Kompositionen für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Max Alexander

Word count: 709

1. Dem Herrn sei Lob und Ehr' [sung text not yet checked]

Die Vöglein regen ihre Schwingen
Im morgengoldnen Wolkenmeer
Und ihre Sprache ist ihr Singen
Und aus den Lüften hör' ichs klingen:
Dem Herrn sei Lob und Ehr'!

Und bunte Blumen seh' ich blühen,
Umwogt von grünem Halmenmeer,
Und ihre duft'gen Kelche glühen,
Und ihre Sprache ist ihr Blühen:
Dem Herrn sei Lob und Ehr'!

Und tausend goldne Sternlein wandern
Bei Nacht auf dunklem Aethermeer,
Und wie sie kommen, wie sie wandern,
Spricht eines grüssend zu dem andern:
Dem Herrn sei Lob und Ehr'!

Und finden sich verwandte Seelen
Auf wechselvollem Lebensmeer,
Die sich in Lieb und Treu vermählen,
Wird auch der fromme Gruss nicht fehlen:
Dem Herrn sei Lob und Ehr'!

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Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Ein geistlich Abendlied [sung text not yet checked]

Es ist [so]1 still geworden,
Verrauscht des Abends Wehn,
Nun hört man aller Orten
Der Engel Füße gehn,
Rings in die [Thale]1 senket
Sich Finsterniß mit Macht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht!

Es ruht die Welt im Schweigen, 
Ihr Tosen ist vorbei,
Stumm ihrer Freude Reigen
Und stumm ihr Schmerzenschrei.
Hat Rosen sie geschenket,
Hat Dornen sie gebracht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht! 

Und hast du heut gefehlet, 
O schaue nicht zurück;
Empfinde dich beseelet 
Von freier Gnade Glück.
Auch des Verirrten denket 
Der Hirt auf hoher Wacht --
Wirf ab, Herz, was dich kranket 
Und was dir bange macht! 

Nun stehn im Himmelskreise
Die Stern' in Majestät;
In gleichem festem Gleise
Der goldne Wagen geht.
Und gleich den Sternen lenket
Er deinen Weg durch Nacht --
Wirf ab, Herz, was dich kränket,
Und was dir bange macht!

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Avondlied", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening song", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du soir", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed wtih Gedichte von Gottfried Kinkel, Erster Band, Siebente Auflage, Stuttgart, Verlag der J. F. Cotta'schen Buchhandlung, 1872, pages 191-192.

1 Blumner: "nun" (Musikalien-catalog von Heinrichshofen's Verlag in Magdeburg); further changes may exist not shown above.
2 Schumann: "Tiefe"

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3. Maienthau [sung text not yet checked]

Auf den Wald und auf die Wiese,
Mit dem ersten Morgengrau,
Träuft ein Quell vom Paradiese,
Leiser, frischer Maientau;
Was den Mai zum Heiligtume
Jeder süßen Wonne schafft,
Schmelz der Blätter, Glanz der Blume,
Würz und Duft, ist seine Kraft.

Wenn den Tau die Muschel trinket,
Wird in ihr ein Perlenstrauß;
Wenn er in den Eichstamm sinket,
Werden Honigbienen draus;
Wenn der Vogel auf dem Reise
Kaum damit den Schnabel netzt,
Lernet er die helle Weise,
Die den ernsten Wald ergetzt.

Mit dem Tau der Maienglocken
Wascht die Jungfrau ihr Gesicht,
Badet sie die goldnen Locken,
Und sie glänzt von Himmelslicht;
Selbst ein Auge, rot geweinet,
Labt sich mit den Tropfen gern,
Bis ihm freundlich niederscheinet,
Taugetränkt, der Morgenstern.

Sink denn auch auf mich hernieder,
Balsam du für jeden Schmerz!
Netz auch mir die Augenlider!
Tränke mir mein dürstend Herz!
Gib mir Jugend, Sangeswonne,
Himmlischer Gebilde Schau,
Stärke mir den Blick zur Sonne,
Leiser, frischer Maientau!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Rosée de mai", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Neuer Frühling [sung text not yet checked]

Neuer Frühling ist gekommen,
Neues Laub und Sonnenschein,
Jedes Ohr hat ihn vernommen,
Jedes Auge saugt ihn ein.
Und das ist ein Blühn und Sprießen,
Waldesduften, Quellenfließen,
Und die Brust wird wieder weit,
Frühling, Frühling, goldne Zeit!

Von [dem]1 Felsen in die Weite
Fliege hin, mein Frühlingssang,
Ueber Ströme und Gebreite,
Durch Gebirg und Blüthenhang!
Darf nicht wandern, muß ja bleiben,
Ob's mich ziehn auch will und treiben,
Doch so weit mein Himmel blaut
Singen, singen will ich laut!

Wie die Welt auch wechselnd gehe,
Wie das Schicksal auch mich treibt,
Komme Glück und komme Wehe,
[Fest doch weiß ich was mir bleibt:] 2
Fester Mut der freien Seele
Und die freudge Liederkehle,
Lebenslust und Lebensdrang,
Goldnes Leben im Gesang!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta’scher Verlag, 1852, pages 215-216

1 Schaffgotsch: "den"
2 Schaffgotsch: "Wenn nur Eines mir verbleibt:"

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5. O du, vor dem die Stürme schweigen [sung text not yet checked]

O du, vor dem die Stürme schweigen,
Vor dem das Meer versinkt in Ruh',
Dies wilde Herz nimm hin zu eigen
Und führ' es deinem Frieden zu:
Dies Herz, das, ewig umgetrieben,
Entlodert allzu rasch entfacht
Und, ach, mit seinem irren Lieben
Sich selbst und andre elend macht.

Entreiß es, Herr, dem Sturm der Sinne,
Der Wünsche treulos schwankem Spiel;
Dem dunkeln Drange seiner Minne,
Gib ihm ein unvergänglich Ziel;
Auf daß es, los vom Augenblicke,
Von Zweifel, Angst und Reue frei
Sich einmal ganz und voll erquicke
Und endlich, endlich stille sei.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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6. Wohl flog mit roten Wimpeln [sung text not yet checked]

Wohl flog mit roten [Wipfeln]1 einst
Mein Schiff in junger Zeit;
Dann kamen Sturm und Wetter,
Da trug ich schweres Leid.

Doch wie der frühe goldne Traum
Zerging des Kummers Last;
Nun schau' ich nach den Sternen
Vom Steuer, ernst gefaßt.

Was immer kam, ich hab's erkannt,
Am letzten war es gut;
Das hat mein Herz gegürtet
Mit einem festen Mut.

Fahr zu, mein Schiff, fahr fröhlich zu
Durch Glanz und Nebelrauch!
In deinen raschen Segeln
Der Wind ist Gottes Hauch.

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1 some versions of Geibel, and used by Max Alexander: "Wimpeln"; further changes may exist not noted above.

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