Zehn Lieder "Werners" aus J.V. von Scheffel's Trompeter von Säkkingen, für Bariton mit Pianoforte

Song Cycle by Robert Schwalm (1845 - 1912)

Word count: 0

1. Alt Heidelberg, du Feine [sung text not yet checked]

Alt Heidelberg, du feine
Du Stadt an Ehren reich
Am Neckar und am Rheine
Kein andre kommt dir gleich.

Stadt fröhlicher Gesellen
An Weisheit schwer und Wein
Klar ziehn des Stromes Wellen
Blauäuglein blitzen drein.

Und kommt aus lindem Süden
Der Frühling übers Land,
So webt er dir aus Blüten
Ein schimmernd Brautgewand.

Auch mir stehst du geschrieben
Ins Herz gleich einer Braut,
Es klingt wie junges Lieben
Dein Name mir so traut.

Und stechen mich die Dornen
Und wird mir's draus zu kahl
Geb ich dem Roß die Sporen
Und reit ins Neckartal.

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2. Als ich zum erstenmal dich sah [sung text not yet checked]

Als ich zum erstenmal dich sah,
Verstummten meine Worte,
Es löste all mein Denken sich
In schwellende Akkorde.

Drum steh' ich arm Trompeterlein
Musizierend auf dem Rasen,
Kann dir nicht sagen, was ich will,
Kann meine Lieb' nur blasen.

Authorship

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3. O wende nicht den scheuen Blick [sung text not yet checked]

O wende nicht den scheuen Blick
Und fleuch nicht zag und bange,
Kehr zum Balkone keck zurück
Und lausche meinem Sange.

Vergeblich Mühn, mir zu entfliehn,
Ich blase ruhig weiter,
Da werden meine Melodien
Zur wundersamen Leiter.

Auf der Akkorde Sprossen schwingt
Die Lieb' empor sich leise,
Durch Schloß und Riegel zu dir klingt
Dann wiederum die Weise:

O wende nicht den scheuen Blick
Und fleuch nicht zag und bange,
Kehr zum Balkone keck zurück
Und lausche meinem Sange.

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  • ENG English [singable] (Virginia Woods, Mrs. John P. Morgan) , "Young Werner"

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4. Lindduftig hält die Maiennacht [sung text not yet checked]

[Lind duftig]1 hält die Maiennacht
Jetzt Berg und Tal umfangen,
Da komm' ich durch die Büsche sacht 
Zum Herrenschloß gegangen.
Im Garten rauscht der Lindenbaum,
Ich steig' in seine Äste,
Und singe aus dem grünen Raum
Hinauf zur hohen Feste:

  »Jung Werner ist der glückseligste Mann
  Im römischen Reich geworden!
  Doch wer das Glück ihm angetan,
  Das sagt er nicht mit Worten;
  [Das sagt er nur mit Hei, Juchhei, --]2
  Wie wunderschön ist doch der Mai,
  Feinslieb, ich tu' dich grüßen!«

Im Wipfel hoch die Nachtigall
Stimmt ein mit [süßem]3 Schlagen,
Durch Berg und Tal wird weit der Schall,
Der Schall des Lied's getragen.
Drob schauen rings die Vögel auf,
Der Sang tät sie erwecken;
Bald schmettert laut der helle Hauf
Aus Busch und Zweig und Hecken:

  »Marg'retha ist die glücklichste Maid
  im römischen Reich geworden,
  doch wer das Glück ihr angethan,
  das sagt sie nicht mit Worten.
  Das schließt sich nur in Töne ein!
  Wie wunderschön ist's doch im Mai'n,
  Feinslieb, ich thu' dich grüßen!«

Die Welle hört's, die Welle bringt's
Stromabwärts an die Häuser,
Aus nebelgrauer Ferne klingt's
Zurück mir leis und leiser.
Und oben hoch im [Maienduft]4
Seh' ich zwei Engel fliegen,
Wie Harfenton kommt durch die Luft
Ihr Sang herabgestiegen:

[ Marg'retha ist die glücklichste Maid... etc.
[ Jung Werner ist der glückseligste Mann, ... etc.

Authorship

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  • ENG English [singable] (Virginia Woods, Mrs. John P. Morgan) , "Young Werner and Margareta"

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1 Riedel: "Lindduftig"
2 Riedel: "Das schließt sich nur in Töne ein!"
3 Bruch: "hellem"
4 Bruch, Riedel: "Morgenduft"

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5. Das ist im Leben hässlich eingerichtet [sung text not yet checked]

Das ist im Leben [häßlich]1 eingerichtet,
Daß bei den Rosen gleich die Dornen steh'n,
Und was das [arme Herz]2 auch sehnt und dichtet,
[Zum Schluße]3 kommt das Voneinandergehn.
In deinen Augen hab' ich einst gelesen,
Es blitzte drin von Lieb' und Glück ein Schein:
  Behüt' dich Gott, es wär so schön gewesen,
  Behüt' dich Gott, es hat nicht sollen sein! -- 

Leid, Neid und Hass, auch ich hab' sie empfunden,
Ein sturmgeprüfter, müder Wandersmann.
Ich träumt' von Frieden dann und stillen Stunden,
Da führte mich der Weg zu dir hinan.
In deinen Armen wollt' ich ganz genesen,
Zum Danke dir mein junges Leben weih'n!
  Behüt' dich Gott!  Es wär zu schön gewesen!
  Behüt' dich Gott!  Es hat nicht sollen sein! --

[Die Wolken flieh'n]4, der Wind [saust]5 durch die Blätter,
Ein Regenschauer zieht durch Wald und Feld,
Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter;
Grau, wie der Himmel, steht vor mir die Welt.
Doch wend' es sich zum Guten oder Bösen,
[Du schlanke Maid, in]6 Treuen denk' ich dein:
  Behüt' dich Gott, es wär so schön gewesen,
  Behüt' dich Gott, es hat nicht sollen sein! --

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Song of Young Werner (It was not to be)", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Virginia Woods, Mrs. John P. Morgan) , "Young Werner"
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , from Il trombettiere di Säckingen, copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Hamma: "schmerzlich"; further changes may exist not shown above.
2 Pfitzner: "Menschenhertz"
3 Meyer-Helmund: "Am Ende"
4 Abt, Meyer-Helmund, Pfitzner: "Wolken entfliehn"
5 Pfitzner: "rauscht"
6 Abt, Meyer-Helmund, Pfitzner: "Mein Leben lang in"

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6. Mir ist's zu wohl ergangen [sung text not yet checked]

Mir ist's zu wohl ergangen,
Drum ging's auch bald zu End,
Jetzt bleichen meine Wangen,
Das Blatt hat sich gewend't.

Die Blumen sind erfroren,
Erfroren Veil und Klee,
Ich hab' mein Lieb verloren,
Muß wandern tief im Schnee.

Das Glück läßt sich nicht jagen
Von jedem Jägerlein,
Mit Wagen und Entsagen
Muß drum gestritten sein.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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7. Am wilden Klippenstrande [sung text not yet checked]

[An wildem]1 Klippenstrande
Ein Felsblock einsam ragt,
Ihn haben von dem Ufer
Die Wellen losgenagt.

Jetzt liegt er halb versunken
Trotzig im grünen Meer,
Die weißen Möwen flattern
Schrill kreischend um ihn her.

Auf dunkeln Wasserpfaden
Tanzt spielend leicht ein Schiff,
Es klingt ein fremdes Singen
Heran zum Felsenriff:

"O wenn ich doch am Rheine
Bei meiner Liebsten wär',
O Heimath, alte Heimath,
Wie machst das Herz du schwer!"

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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1 Traunwart: "Am wilden" ; further changes may exist not noted above.

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8. Sonne taucht in Meeresfluthen [sung text not yet checked]

Sonne taucht in Meeresfluten,
Himmel [strahlt]1 in letzten Gluten,
Langsam will der Tag verscheiden,
Ferne Abendglocken läuten.
Dein gedenk' ich, Margaretha!

Haupt gelehnt [an]2 Felsens Kante,
Fremder Mann in [fremden]3 Lande.
Um den [Fels]4 die Wellen schäumen,
Durch die Seele zieht ein Träumen.
Dein gedenk' ich, Margaretha!

Authorship

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  • ENG English [singable] (Virginia Woods, Mrs. John P. Morgan) , "Young Werner"

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1 Kienzl, Riedel: "blitzt"
2 Kienzl, Riedel: "auf"
3 Riedel: "fremdem"
4 Kienzl, Riedel: "Fuß"

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9. O Römerin, was schauest Du [sung text not yet checked]

O Römerin, was schauest du
Zu mir mit sengenden Blicken?
Dein Aug' ist schön, doch nimmer wird's
Den fremden Mann berücken.

Jenseits der Alpen steht ein Grab,
Gegraben am grünen Rheine,
Drei wilde Rosen blühen drauf,
Seine Liebe liegt dareine.

O Römerin, was schauest du
Zu mir mit sengenden Blicken?
Dein Aug' ist schön, doch nimmer wird's
Den fremden Mann berücken.

Authorship

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10. Nun liegt die Welt umfangen [sung text not yet checked]

Nun [liegt]1 die Welt umfangen
Von starrer Winternacht,
Was frommt's, daß am Kamin ich
Entschwund'ner Lieb gedacht?

Das Feuer will erlöschen,
Das letzte Scheit verglüht,
Die Flammen werden Asche,
Das ist das End vom Lied,

Das End vom alten Liede,
Mir fällt kein neues ein,
Als Schweigen und Vergessen --
Und wann vergäß' ich dein?

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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1 Brückler: "ist"; further changes may exist not shown above.

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