Vier Lieder (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) für Männerchor

Song Cycle by (Gustav) Adolf Brandt (1838 - 1919)

Word count: 363

1. Frühling [sung text not yet checked]

Die Glocken läuten das Ostern ein
In allen Enden und Landen,
Und fromme Herzen jubeln darein:
Der Lenz ist wieder erstanden!
 
Es atmet der Wald, die Erde treibt
Und kleidet sich lachend in Moose,
Und aus den schönen Augen reibt
Den Schlaf sich erwachend die Rose.
 
Das schaffende Licht, es flammt und kreist
Und sprengt die fesselnde Hülle;
Und über den Wassern schwebt der Geist
Unendlicher Liebesfülle.

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Researcher for this text: Harry Joelson

2. Im Sommer [sung text not yet checked]

Wie Feld und Au
So blinkend im Thau!
Wie Perlen-schwer
Die Pflanzen umher!
[Wie durch den Hain
Die Lüfte so rein!]1
Wie laut, im hellen Sonnenstrahl,
Die süßen Vöglein allzumahl!

Ach! aber da,
Wo Liebchen ich sah,
Im Kämmerlein,
So nieder und klein,
So rings bedeckt,
Der Sonne versteckt --
Wo blieb die Erde weit und breit
Mit aller ihrer Herrlichkeit?

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Zomerlied", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Guess) , "Summer song", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "En été", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Geschichte der deutschen Literatur mit ausgewählten Stücken aus den Werken der vorzüglichsten Schriftsteller von Heinrich Kurz, Zweiter Band, Fünfte Auflage, Leipzig, Druck und Verlag von B. G. Teubner, pages 544-545.

Modernized spelling would change "Thau" to "Tau" and "allzumahl" to "allzumal"

Note: Goethe mistakenly included this poem in his works in 1815. Several composers therefore attributed it erroneously to him (including Wolf and Franz). Referenced in Max Friedlaender's Das deutsche Lied im 18. Jahrhundert, Stuttgart: J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger, 1902, reprint: Hildesheim: Georg Olms Verlagsbuchhandlung, 1962.

1 Franz, Nägeli, F. Mendelssohn: "Wie durch's Gebüsch / Die Winde so frisch!"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Emilia Maxim

3. Herbstlied [sung text not yet checked]

Das Laub fällt von den Bäumen,
Das zarte Sommerlaub.
Das Leben mit seinen Träumen
Zerfällt in Asch und Staub.

Die Vöglein im Walde sangen,
Wie schweigt der Wald jetzt still!
Die Lieb ist fortgegangen,
Kein Vöglein singen will.

Die Liebe kehrt wohl wieder
Im lieben künft'gen Jahr,
Und alles kehrt dann wieder,
Was jetzt verklungen war.

Du Winter, sei willkommen,
Dein Kleid ist rein und neu.
Er hat den Schmuck genommen,
Den Schmuck bewahrt er treu.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Herfstlied", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David K. Smythe) , "Autumn Song", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant d'automne", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Giulio Cesare Barozzi) , "Canto d'autunno", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Canção de Outono", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Margo Briessinck

4. Christnacht [sung text not yet checked]

Heilge Nacht, auf Engelschwingen
Nahst du leise dich der Welt;
Und die Glocken hör ich klingen,
Und die Fenster sind erhellt.
Selbst die Hütte trieft von Segen,
Und der Kindlein froher Dank
Jauchzt dem Himmelskind entgegen
Und ihr Stammeln wird Gesang.

Mit der Fülle süsser Lieder,
Mit dem Glanz um Tal und Höh'n
Heil'ge Nacht, so kehrst du wieder,
Wie die Welt dich einst gesehn. -
Da die Palmen lauter rauschten,
Und, versenkt in Dämmerung,
Erd und Himmel Worte tauschten,
Worte der Verkündigung.

Da, mit Purpur übergossen,
Aufgetan von Gottes Hand,
Alle Himmel sich erschlossen,
Glänzend über Meer und Land,
Da den Frieden zu verkünden,
Sich der Engel niederschwang,
Auf den Höhen in den Gründen
Die Verheissung widerklang. -

Heil'ge Nacht, mit tausend Kerzen
Steigst du feierlich herauf,
Oh, so geh in unsern Herzen,
Stern des Lebens, geh uns auf!
Schau, im Himmel und auf Erden,
Glänzt der liebe Rosenschein!
Friede soll's noch einmal warden
Und die Liebe König sein.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]