Sechs Gesänge , opus 10

by Sigismund von Neukomm (1778 - 1858)

1. Sehnsucht [sung text checked 1 time]

Meine Ruh' ist dahin,
Meine Freud' ist entflohn;
In dem [Flüstern]1 der Lüfte,
In dem [Rauschen]2 des Bachs,
Hör' ich [bebend]3 nur Klageton.

Seinem [schmeichelnden]4 Wort
Und dem Druck seiner Hand,
Seinem heißen Verlangen,
Seinem glühenden Kuß -
Weh mir, daß ich nicht widerstand!

Wenn ich von fern Ihn seh,
[Will]5 ich ihn zu mir ziehn;
Kaum entdeckt mich sein Auge,
Kaum tritt näher er mir,
Möcht' ich [gern in mein Grab]6 entfliehn.

Einmal, [ach einmal nur]7	
Möcht' ich ihn glücklich sehn
Hier, am klopfenden Herzen;
An der sehnenden Brust;
Wollte dann lächelnd untergehn! -

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Klaaglied", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , no title, copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Plainte", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Glycine von Friedrich Rochlitz, Erster Theil, Züllichau und Freystadt, bey Darnmann, 1805, pages 213-214.

1 Danzi, Schreiber, Schubert: "Säuseln"
2 Danzi, Schreiber, Schubert: "Murmeln"
3 Neukomm: "leiser"
4 Neukomm: "freundlichen"
5 Neukomm: "Möcht'"
6 Danzi: "in mein Grab"
7 Danzi: "ach einmal"; Neukomm: "nur einmal noch"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Thierry Morice , Malcolm Wren [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor] , Johann Winkler

2. Trost in Tränen [sung text not yet checked]

Wie kommt's, daß du so traurig bist,
Da alles froh erscheint?
Man sieht dir's an den Augen an,
Gewiß du hast geweint.

"Und hab' ich einsam auch geweint,
So ist's mein [eigner]1 Schmerz,
Und Thränen fließen gar so süß,
Erleichtern mir das Herz."

Die frohen Freunde laden dich,
O komm an unsre Brust!
Und was du auch verloren hast,
[Vertraue]2 den Verlust.

"Ihr lärmt und rauscht und ahnet nicht,
Was mich den Armen quält.
Ach nein, verloren hab' ich's nicht,
So sehr es mir auch fehlt."

So raffe dich denn eilig auf,
Du bist ein junges Blut.
In deinen Jahren hat man Kraft
Und zum Erwerben Muth.

"Ach nein, erwerben kann ich's nicht,
Es steht mir gar zu fern.
Es weilt so hoch, es blinkt so schön,
Wie droben jener Stern."

Die Sterne, die begehrt man nicht,
Man freut sich ihrer Pracht,
Und mit Entzücken blickt man auf
In jeder heitern Nacht.

"Und mit Entzücken blick' ich auf,
So manchen lieben Tag;
Verweinen laßt die Nächte mich,
So lang' ich weinen mag."

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Troost in tranen", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Comfort in tears", copyright ©
  • ENG English (Edgar Alfred Bowring) , "Comfort in tears", appears in The Poems of Goethe, first published 1853
  • FRE French (Français) (Gérard Labrunie) , "Consolation dans les larmes"
  • ITA Italian (Italiano) (Antonio Zencovich) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, pages 96-97, and with Taschenbuch auf das Jahr 1804, Herausgegeben von Wieland und Goethe, Tübingen, in der Cotta'schen Buchhandlung, pages 115-116.

1 Schubert (in the autograph): "eigen"
2 Schubert (Friedlaender edition): "vertraure"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

3. Schwermut [sung text not yet checked]

Als mein Leben voll Blumen hing,
Als ich im fliegenden Kleide
Lächelnd der Zukunft entgegenging,
Wie klopfte mein Busen voll Hoffnung und Freude!
Ach, hin ist hin! und todt ist todt!
Euch, verschwund'ne schöne Tage, 
Weckt kein Morgenroth!
Hin ist hin! und todt ist todt!

Freundschaft, als mich dein Arm umwand,
Als ich in seligen Stunden
Endlich ein Herz, wie das meine, fand,
Da heilten sie alle, die blutenden Wunden!
Ach, hin ist hin! und todt ist todt!
Was der Zeiten Flug zertrennte,
Eint kein Morgenroth!
Hin ist hin! und todt ist todt!

Als mein Busen voll Liebe schlug,
Als mich der höchste der Triebe
Über die Nebel der Erde trug,
Wie war ich so selig im Arme der Liebe!
Ach, hin ist hin! und todt ist todt!
Um das Grab gestorb'ner Liebe
Glänzt kein Morgenroth!
Hin ist hin! und todt ist todt!

Trostlos steh' ich, voll bittern Schmerz,
Einsam im langen Ermatten!
Brich, o du armes, verwais'tes Herz!
Und suche dir Frieden im Reiche der Schatten!
Ach, hin ist hin! und todt ist todt!
Schimm're bald auf meinen Hügel,
Goldnes Morgenroth!
Hin ist hin! und todt ist todt!

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with August Mahlmann's sämmtliche Schriften: nebst Mahlmanns Biographie. Erster Band. Gedichte. I., Leipzig, Verlag von F. Volckmar, 1839, pages 32-33.

Note: Spohr omits the final line of each stanza.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Abschied [sung text not yet checked]

Einsam durch den weiten Garten
  Irr' ich traurig her und hin:
Nicht mehr darf ich ihrer warten,
  Der ich ewig eigen bin.

Über diesen Fluß herüber
  Winkte noch zuletzt sie mit.
Ach, die Augen gehn mir über:
  Sie ist dort, und ich bin hier!

Schweigt, ihr muntern Nachtigallen,
  Unsre Frühlingszeit ist aus!
Epheu, laß die Zweige fallen:
  Du umrankst ein leeres Haus!

Wenn ein südlich milder Himmel
  Heiter sie umfangen hat,
Reißt der Sorgen bang Gewimmel
  Mich zur engen, düstern Stadt -- --

Lebe wohl! Was du besessen,
  Mache dir das Herz nicht schwer:
Ich nur will dich nie vergessen!
  Dich vergessen? Nimmermehr! --

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Klage an den Mond [sung text not yet checked]

Dein Silber schien
Durch Eichengrün,
Das Kühlung gab,
Auf mich herab,
O Mond, und lachte Ruh
Mir frohen Knaben zu.

Wenn [itzt]1 dein Licht
Durchs Fenster bricht,
Lachts keine Ruh
Mir [Jüngling]2 zu,
Siehts meine Wange blaß,
Mein [Auge thränennaß]3.

[Bald]4, lieber Freund,
Ach, [bald]5 bescheint
Dein Silberschein
Den Leichenstein,
Der meine Asche birgt,
[Des Jünglings Asche birgt!]6

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Plany a la lluna", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Your silver shone through green oaks", copyright ©
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Carlsruhe, bey Christian Gottlieb Schmieder, 1784, page 100; and with Ludwig Christoph Heinrich Hölty's Sämtliche Werke kritisch und chronologisch herausgegeben von Wilhelm Michael, Erster Band, Weimar, Gesellschaft der Bibliophilen, 1914, page 128.

Note: Hölty's poem, initially with the title "An den Mond", was published by Johann Heinrich Voß in a revised version, with the title "Klage".

1 Mendelssohn-Hensel: "jetzt"
2 Schubert (second version only): "Knaben"
3 Hölty (original version): "Aug von Thränen naß"
4 Hölty (original version): "Wann"
5 Hölty (original version): "wann"
6 Hölty (original version): "Wenn Minneharm mich würgt?"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

6. Des Einsamen Klage [sung text not yet checked]

Der Lenz verblüht! die Freude [blüht]1! 
Mein Leben hat die Nacht umhüllt, 
Und meine Seel' ein Schmerz erfüllt, 
Der ewig in mir glüht!

Ich irr' umher aus ödem Meer;
Kein Eiland winkt mir lächelnd zu:
"Komm, Pilger, komm, bei mir ist Ruh',
Du trägst am Leben schwer."

Vom schönen Land bin ich verbannt;
In dunkler Ferne dämmert's kaum,
Es schwebt um mich im Morgentraum
Das Glüek, das mir verschwand.

Verlaßner ich! Schlägt nie für mich
Ein Herz, das meinen Gram versteht,
Durch's dunkle Leben mit mir geht?
O Herz, wo find' ich dich?

Der Liebe Licht, mir strahlt es nicht,
Es giebt kein Herz, das für mich schlägt,
Kein Busen, der für mich sich regt,
Kein Arm, der mich umflicht!

Ich steh' allein! mein dunkles Seyn
Hell macht der Hoffnung Morgenrot;
Nur deine Fackel, holder Tod,
Mir strahlt mit mildem Schein.

Wo weilest du? bring mich zur Ruh'!
Komm, führ' mich in dein stilles Land,
Und schließe mir mit sanfter Hand
Die trüben Augen zu.

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1 in another version of the Herder poem: "flieht"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]