Acht Notturnos

[incomplete]

Song Cycle by Vitězslav Augustín Rudolf Novák (1870 - 1949)

Word count: 959

1. Sterne im Wasser [sung text not yet checked]

Weiß im Mondlicht träumt der Hafen,
Ruderschlag in weiter Ferne,
Meine müden Segel schlafen,
Und im Wasser steh'n die Sterne,
Selig blinkend.
Langsam regen sich die Maste,
Stumm zum Meere zieh'n die Wellen;
Was ich liebte, was ich haßte,
Wandert von mir auf dem hellen,
Blanken Wasser.
Erst der Tod löst alle Qualen,
Erst der Tod bricht alle Riegel,
Deines Glückes Sterne strahlen
Spät zur Nacht erst auf dem Spiegel
Deiner Seele.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Waldnacht [sung text not yet checked]

Wie uralt weht's, wie längst verklungen
In diesem tiefen Waldesgrün,
Ein Träumen voller Dämmerungen,
Ein dichtverschlungnes Wunderblühn!

Durch dieser Laubgewölbe Mitten,
Sprich, bist du schon auf irrer Bahn
Um Mitternacht dahingeschritten?
Dann hebt auch hier der Zauber an.

Des Wolfs durchschossne Augen funkeln,
Um schwarze Wipfel kreist der Weih,
Im Moor auf Felsen glüht im Dunkeln
Der Hirsche moderndes Geweih.

Vorüber jagt auf Flammenhufen
Erlkönig sein goldmähnig Roß;
Die Geige tönt, die Flöten rufen,
Er reitet auf sein Elfenschloß.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Notturno in G dur [sung text checked 1 time]

Der Nachtwind singt und säuselt durch das Rohr.
Vom Garten hängt zum See der bleiche Flieder.
Ich harre dein im Boot, wann steigst du nieder
die kühlen Stufen? Leis das Gittertor.
Der Nachtwind singt und säuselt durch das Rohr.

Der Nachtwind streift und flüstert um das Boot...
Der See liegt still. Schling um mich deinen Arm,
gib diese junge Brust mir, keusch und warm...
Wie feucht dein Nacken glüht, dein Mund wie rot!
Der Nachtwind streift und flüstert um das Boot...

Der Nachtwind zittert fröstelnd durch das Rohr.
„Frühvögel ... horch! Wenn der Rausch je verblich?“
„Du weinst?“ „Ich weine süß und bitterlich.“
Der Mond scheint grell, leis' geht das Gittertor...
Der Nachtwind rauscht und schauert durch das Rohr.

Authorship

Go to the single-text view

Researcher for this text: Johann Winkler

3. Nokturno z G-dur [sung text checked 1 time]

Tmou větřík hrá a sviští rákosím.
Od zahrad k vodě svůj květ šeřík shýbá.
Já v člunu toužím sám, kdy schůdky zlíbá
tvých kručků vánek? Táhle branka zní.
Tmou větřík hrá a sviští rákosím.

Tmou vítr lká a láská člunu přiď...
na vlnách noc. Svírej mne paží svou,
dej svých mi prsů mládí, jímž tak žhnou...
mne spíjí šíje běl, nach rtů a žár!
Tmou vítr lká a láská člunu přiď...

Tmou vítr pílí chvějným rékosím.
„Ranní pták ... slyš! i z té vášně zbuzení?“
„Ty štkáš!“ „Já pláči sladkou žalostí.“
Jak měsíc plá zaskřípla branka v ráz ...
Tmou větřík hvízď a kvílí rákosím.

Authorship

Based on

Go to the single-text view

Researcher for this text: Johann Winkler

4. Totentänzchen [sung text checked 1 time]

Der kupferrote Vollmond hing
in sternentoter Weite,
und durch die dunkeln Felder ging
verschränkt ein Paar zur Freite.
Sie war so jung, so knospenschlank,
und hatte heiße Wangen;
um ihren Leib die Arme schlang
in glühendem Verlangen
der Tod und sang:
Es irrt ein Lachen durch die Welt,
ein sorglos freches Höhnen;
es zieht ein Weinen durch die Welt,
ein Schluchzen und ein Stöhnen.
Es steigt empor und schrillt zusamm'
in wilden Dissonanzen,
wir aber wollen, schönes Kind,
ein Menuettchen tanzen ...

Authorship

Go to the single-text view

Researcher for this text: Johann Winkler

4. Tanec smrti [sung text checked 1 time]

Mdle svítí luna dálavou,
noc chvátá v náruč prázdným tmám,
a pouští spráhlou v páru jdou
dva láskou hnáni  k námluvám.
Jí mládí máj zář krás všech přál
a ohněm žhoucí tváře;
kol vábných  štíhlých vnad svůj stáčí
s vášně chtivou touhou
smrt hnát a dí:
Jen slyš, jak smíchem svět ten zní,
tím bláznů chechtem rázným;
jak pláčem bolným svět ten zní,
tak útěchy prázdným.
To mísí se a stoupá výš
ve hrůzné dissonanci,
já však tě vzývám, krásko má,
jen k laškovnému tanci...

Authorship

Based on

Go to the single-text view

Researcher for this text: Johann Winkler

5. Helle Nacht [sung text not yet checked]

Weich küßt die Zweige
der weiße Mond.
Ein Flüstern wohnt
im Laub, als neige,
als schweige sich der Hain zur Ruh:
Geliebte du --

Der Weiher [ruht]1, und
die Weide schimmert.
Ihr Schatten flimmert
in seiner Flut, und
der Wind weint in den Bäumen:
wir träumen -- [träumen]2 --

Die [Weiten]3 leuchten
Beruhigung.
Die Niederung
hebt bleich den feuchten
Schleier hin zum Himmelssaum:
o hin -- o Traum -- --

Authorship

Based on

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Nit clara", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Friedrich Karl Grimm) , "Bright night"
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Bright night", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit claire", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Richard Dehmel, Gesammelte Werke in drei Bänden, Zweiter Band, Berlin: S. Fischer Verlag, 1913, pages 30-31

1 Grimm: "ruft"
2 Grimm, Reger: "wir träumen"
3 Grimm: "Welten"

Research team for this text: Jeroen Scholten , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Nachtreise [sung text not yet checked]

Ich reit' ins finstre Land hinein, 
Nicht Mond noch Sterne geben Schein, 
Die kalten Winde tosen. 
Oft hab' ich diesen Weg gemacht, 
Wann goldner Sonnenschein gelacht, 
Bei lauer Lüfte Kosen.

Ich reit' am finstern Garten hin, 
Die dürren Bäume sausen drin, 
Die welken Blätter fallen. 
Hier pflegt' ich in der Rosenzeit, 
Wann alles sich der Liebe weiht, 
Mit meinem Lieb zu wallen.

Erloschen ist der Sonne Strahl, 
Verwelkt die Rosen allzumal, 
Mein Lieb zu Grab' getragen. 
Ich reit' ins finstre Land hinein 
Im Wintersturm, ohn' allen Schein, 
Den Mantel umgeschlagen.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Voyage de nuit", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Sommernacht [sung text not yet checked]

Wie deine Finger leis' die Tasten greifen!
Durchs Zimmer flüstern sanfte Melodien,
Das letzte Tageslicht will sacht entschweifen
Und Dämmer ihre grauen Schleier ziehn.

Ich lehne hinter dir auf deinem Stuhle,
Die schlanken Mädchenflechten in der Hand.
Du spieilst mein Lieblingslied vom Schluß in Thule,
Das klingt wie Geistergruß aus Geisterhand.

Wie schön, im blonden Mädchenhaar zu wühlen,
Verweht im Abendwind dein Märchenlied,
Wenn dir zu Häupten blasse Strahlen spielen,
Die letzten, die das Abendrot versprüht...

In blaue Nacht ist längst dein Lied verklungen,
Wir stehn am Fenster, wo der Ahorn blüht,
Und hören schweigend, Arm in Arm geschlungen,
Zwei Sprosser zwitschern ihr verliebtes Lied.

Die weite Nacht wird stumm bei ihrem Singen,
Der Brunnen weiß nicht, ob er weiterrrinnt,
Mit offenen Kelchen horchen die Syringen,
Und kaum zu atmen wagt der Sommerwind.

Authorship

Researcher for this text: Bertram Kottmann

8. Christkindleins Wiegenlied [sung text checked 1 time]

O Jesulein zart1, 
das Kripplein ist hart,
O Jesulein zart, 
wie liegst du so hart,
Ach schlaf, ach tu die Aügelein zu,
Schlaf, und gieb uns die ewige Ruh. 

Schlaf Jesulein wohl, 
nichts hindern soll
Ochs, Esel, und Schaf 
sind alle im Schlaf.
Der Seraphim singt und Cherubim klingt
viel Engel im Stall, sie wiegen dich all.

Seid stille ihr Wind, 
lasst schlafen das Kind!
[All Brausen sei fern, 
laßt ruhn euren Herrn!]2
Schlaf, Kind, und tu dein' Äuglein zu,
schlaf und gib uns die ewige Ruh!

Nichts mehr sich bewegt, kein Mäuslein sich regt,
zu schlafen beginnt das herzige Kind.
Schlaf denn und tu dein' Äuglein zu,
schlaf und gib uns die ewige Ruh!
Nichts mehr man dann singt, kein Stimmlein mehr klingt:
schlaf Jesulein zart, von göttlicher Art!

Authorship

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)
1 Humperdinck:, the second "O Jesulein zart" is moved to after the first.
2 Humperdinck:"Ihr Stürme, halt' ein, das Rauschen lasst sein!"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]