 Rheinberger: "dorret"

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3. Brautgesang [sung text not yet checked]

Komm heraus, komm heraus du schöne, schöne Braut,
Deine gute Tage sind alle alle aus.
O Weyele Weh! O Weyele Weh!
Was weinet die schöne Braut so sehr,
Mußt die Jungfern lassen stehn,
Zu den Weibern must du gehn.

Lege an, lege an auf kurze kurze Zeit
Darfst du ja wohl tragen das schöne Hochzeitskleid.
O Weyele weh! o Weyele weh!
Ach was weinet die schöne Braut so sehr!
Must dein Härlein schließen ein
In dem weissen Häubelein.

Lache nicht, lache nicht, deine rothe rothe Schuh
Werden dich wohl drücken, sind eng genug dazu.
O Weyele weh, o Weyele weh!
Ach was weinet die schöne Braut so sehr.
Wenn die andern tanzen gehn
Wirst du bei der Wiege stehn.

Wincke nur wincke nicht, sind gar leichte leichte Winck
Bis du an dem Finger einen goldnen Hochzeit-Ring.
O Weyele weh, o Weyele weh!
Ach was weinet die schöne Braut so sehr!
Goldne Ketten legst du an,
Mußt in ein Gefängniß gahn.

Springe heut, springe heut deinen letzten Tanz,
Morgen kannst du weinen auf den schönen Hochzeitskranz,
O Weyele weh, o Weyele weh!
Ach was weinet die schöne Braut so sehr!
Must die Blumen lassen stehn.
Auf den Acker must du gehn.

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4. Schürz dich Gretlein [sung text checked 1 time]

"Nun schürz dich Gretlein schürz dich,
Wohl auf mit mir davon,
Das Korn ist abgeschnitten,
Der Wein ist eingetan."

"Ach Hänßlein, liebes Hänßlein,
So laß mich bei dir sein,
Die Wochen auf dem Felde,
Den Feiertag beim Wein."

Da nahm ers bei den Händen,
Bei ihrer schneeweissen Hand
Er führt sie an ein Ende,
Da er ein Wirtshaus fand. 

"Nun Wirtin, liebe Wirtin,
Schaut um nach kühlem Wein,
Die Kleider dieses Gretlein
Müssen verschlemmet sein."

Die Gret hub an zu weinen,
Ihr Unmut der war groß,
Daß Ihr die lichten Zähren
Über ihr Wenglein floß. 

"Ach Hänßlein, liebes Hänßlein,
Du redtest nicht also,
Als du mich heim ausführest
Aus meines Vaters Hof."

Er nahm sie bei den Händen,
Bei ihrer schneeweissen Hand,
Er führt sie an ein Ende,
Da er ein Gärtlein fand. 

"Ach Gretlein, liebes Gretlein,
Warum weinst du so sehr,
Reuet dich dein freier Mut,
Oder reut dich dein Ehr?"

"Es reut mich nicht mein freier Mut,
Darzu auch nicht mein Ehr;
Es reuen mich mein Kleider,
Die werden mir nimmermehr."

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5. Aria zu einer Nachtmusik vor der Brautkammer [sung text not yet checked]

Brecht die schwangern Anmutsnelken
 . . . . . . . . . .

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6. Abschiedszeichen [sung text checked 1 time]

Wie schön blüht uns der Maien,
Der Sommer fährt dahin,
Mir ist ein schön Jungfräuelein
Gefallen in meinen Sinn.
Bei ihr ja wär mir wohl,
Wann ich nur an sie denke,
Mein Herz ist freudenvoll.

Wenn ich des Nachts lieg schlafen,
Mein Feinslieb kommt mir für,
Wenn ich alsdann erwache,
Bei mir ich niemand spür;
Bringt meinem Herzen Pein,
Wollt Gott, ich sollt ihr dienen,
Wie möcht mir bas gesein. 

Bei ihr da wär ich gerne,
Bei ihr da wär mirs wohl;
Sie ist mein Morgensterne
Strahlt mir ins Herz so voll.
Sie hat ein roten Mund,
Sollt ich sie darauf küssen,
Mein Herz würd mir gesund. 

Ich werf mit Rosenblättern
In Liebchens Fenster ein:
Ei schlafe oder wache,
Ich möchte bei dir sein!
Das Fensterlein steht auf
Wie bei dem Vogelsteller,
Ich wag mich nicht hinauf. 

Wollt Gott, ich fänd im Garten
Drei Rosen auf einem Zweig,
Ich wollte auf sie warten,
Ein Zeichen wär's mir gleich;
Das Morgenrot ist weit,
Es streut schon seine Rosen,
Adie meine schöne Maid.

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7. Die Rose [sung text not yet checked]

Die Rose blüht, ich bin die fromme Biene,
Die in der Blätter keuschen Busen sinkt,
Und milden Tau und süßen Honig trinkt,
Doch lebt ihr Glanz und bleibet ewig grüne.
So singt mein tiefstes Freudenlied,
Ach meine Rose blüht!

Die Rose blüht, o Sonnenschein verziehe,
Daß lange noch der liebe Sommer währt,
Und mir kein Sturm die süße Lust versehrt,
Daß all mein Heil aus dieser Rose blühe
So freut sich innig mein Gemüt,
Weil meine Rose blüht!

Die Rose blüht, und lacht vor andern Rosen,
Mit solcher Huld, und Liebesmildigkeit,
Daß gern mein Sinn sich zu der Pflicht erbeut,
Mit andern Blumen nie mehr liebzukosen,
Weil alle Liebe, die erglüht,
Aus dir du Rose blüht!

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9. Maria und der Schiffer [sung text checked 1 time]

Maria wollt' zur Kirche gehn,
Da kam sie an den tiefen See.
"Ach Schiffmann, schiff mich über das Meer,
So geb ich dir, was dein Herz begehrt."

"Ich schiffe dich wohl über das Meer,
Wenn du willst meine Hausfrau sein."
"Soll ich erst deine Hausfrau sein,
Viel lieber schwimm ich über das Meer."

Als sie wohl in die Mitte kam,
Da fingen alle Glöcklein an.
Sie läuten groß, sie läuten klein,
Sie läuten wohl alle zugleich.

Maria kniet auf einem Stein,
Dem Schiffmann sprang sein Herz entzwei.

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10. Inschrift [sung text checked 1 time]

Hör mich du arme Pilgerin,
Die zu Wallfahrten hast den Sinn,
Nicht wollest du vorüber gehen,
Bei diesem Bilde bleibe stehen,
Erfrisch allhier die müden Füß,
Maria hier die Mutter süß
Ganz ruhig stehet und wartet,
Ob du bist gut geartet. 

Hast du ihr nichts zu geben mehr,
Laß ihr nur eine fromme Zähr,
Tu sie mit nassen Augen
Ganz sinniglich anschauen,
Ohn Zweifel wirds ihr lieber sein,
Denn Silber, Gold und Edelstein,
Sie wird die Treue haben,
Dich wieder zu begaben.

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11. Zugvögel [sung text checked 1 time]

Ach wie so schön, wie hübsch und fein
Sind deine Tritt Maria rein
In deinem Schühlein leis dahin,
Ach Jungfrau, was hast du im Sinn?
Du weist, was unterm Herzen tragst,
Mich wundert, wie du eilen magst?
Hör mich nun an, du frommes Weib,
Ich trag in meinem reinen Leib,
Ich trag in mir das ew'ge Wort,
Beschwert mich nicht, ja hilft mich fort;
Gleich wie die Federn dem Vögelein
Nicht hinderlich, nein hülflich sein,
Die Ruder keinem Schiff zur Last,
Nein treibens, daß es ohne Rast
Hinschwanket, schwebet ganz allein
Und bringt den Sohn des Herren heim.

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12. Der Maria Geburt [sung text not yet checked]

Gleich wie die lieb Waldvögelein,
Mit ihren Stimmen groß und klein
Früh morgens lieblich singen,
Sobald anbricht die Morgenröt,
Wenns purpurfarb am Himmel steht,
In Berg und Tal sie klingen. 

Also ihr Menschen kommt herbei,
Laßt hören eure Melodei,
Das Kindelein zu grüssen.
Heut fröhlich sein Geburtstag fällt,
Sankt Anna bringt es auf die Welt,
Es lasset euch geniessen. 

Die Morgenröt so kühl und naß,
Die schönen Blumen, Laub und Gras
Sich alle freundlich neigen,
Weil dieses Kind mit Gütigkeit
Erquicket ihre Mattigkeit,
Sie ihren Dank so zeigen. 

Also, weil wie der Morgentau,
Heut aufgeht unsre liebe Frau
Zum Trost der armen Seelen,
In Demut grüß sie jedermann,
Denn sie ists, die uns trösten kann
In aller Trauer Quälen.

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