Lieder und Gesänge für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte. II. Reihe, Heft IV

by Louis Samson

Word count: 326

1. Waldlied [sung text not yet checked]

Der Nachtwind hat in den Bäumen
Sein Rauschen eingestellt,
Die Vögel sitzen und träumen
Am Aste traut gesellt.

Die ferne schmächtige Quelle,
Weil alles andre ruht,
Läßt hörbar nun Welle auf Welle
Hinflüstern ihre Flut.

Und wenn die Nähe verklungen,
Dann kommen an die Reih
Die leisen Erinnerungen
Und weinen fern vorbei.

Daß alles vorübersterbe,
Ist alt und allbekannt;
Doch diese Wehmut, die herbe,
Hat niemand noch gebannt.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Die Nixe [sung text not yet checked]

Mit dem grünen, kleinen Hute,
Mit der Pfauenfeder d'rauf,
Saß sie da vor mir im Kahne,
Sah so listig zu mir auf.

In den Händen beide Ruder
Teilte kräftig sie die Flut,
Daß ihr seidnes Mieder bebte,
In die Wangen stieg das Blut.

Und sie sang mit voller Stimme
Mir ein altes Wunderlied:
Wie den Knaben zu bethören
Wär' die Nixe nimmer müd'.

Ruhig lauscht' ich solchen Worten,
Sah sie an wol unverwandt,
Bis sie lachend mit dem Kahne
Wieder stieß an's feste Land.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Dein blaues Auge hält so still [sung text not yet checked]

Dein blaues Auge hält so still,
Ich blicke bis zum Grund.
Du fragst mich, was ich sehen will? 
Ich sehe mich gesund. 

Es brannte mich ein glühend Paar,
Noch schmerzt das Nachgefühl;
Das deine ist wie See so klar
Und wie ein See so kühl.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Jouw blauwe ogen", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Your blue eyes", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Tes yeux bleus", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "I tuoi occhi azzurri", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Klaus Groth's Gesammelte Werke. Vierter Band. Plattdeutsche Erzählungen - Hochdeutsche Gedichte, Kiel und Leipzig, Verlag von Lipsius & Tischer, 1893, page 176.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Huldigung [sung text not yet checked]

Die du bist so schön und rein,
[Wunnevolles]1 Magedein,
Deinem Dienste ganz allein
Möcht' ich wohl mein Leben weihn.

Deine süßen Äugelein
Glänzen mild wie Mondesschein;
Helle Rosenlichter streun
Deine rothen Wängelein.
 
Und aus deinem Mündchen klein
Blinkt's hervor wie Perlenreihn;
Doch den schönsten Edelstein
Hegt dein stiller Busenschrein.
 
Fromme Minne mag es sein,
Was mir drang ins Herz hinein,
Als ich weiland schaute dein,
[Wunnevolles]1 Magedein!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (John Sullivan Dwight) , "Thou that art so pure and bright"

View original text (without footnotes)

Confirmed with Buch der Lieder von Heinrich Heine, Achtundvierzigste Auflage, Hamburg: Hoffmann und Campe, 1882, page 267; in this edition the poem has no title.

1 Franz: "wonnevolles"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Der Mond und Sie [sung text not yet checked]

Wie ist so ruhig, klar und rein
Dein liebes Angesicht,
So wie im Lenz der Mondenschein
Ein träumerisches Licht!

Ich gehe Nächtens nie allein,
Dein holdes Bild geht mit,
Und selbst der Mond in hellem Schein
Hält mit mir Tritt und Schritt.

Doch geh' ich in mein Kämmerlein
Und drück' die Augen zu,
So schwindet zwar der Mondenschein,
Doch, Liebchen, niemals du.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]