Mit grünem Gewand schmückt sich froh die Natur,
Sie lauschet dem Lämmchen, das springt auf der Flur,
Es zwitschern die Vögel den Willkomm erfreut,
Mich kann nichts entzücken — mein Annchen ist weit.
Schneeglöckchen, Maßliebchen, sie schmücken die Au,
Es baden sich Veilchen des Morgens im Thau;
So süß sie auch duften, mir schaffen sie Leid,
Sie mahnen an Annchen — mein Annchen ist weit.
...
Neun Lieder für Sopran oder Tenor mit Begleitung des Pianoforte von Ludwig und Malvina Schnorr von Carolsfeld, herausgegeben von Malvina Schnorr von Carolsfeld
1. Mit grünem Gewand
Text Authorship:
- by Luise von Plönnies (1803 - 1872), "Mein Annchen ist weit", appears in Britannia. A Selection of British Poems Ancient and Modern = Eine Auswahl englischer Dichtungen alter und neuer Zeit, first published 1843
Based on:
- a text in Scottish (Scots) by Robert Burns (1759 - 1796), "My Nannie's awa"
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Note: modern German would change the following spellings: "Thau" -> "Tau"; "thauiger" -> "tauiger", "Morgenroth" -> "Morgenrot", etc.
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler2. Hemmings Lied aus Agnete
Geliebt war Agnete, voll Unschuld und gut, solch' Herz hatte nie einen Tropfen bös' Blut; Wie die Sonn', wie die Engel so mild war ihr Herz, und doch so bescheiden wie's Veilchen im März. O Gott, wie mein Herze muss leiden! Der arme Vogel saß sinnend im Baum, sie hatte nur Aug' für den wogenden Raum. Sie wusste nicht, was ihr so lieblich klang, sie lauschte des Meergottes lockendem Sang. O Gott, wie mein Herze muss leiden! Der Meergott hat mild sie beim Namen genannt, da, Jesum vergessend, sie sprung von dem Strand. Ach, wahr ist die Weise, ob viel auch nicht wert, der arme Vogel hat selbst sie gelehrt. O Gott, wie mein Herze muss leiden!
Text Authorship:
- by Julius Thomsen, Dr. (flourished c1849), "Am Ufer", subtitle: "(Der Mond scheint auf's Wasser)", appears in Andersens Dichtungen. Auswahl in deutscher Übertragung, first published 1849
Based on:
- a text in Danish (Dansk) by Hans Christian Andersen (1805 - 1875), appears in Agnete og Havmanden
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Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler3. Wiegenlied aus Agnete
Droben ist der Sonnentag verflossen; schlafe, Kind, so wirst du stark und groß. Reiten sollst auf wilden Meeresrossen; Wiesen grünen in der Fluten Schoß. Und die Schiffe in den weiten Hallen über dir gleich großen Wolken zieh'n. Sonn' un d Mondlicht hin durchs Wasser wallen, hell wirst du's in deinen Träumen seh'n. Engel du, geboren mir mit Schmerzen, Jahr für Jahr wachs' auf zu meiner Lust! Trankst das Leben ja an meinem Herzen, d'rum geht jede Trän' mir an die Brust. Schlafe, Kind! Ich sitz' an deiner Wiege. Lass dir küssen zu die Äugelein! Sollte meinen einst das Licht versiegen, wer wird dir dann wohl die Mutter sein?
Text Authorship:
- by Julius Thomsen, Dr. (flourished c1849), "Das Schloß des Meergottes", appears in Andersens Dichtungen. Auswahl in deutscher Übertragung
Based on:
- a text in Danish (Dansk) by Hans Christian Andersen (1805 - 1875), "Agnetes Vuggevise", appears in Agnete og Havmanden
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Note: in Schnorr von Carolsfeld's score, there are several deviations from this text that ignore the rhyme scheme. In addition, in stanza 3, line 3, the first several words were garbled from "Trankst das Leben ja" into "Trinkst du Leben je".
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler4. Schneekönigin
Hell schimmert der Schnee auf Feldern und Flur, ein einsames Licht blinkt im Hüttchen nur, dort harret das Mädchen beim Lampenschein des Herzallerliebsten sein. Still ist's in der Mühle, das Treibrad steht, Da glättet der Knappe sein Haar und geht; drauf hüpfet er lustig hei, eins, zwei, drei, am Mühlteich vorbei. Froh singet er laut in den schneidenden Wind, von dem ihm die Wangen geröthet sind, Schneekönigin fährt über Wälder und Au auf Wolken grau. Wie schön bist du doch bei des Schneelichtes Schein, ich hab' dich erkoren zum Herzliebsten mein. Komm, folg mir auf schwimmender Insel von Schnee über Fluren und See! Schneeflocken fallen so dick und so dicht: Mein Blumennetz fängt dich; o fliehe mich nicht! Dort stehet mein Brautbett so schimmernd und fein, komm, schlumm're nur ein! Nicht mehr blinkt im Hüttchen des Lichtes Schein, weiß wirbeln die Flocken in Ringelreih'n. Ein Sternchen blinkt aus den Wolken heraus. Nun löschen sie's aus. Hell scheinet die Sonne auf Felder und Wald, er schlummert im Brautbett so eisig kalt, dem Mädchen wird bange, zur Mühle sie geht, das Treibrad es steht!
Text Authorship:
- Singable translation by Anonymous / Unidentified Author, "Die Schneekönigin"
Based on:
- a text in Danish (Dansk) by Hans Christian Andersen (1805 - 1875), "Snedronningen"
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Research team for this page: Harry Joelson , Johann Winkler5. Rheinisches Volkslied
Wie ist's so still im Hüttlein hier, so einsam und so leer, denn niemand teilt die Freud' mit mir, kommt freundlich zu mir her! Und die ich liebte, die liebt mich nicht - wie wird das Aug' mir trüb'! Lass ab, lass ab! Das Herz schier bricht, es bricht in treuer Lieb'.
Text Authorship:
Set by Malvina Schnorr von Carolsfeld (1825 - 1904) [ soprano or tenor and piano ]Go to the general single-text view
Researcher for this page: Johann Winkler6. Warum sind denn die Rosen so blaß
Warum sind denn die Rosen so blaß?
O sprich mein Lieb warum?
Warum sind denn im grünen Gras
Die blauen Veilchen so stumm?
...
Warum scheint denn die Sonn' auf die Au,
So kalt und verdrießlich herab?
Warum ist denn die Erde so grau,
Und öde wie ein Grab?
Warum bin ich selbst so krank und so trüb?
Mein liebes Liebchen sprich
O sprich mein herzallerliebstes Lieb,
Warum verließest du mich?
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 23
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Perquè són les roses tan pàl·lides", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , "Why are the roses so pale?", copyright ©
- ENG English (John Todhunter) , appears in Heine's Book of Songs, first published 1907
- FRE French (Français) (Charles Beltjens) , no title, appears in Intermezzo lyrique, no. 23, first published 1827
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Pourquoi les roses sont-elles si pâles?", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
- POR Portuguese (Português) (Axel Bergstedt) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
7. Herbstgedanken
Mein Aug' hat keine Tränen, mein Mund verstummt in Schmerz; ein namenloses Sehnen durchzieht mein trauernd Herz. Die Welt ist öd' zum Grauen, der Himmel kalt und bleich; beraubet sind die Auen der Blütenpracht so reich. Gar traurig rauscht das Bächlein hin unterm fall'nden Laub! Verstummt sind alle Vöglein, auch ihr Sang Herbstesraub! Entfernt von allen Lieben stirbt hin die Freude mein! Ach, nichts ist mir geblieben; was soll ich hier allein?
Text Authorship:
- by Malvina Schnorr von Carolsfeld (1825 - 1904)
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Researcher for this page: Johann Winkler