Elegische Gesänge für 1 hohe Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by (Leopold) Heinrich (Picot de Peccaduc), Freiherr von Herzogenberg (1843 - 1900)

Word count: 461

1. Nachruf [sung text not yet checked]

Du liebe, [treue]1 Laute,
Wie manche Sommernacht,
Bis daß der Morgen graute,
Hab' ich mit dir durchwacht!

Die Täler, wieder nachten,
[Kaum spielt noch]2 Abendrot,
Doch die sonst mit uns wachten,
Die liegen lange tot.

Was wollen wir nun singen
Hier in der Einsamkeit,
Wenn alle von uns gingen,
Die unser Lied erfreut'?

Wir wollen dennoch singen!
So still ist's auf der Welt;
Wer weiß, die Lieder dringen
Vielleicht zum Sternezelt.

Wer weiß, die da gestorben,
Sie hören droben mich
Und öffnen leis' die Pforten
Und nehmen uns zu sich.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "In memoriam", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Hommage funèbre", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Richiamo", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Herzogenberg: "traute"; further changes may exist not shown above.
2 Wolf: "Schon sinkt das"

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2. Treue [sung text not yet checked]

Wie dem Wanderer in Träumen,
daß er still im Schlafe weint,
zwischen goldnen Wolkensäumen
seine Heimat wohl erscheint:

So durch dieses Frühlingsblühen
über Berg und Täler tief
seh' ich oft dein Bild noch ziehen,
als ob's mich von hinnen rief;

und mit wunderbaren Wellen
wie im Traume halb bewußt
gehen ew'ge Liederquellen
mir verwirrend durch die Brust.

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3. Die Nachtigallen [sung text not yet checked]

Möcht wissen, was sie schlagen
So schön bei der Nacht,
's ist in der Welt ja doch niemand,
Der mit ihnen wacht.

Und die Wolken, die reisen,
Und das Land ist so blaß,
Und die Nacht [wandert]1 leise
Durch den Wald übers Gras.

Nacht, Wolken, wohin sie gehen,
Ich weiß es recht gut,
Liegt ein Grund hinter den Höhen,
Wo meine Liebste jetzt ruht.

Zieht der Einsiedel sein Glöcklein,
Sie höret es nicht,
Es fallen ihre Löcklein
Übers ganze Gesicht.

Und daß sie niemand erschrecket,
Der liebe Gott hat sie hier
Ganz mit Mondschein bedecket,
Da träumt sie von mir.

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  • ENG English (Jakob Kellner) , "I would like to know what they sing", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (John Glenn Paton) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Les rossignols", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 some versions of Eichendorff (and Franz and Pfitzner): "wandelt"

Researcher for this text: Jakob Kellner

4. Am Strom [sung text not yet checked]

Der [Fluß]1 glitt einsam hin und rauschte,
Wie sonst, noch immer, immerfort,
Ich stand am Strand gelehnt und lauschte,
Ach, was ich [liebt']2, war lange fort!
Kein Laut, kein Windeshauch, kein Singen
Ging durch den weiten Mittag schwül,
Verträumt die stillen Weiden hingen
Hinab bis in die Wellen kühl.

Die waren alle wie Sirenen
Mit feuchtem, langem, grünem Haar,
[Und]3 von der alten Zeit voll Sehnen
Sie sangen leis und wunderbar.
Sing, Weide, singe, grüne Weide!
Wie Stimmen aus der Liebsten Grab
Zieht mich dein heimlich Lied voll Leide
Zum Strom von Wehmut mit hinab.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Au bord du fleuve", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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1 Franz: "Strom"
2 Franz: "liebte"
3 Franz: "Ach"

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5. Im Abendroth [sung text not yet checked]

Lust'ge Vögel in dem Wald,
Singt, solang es grün,
Ach wer weiss, wie bald,
wie bald Alles muss verblühn! 

Sah ich's doch vom Berge einst
Glänzen überall,
Wusste kaum, warum du weinst,
Fromme Nachtigall. 

Und kaum ging ich über Land,
Frisch durch Lust und Not,
Wandelt' alles, und ich stand
Müd im Abendrot. 

Und die Lüfte wehen kalt,
Übers falbe Grün,
Vöglein,euer Abschied hallt
Könnt' ich mit euch ziehn!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Thomas Zoller

6. Der Vögel Abschiedslied [sung text not yet checked]

Ade, ihr Felsenhallen,
Du schönes Waldrevier,
Die falben Blätter fallen,
Wir ziehen weit von hier.

Träumt fort im stillen Grunde!
Die Berg stehn auf der Wacht,
Die Sterne machen Runde
Die lange Winternacht.

Und ob sie all verglommen,
Die Täler und die Höhn --
Lenz muß doch wiederkommen
Und alles auferstehn!

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