Sechs Lieder mit Begleitung des Pianoforte

Song Cycle by August Heinrich Leberecht August Mühling (1786 - 1847)

1. Erinnerungen [sung text not yet checked]

[Sagt]1, wo sind die Veilchen hin?
Die so freudig glänzten,
Und der Blumen-Königinn [sic]
Ihren Weg bekränzten?
     "Jüngling, ach! Der Lenz entflieht:
     "Diese Veilchen sind verblüht!"
 
Sagt, wo sind die Rosen hin?
Die wir singend pflückten,
Als sich Hirt' und Schäferinn
Hut und Busen schmückten?
     "Mädchen, ach! Der Sommer flieht:
     "[Jene]2 Rosen sind verblüht!"
 
Führe denn zum Bächlein mich,
Das die Veilchen tränkte;
Das mit leisem Murmeln sich,
In die Thäler senkte.
     "Luft und Sonne glühten sehr:
     "Jenes Bächlein ist nicht mehr!"
 
Bringe denn zur Laube mich,
Wo die Rosen standen,
Wo in treuer Liebe sich
Hirt' und Mädchen fanden.
     "Wind und Hagel stürmten sehr:
     "Jene Laube grünt nicht mehr."
 
Sagt, wo ist das Mädchen hin,
Das, weil ich's erblickte,
Sich mit demuthvollem Sinn
Zu den Veilchen bückte?
     "Jüngling! alle Schönheit flieht:
     "Auch das Mädchen ist verblüht.["]
 
Sagt, wo ist der Sänger hin,
Der auf bunten Wiesen
Veilchen, Ros' und Schäferinn;
Laub und Bach gepriesen?
     "Mädchen, unser Leben flieht:
     "Auch der Sänger ist verblüht."

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "After an old song", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with J.G. Jacobi's sämmtliche Werke, Volume 3, third edition, Zürich: Orell, Füßli und Compagnie, 1819, pages 51-53.

1 Baumbach, Berger: "Sag' "; further changes may exist not shown above.
2 Lang: "Diese"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Geburt der Rose und der Liebe 

Öde Wildnis war die Erde
 . . . . . . . . . .

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Authorship:

3. Der Glückliche [sung text not yet checked]

Im [dunklen]1 Hain, am frischen Quell 
Hab' ich ein Hüttchen gebaut.
Das Bächlein rauscht so silberhell, 
Das Wäldchen schattet so traut. 
Von allem Tand geschieden, 
In stiller süßer Ruh', 
Seh' ich mit innerm Frieden 
Dem Rausch der Menschen zu.  

An's Hüttchen grenzt ein Gärtchen an, 
Da hat auf duftendem Beet 
Mein schönes Liebchen Majoran 
Und bunte Blumen gesät. 
Ach, Kinder ihrer Pflege, 
Ach, blüht so schön wie sie! 
Ihr Blümchen auf dem Wege 
Des Lebens welkt uns nie. 

Zwölf Schaafe mit den Lämmern gehn 
Zur Weid' am rauschenden Quell. 
Wie ist mein Lieblingslämmchen schön! 
Wie klingt sein Glöckchen so hell! 
Bei dir, du kleine Heerde, 
Bei meinem Hirtenstab, 
Vergess' ich, was die Erde 
Mir sonst für Kummer gab!  

Wenn früh die erste Lerche singt, 
Wer hört sie froher als ich? 
Mein Liebchen küßt mich wach, und schlingt 
Ihr weiches Ärmchen um mich. 
Beglückt, wem schon am Morgen 
Dein Mund, o Liebe, küßt, 
Wer in der Welt voll Sorgen 
Durch Liebe glücklich ist!  

Bei Arbeit und bei Mäßigkeit 
Fliehn meine Stunden dahin, 
Im Hüttchen wohnt Zufriedenheit, 
Bei Liebchen fröhlicher Sinn. 
O Einfalt goldner Zeiten, 
Du machst das Leben süß, 
Führst uns zu Seligkeiten, 
Gibst uns ein Paradies!  

Wenn Abends sich der Schatten dehnt, 
Das Lüftchen leiser sich regt, 
Horch' ich an Liebchens Brust gelehnt, 
Wie hold die Nachtigall schlägt. 
Sei, Abend meiner Tage, 
Ach!  sei mir einst so schön! 
So will ich ohne Klage 
Zu meiner Heimath gehn! 

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Confirmed with Taschenbuch zum geselligen Vergnügen, neue Auflage, ed. by W. G. Becker, Leipzig: Johann Friedrich Gleditsch, 1799, pages 181 - 183.

1 Richter: "dunkeln"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Melanie Trumbull

4. Trost an Elisa [sung text not yet checked]

Lehnst du deine bleichgehärmte Wange
Immer noch an diesen Aschenkrug?
Weinend um den Todten, den schon lange
Zu der Seraphim Triumphgesange
Der Vollendung Flügel trug?

Siehst du Gottes Sternenschrift dort flimmern,
Die der bangen Schwermuth Trost verheißt?
Heller wird der Glaube [nun dir]1 schimmern,
Daß hoch über seiner Hülle Trümmern
Walle des Geliebten Geist!

Wohl, o wohl dem liebenden Gefährten
Deiner Sehnsucht, er ist ewig dein!
Wiedersehn, im Lande der Verklärten,
Wirst du, Dulderin, den Langentbehrten,
Und wie er unsterblich seyn!

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Troost voor Elisa", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Comfort for Elisa", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Réconfort pour Élise", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 90, and with Friedrich von Matthisson, Gedichte, fifteenth edition, Zurich: Orell, Fuessli & Co., 1851, page 63.

First published in Musen-Almanach für 1786, herausgegeben von Voß und Goeking, Hamburg, bey Carl Ernst Bohn, pages 24-25, with the title "Die Unsterblichkeit", subtitle "An Elisa". This first edition has an additional (third) stanza which was left out in later editions.

1 Schubert: "dir nun"

Research team for this text: Melanie Trumbull , Peter Rastl [Guest Editor]

5. Die Schäferin [sung text not yet checked]

Frühe geht die Schäferin, 
Führt die Lämmchen auf der Weide, 
Auf der Weide; 
Voller Freude 
Springt sie hin im leichten Kleide; 
Ach, es folgt mein Herz ihr hin.  

Hüpfet dann gar leicht und los 
Zu den Blumen an der Quelle 
An der Quelle 
Klarer Welle 
Stehen Blümchen, bunt und helle; 
Und sie pflückt sie in den Schooss. 

Streift sie auf die Ärmel dann, 
Wäscht ihr Antlitz, zart wie Rosen; 
Zart wie Rosen 
So die losen 
Zephyretten fächelnd kosen; 
Und es lacht die Flur sie an. 

Setzt sich dann in's Grüne hin, 
Windet Blumen, sich zu kränzen. 
Sich zu kränzen 
Eilt im Lenzen 
Nymph' und Hirt bei frohen Tänzen; 
Alles liebt die Schäferin. 

Manchmal singt sie hell und rein, 
Dass umher die Vöglein singen. 
Vöglein singen, 
Lämmchen springen,  
Und die muntern Ziegen dringen 
Schäkernd in den frohen Reih'n. 

Abends hüpft mit leichtem Sinn 
Sie zur Hütte, Lust im Herzen. 
Lust im Herzen, 
Unter Scherzen
Spottet sie die Liebe Schmerzen. 
Also lebt die Schäferin. 

Authorship:

Based on:

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Confirmed with Johann Diederich Gries, Gedichte und poetische Übersetzungen, zweites Bändchen, Stuttgart: F. C. Löflund und Sohn, 1829, pages 135 - 136. Appears in Übersetzungen.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

6. Mignon [sung text not yet checked]

Kennst du das Land? wo die Citronen blühn,
Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, 
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
Kennst du es wohl?
                   Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man Dir, du armes Kind, gethan?
Kennst du es wohl? 
                   Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maulthier sucht im Nebel seinen Weg;
In [Höhlen]1 wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du [ihn]2 wohl?
                    Dahin! Dahin
Geht unser Weg! o Vater, laß uns ziehn!

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Ken je het land?", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Walter Meyer) , "Knowest thou where?", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "Mignon", first published 1907
  • ENG English [singable] (Charles Fonteyn Manney) , "Mignon's song", first published 1911
  • ENG English (Emily Ezust) , copyright © 2016
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Connais-tu le pays où les citronniers fleurissent", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Conosci tu il paese", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Paolo Montanari) , "Conosci il paese", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, page 177.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Zweyter Band. Frankfurt und Leipzig. 1795, pages 7-8. The poem appears in Book 3, Chapter 1 of Goethe's novel.

See also the following poems inspired by this poem: the French poem Mignon and the German poem Kennst du das Land, wo über Grabes Nächte.

1 Schubert (autograph): "Höllen"
2 Schubert: "es"

Note: Spontini adds lines from all the stanzas at the end of his setting:

Dahin mit dir, möcht' ich mit dir,
O mein Geliebter, ziehn,
Dahin mit dir, möcht' ich mit dir,
O mein Beschützer, ziehn,
O Vater, dahin geht unser Weg,
O Vater laß uns ziehn,
Mit dir dahin, dahin mit dir!


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]
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