Lieder nach Texten von Paul Verlaine

Song Cycle by Artur Immisch (1902 - 1949)

Word count: 596

1. Regenlied [sung text checked 1 time]

Wie nun des Regens Gerinn
rauschend die Stadt [umsingt]1
fühl’ ich ein Trauern, das in 
meine schauernde Seele dringt.

Regen, o Regengesang,
[dächer-]2 und bodenwärts,
was bist du für lieber Gesang
für ein einsames Herz!

Dein Klingen und Klagen, es klopft 
[auch]3 im Herzen, das heiss 
sich in Tränen zertropft
und doch seine Trauer nicht weiss.

Wer, o wer sagt mir das,
warum sich mein Herz so betrübt,
dass es stumm, ohne Liebe und Hass
einem grundlosen Grame sich gibt?

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Confirmed with Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, Zweite Auflage (second edition), herausgegeben von Stefan Zweig (edited by Stefan Zweig), Berlin and Leipzig : Schuster & Loeffler, 1907, page 43.

1 Immisch: "umringt"
2 Immisch: "dächerwärts"
3 Immisch: "mir auch"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann , Sharon Krebs [Guest Editor] , Joost van der Linden [Guest Editor]

2. Helle Nacht [sung text checked 1 time]

Weich küßt die Zweige
der weiße Mond.
Ein Flüstern wohnt
im Laub, als neige,
als schweige sich der Hain zur Ruh:
Geliebte du --

Der Weiher [ruht]1, und
die Weide schimmert.
Ihr Schatten flimmert
in seiner Flut, und
der Wind weint in den Bäumen:
wir träumen -- [träumen]2 --

Die [Weiten]3 leuchten
Beruhigung.
Die Niederung
hebt bleich den feuchten
Schleier hin zum Himmelssaum:
o hin -- o Traum -- --

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Nit clara", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) (Joost van der Linden) , "Heldere nacht", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Friedrich Karl Grimm) , "Bright night"
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Bright night", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit claire", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Richard Dehmel, Gesammelte Werke in drei Bänden, Zweiter Band, Berlin: S. Fischer Verlag, 1913, pages 30-31

1 Grimm: "ruft"
2 Grimm, Reger: "wir träumen"
3 Grimm: "Welten"

Research team for this text: Jeroen Scholten , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Und es wird kommen ein Sommertag [sung text not yet checked]

Und es wird kommen ein Sommertag, 
und die Sonne wird glühn, denn sie teilt meine Freude, 
wie sie dich im Prunke von Atlas und Seide, 
du Liebe, du Gute, verschönen mag. 

Des Himmels blauschimmerndes Riesenzelt 
wird prächtig erschauernd über uns schweben,
wir werden mit bleichen Stirnen erbeben
vor Glück und Erwartung der bräutlichen Welt. 

Und wenn dann der duftige Abend erscheint 
und die schmeichelnde Luft umspielt deinen Schleier, 
dann halten die Sterne stillsegnende Feier 
über zwei Menschen, die selig vereint.

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Confirmed with Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, herausgegeben von Stefan Zweig, Berlin and Leipzig : Schuster & Loeffler, 1902, page 57.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann

4. Auf der Promenade [sung text checked 1 time]

Der blasse Himmel und die schlanken Äste
überschimmern mit ihrem zarten Schein
das buntfröhliche Durcheinander unsrer Reih'n,
und unsre helle Kleidung knittert und flattert im Weste.

Ein leiser Lufthauch kräuselt den glatten
Spiegel des blanken Weihers, und das Sonnenlicht
dringt durch die gestutzten Lindenreihen und bricht
und kürzt der niedren Stämme blaue Schatten.

Zärtlicher Sinn und leicht entbrannte Herzen,
flüstern einen bald gebrochnen Schwur,
so plaudern und kokettieren wir die Schnur
der langen Allee hin unter verliebten Scherzen.

Ab und zu, von einem der zarten Händchen,
wird auch wohl ein gelinder Klaps appliziert,
den man nachher reuesamst quittiert
mit einem ergebensten Kuß auf das äußerste Endchen

des kleinen Fingers. Ging man etwas weiter,
und war etwa zu stürmisch das Delikt,
die Gnädige wohl etwas befremdet und kälter blickt,
aber um den schönen Mund bleibt's heiter.

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Confirmed with Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, herausgegeben von Stefan Zweig, Berlin and Leipzig : Schuster & Loeffler, 1902, page 45.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann , Joost van der Linden [Guest Editor]

5. Mondschein [sung text checked 1 time]

Ein schöner Park ist euer Seele Bild,
belebt von reizend buntem Schäferfeste,
zu Tanz und Spiel die frohe Laute schrillt,
doch traurig blickt der Maskenzug der Gäste.

Sie singen in getragnem, sanften Moll von Liebesglück
und vor erhörtem Werben
doch ihre Weisen sind so schwermutsvoll,
daß sie im zarten Mondenschein ersterben,
der niedertrauert groß und silberhell,
den Vogel wiegt in schattendualen Bäumen
und schluchzen läßt mit funkelndem Gefäll’
die schlanken Strahlen die in Marmor schäumen.

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Researcher for this text: Joost van der Linden [Guest Editor]

6. Mein Traum 

Ich träume wieder
 . . . . . . . . . .

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7. Das Lied der völlig Arglosen [sung text checked 1 time]

Blauäugig blond, den Scheitel glatt: 
wer uns noch nicht gesehen hat, 
der blättre nur in Romanen 
aus bessern Tagen der Ahnen. 

Laut schwatzend, lachend, Arm in Arm 
schwankt durch die Wiesen toll der Schwarm, 
und unsre Gedanken und Träume 
sind rein wie die [ewigen Räume]1. 

Vom Tagesgrauen bis zum Abendrot 
jagen wir flatternde Falter tot, 
und riesige Schäferhüte 
bewahren dem Teint die Blüte. 

Und Kleidchen umflattern uns weiss wie Schnee. 
Wie winken die Kavaliere, o weh! 
Und bitten und betteln und flüstern 
und zwinkern, die Frechen, so lüstern!

Doch eitel bleibt ihr böses Bemühn, 
und vor Ärger werden sie gelb und grün. 
Ein Knicks: und spöttische Falten 
umspülen unsre Gestalten. 

Denn unsre Tugend ist grandios:
Kommt nur heran, gleich geht sie los! 
Ihr glaubt wohl gar, ihr Gecken, 
dass wir vor euch erschrecken? 

Nur freilich schlägt uns das Herzchen oft 
heiss [über dem]2 Gürtel, und unverhofft 
kribbeln und krabbeln Gelüste, 
und es ist uns, als ob man uns küsste . . . 

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Confirmed with Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, Zweite Auflage (second edition), herausgegeben von Stefan Zweig (edited by Stefan Zweig), Berlin and Leipzig : Schuster & Loeffler, 1907, pages 21-22.

1 Immisch: "ew'gen Räume, ja so rein."
1 Immisch: "überm"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann , Joost van der Linden [Guest Editor]