Mein Lieb ist eine rothe Ros', Die frisch am Stocke glüht; Ein' rothe, rothe Ros'! mein Lieb Ist wie ein süßes Lied! Mein Lieb, so schmuck und schön du bist, So sehr auch lieb' ich dich; Bis daß die See verlaufen ist, Süß Dirne, lieb' ich dich! Bis daß die See verlaufen ist, Und der Fels zerschmilzt, mein Kind, Und stets, mein Lieb, so lang mein Blut Durch meine Adern rinnt! Leb' wohl, mein Lieb, mein einzig Lieb! Leb' wohl auf kurze Zeit! Leb' wohl! ich kehr', und wär' ich auch Zehntausend Meilen weit!
4 Lieder für eine Singstimme mit Pianoforte , opus 4
by Bernhard Ernst Scholz (1835 - 1916)
1. Mein Lieb’ ist eine rothe Ros’
Text Authorship:
- by Ferdinand Freiligrath (1810 - 1876), no title, appears in Gedichte, in Robert Burns. Elf Lieder [later 13 Lieder], no. 6[8], first published 1836
Based on:
- a text in Scottish (Scots) by Robert Burns (1759 - 1796)
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
- GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , "Η π’ αγαπώ ’ν’ τριαντάφυλλο", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
Note for stanza 2, line 4: in Scholz's setting, the line becomes "Du süße Dirne, lieb' ich dich!" in the repetition.
2. An den Mond
Füllest wieder Busch und Thal Still mit Nebelglanz, Lösest endlich auch einmal Meine Seele ganz; Breitest über mein Gefild Lindernd deinen Blick, Wie des Freundes Auge mild Über mein Geschick. Jeden Nachklang fühlt mein Herz Froh- und trüber Zeit, Wandle zwischen Lust und Schmerz In der Einsamkeit. Rausche, rausche, lieber Fluß! Nimmer werd' ich froh, So verrauschte Scherz und Kuß, Und die Treue so. Ich besaß es auch einmal, Was so köstlich ist! Daß man doch zu seiner Qual Nimmer es vergißt! Rausche, Fluß, das Thal entlang, Ohne Rast und Ruh, Rausche, flüstre meinem Sang Melodien zu, Wenn du in der Winternacht Wüthend überschwillst, Oder um die Frühlingspracht Junger Knospen quillst. Selig, wer sich vor der Welt Ohne Haß verschließt, Einen Freund am Busen hält Und mit dem genießt, Was, von Menschen nicht gewußt Oder nicht bedacht, Durch das Labyrinth der Brust Wandelt in der Nacht.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "An den Mond", written 1777, first published 1789
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
- CHI Chinese (中文) [singable] (Dr Huaixing Wang) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Aan de maan", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , "You fill bush and valley again", copyright ©
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Alla luna", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
- SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
Note: The initial version of this poem, sent to Charlotte von Stein in March 1778, was not published by Goethe (see below).
Note for stanza 6, line 2: in one of Schubert's settings (D 296 only), this line is "Ohne Rast, und ohne Ruh".
3. Winternacht
Verschneit liegt rings die ganze Welt, Nichts hab' ich, was mich freuet, Verlassen steht der Baum im Feld, Hat längst sein Laub verstreuet. Der Wind geht nun in stiller Nacht Und rüttelt an den Baume, Da rührt er seine Wipfel sacht Und redet wie im Traume. Er träumt von künft'ger Frühlingszeit, Von Grün und Quellenrauschen, Wo er im neuen Blüten-Kleid Zu Gottes Lob wird rauschen.
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), "Winternacht", written 1839, appears in Gedichte, in 6. Geistliche Gedichte
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CHI Chinese (中文) [singable] (Dr Huaixing Wang) , "冬夜", copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , "Winter night", copyright © 2014
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit d'hiver", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
4. Am Abend
Die ihr mit dem Odem linde Jedes Blümchen küßt und grüßt, Sagt mir, laue Abendwinde, Wo ihr jetzt mein Mädchen küßt? Ob im Spiegel eines Quelles Sich ihr klares Bildnis malt, Oder ob das Antlitz helles Abendrot ihr überstrahlt? Ob sie Nachtigallen grüßen, Wo sie froh durch Büsche eilt, Oder neue Blumen sprießen, Wo ihr sanfter Fußtritt weilt? Flattert zu ihr, laue Winde, Sagt ihr, daß ich harre schon; Ihr zum Führer tragt geschwinde Mit euch meines Liedes Ton. Durch die blauen Lüfte webet Abenddämm'rung, ruhig und mild, Und vom Stern der Liebe bebet Sanfter Schimmer aufs Gefild'. Nur wo mich ihr Arm umfasset, Lächelt mir der schöne Stern, Und sein hellster Glanz erblasset, O Geliebte, bist du fern.
Text Authorship:
- by Friedrich Rückert (1788 - 1866), "Abendlied", appears in Wanderung, in Anhang
See other settings of this text.