Sechs Gesänge für eine Singstimme mit Pianoforte

by (Johann Karl) Leberecht Baumert (1833 - 1904)

Word count: 598

1. Ständchen [sung text not yet checked]

Schlaf wohl, du Liebchen mein
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

2. Trinklied [sung text not yet checked]

Was ist das für ein durstig Jahr!
Die Kehle lechzt mir immerdar,
Die Leber dorrt mir ein.
Ich bin ein Fisch auf trocknem Sand,
Ich bin ein dürres Ackerland,
O schafft mir, schafft mir Wein!

Was weht doch jetzt für trockne Luft!
Kein Regen hilft, kein Tau, kein Duft,
Kein Trunk will mir gedeihn.
Ich trink im allertiefsten Zug,
Und dennoch wird's mir nie genug,
Fällt wie auf heißen Stein.

Was herrscht doch für ein hiß'ger Stern !
Es zehrt mir recht am innern Kern
Und macht mir Herzenspein.
Man dächte wohl, ich sei verliebt ;
Ja, ja ! Die mir zu trinken gibt,
Soll meine Liebste sein.

Und wenn es euch wie mir ergeht,
So betet, daß der Wein gerät,
Ihr Trinker insgemein!
O heil'ger Urban, schaff uns Trost,
Gib heuer uns viel edlen Most,
Daß wir dich benedein !

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chanson à boire", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Gedichte von Ludwig Uhland, erster Band, Verlag der Cotta'schen Buchhandlung, Stuttgart, 1898, page 54.


Researcher for this text: Pierre Mathé [Guest Editor]

3. Zur Nacht [sung text not yet checked]

Gute Nacht! Gute Nacht!
Allen Müden sei's gebracht;
neigt der Tag sich still zum Ende
ruhen alle fleiß'gen Hände,
bis der Morgen neu erwacht!
Gute Nacht, gute Nacht!

Schlummert süß!
Träumt euch euer Paradies;
wem die Liebe raubt den Frieden
werd' ein schöner Traum beschieden,
als ob Liebchen ihn begrüß?!
Schlummert süß, schlummert süß!

Authorship

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Researcher for this text: John Versmoren

4. Im Walde [sung text not yet checked]

O Täler weit, O Höhen,
o schöner grüner Wald,
du meiner Lust und Wehen 
andächt'ger Aufenthalt!
Da draussen, stets betrogen,
[saust]1 die geschäft'ge Welt;
schlag' noch einmal die Bogen
um mich, du grünes Zelt!

Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit!

Im Walde steht geschrieben 
ein stilles ernstes Wort
vom rechten Tun und Lieben,
und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen 
die Worte, schlicht und wahr,
und durch mein ganzes Wesen
ward's unaussprechlich klar.

Bald werd' ich dich verlassen,
fremd in die Fremde geh'n,
auf buntbewegten Gassen
des lebens Schauspiel seh'n.
Und mitten in dem Leben
wird deines Ernst's Gewalt
mich Einsamen erheben,
so wird mein Herz nicht alt.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Elisabeth Siekhaus) , "Departure", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Adieu à la forêt", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Blodek: "haust"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Liebe trägt das Herz zum Himmel [sung text not yet checked]

Wenn die Sonne [hoch]1 und heiter
Lächelt, wenn der Tag sich neigt,
Liebe bleibt die goldne Leiter,
Drauf das Herz zum Himmel steigt;

Ob der Jüngling sie empfinde,
Den es zur Geliebten zieht,
Ob die Mutter sie dem Kinde
Sing' als süßes Wiegenlied,

Ob der Freund dem Freund sie spende,
Den er fest im Arme hält,
Ob der hohe Greis sie wende
Auf den weiten Kreis der Welt,

Ob der Heimat sie der Streiter
Zolle, wenn er wund sich neigt:
Liebe bleibt die goldne Leiter,
Drauf das Herz zum Himmel steigt.

Authorship

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1 Sommer: "hell"; further changes may exist not noted above.

Researcher for this text: Harry Joelson

6. Die Mitternacht [sung text not yet checked]

's ist Mitternacht!
Der Eine schläft, der And're wacht.
Er schaut bei'm blauen Mondenlicht
Dem Schläfer still in's Angesicht;
D'rin thut ein böser Traum sich kund
Wie seltsam zuckt er mit dem Mund!
's ist Mitternacht,
Der Eine schläft, der And're wacht.

's ist Mitternacht!
Der Eine schläft, der And're wacht!
»So sah der Freund noch immer aus,
Er greift zum Dolch, es macht mir Graus,
Er stößt, er lacht – du triffst ja mich!
Erwache doch! Ich rüttle dich!«
's ist Mitternacht!
Der And're ist nur halb erwacht.

's ist Mitternacht!
Der And're ist nur halb erwacht!
Er stiert, er ruft: so lebst du noch,
Verruchter, und ich traf dich doch?[174]
So nimm noch den! Hei! der war gut!
Warm spritzt mir in's Gesicht dein Blut!
's ist Mitternacht!
Nun schlafen Beide, Keiner wacht.

's ist Mitternacht!
Sie schlafen Beide, Keiner wacht!
Du wüste Eul' im Eibenbaum,
Du krächztest ihn in diesen Traum,
Nun fängt die häm'sche Dohle an,
Ob sie ihn nicht erwecken kann.
's ist Mitternacht,
Gott gebe, daß er nie erwacht!

Authorship

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Confirmed with Friedrich Hebbel, Sämtliche Werke. 1. Abteilung: Werke, Berlin, [1911], pages 174-175.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]