by Heinrich Heine (1797 - 1856)

Am einsamen Strande plätschert die Flut
Language: German (Deutsch) 
Am einsamen Strande plätschert die Flut,
Der Mond ist aufgegangen,
Auf weißer Düne der Ritter ruht,
Von bunten Träumen befangen.

Die schönen Nixen, im Schleiergewand,
Entsteigen der Meerestiefe.
Sie nahen sich leise dem jungen Fant,
Sie glaubten wahrhaftig, er schliefe.

Die eine betastet mit Neubegier
Die Federn auf seinem Barette.
Die andre nestelt am Bandelier
Und an der Waffenkette.

Die dritte lacht, und ihr Auge blitzt,
Sie zieht das Schwert aus der Scheide,
Und auf dem blanken Schwert gestützt
Beschaut sie den Ritter mit Freude.

Die vierte tänzelt wohl hin und her
Und flüstert aus tiefem Gemüte:
"O, daß ich doch dein Liebchen wär,
Du holde Menschenblüte!"

Die fünfte küßt des Ritters Händ,
Mit Sehnsucht und Verlangen;
Die sechste zögert und küßt am End
Die Lippen und die Wangen.

Der Ritter ist klug, es fällt ihm nicht ein,
Die Augen öffnen zu müssen;
Er läßt sich ruhig im Mondenschein
Von schönen Nixen küssen.

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Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Settings in other languages, adaptations, or excerpts:

  • Also set in French (Français), a translation by Louis Gestin ; composed by Jacques Offenbach.
  • Also set in French (Français), a translation by Gérard Labrunie (1808 - 1855) ; composed by Henri-Pierre Poupard, as Henri Sauguet.
  • Also set in Italian (Italiano), a translation by Bernardino Zendrini (1839 - 1879) ; composed by Roberto Barattani, Filippo Filippi, Luigi Mancinelli.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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