by Friedrich Rückert (1788 - 1866)

Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit
Language: German (Deutsch) 
Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit
Klingt ein Lied mir immerdar:
O wie liegt so weit, o wie liegt so weit,
Was mein einst war!

Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang,
Die den Herbst und den Frühling bringt,
Ob das Dorf entlang, ob das Dorf entlang,
[Das]1 jetzt noch klingt? 

"Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
Waren Kisten und Kasten schwer;
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer."

O du Kindermund, o du Kindermund,
Unbewußter Weisheit froh,
Vogelsprachekund, vogelsprachekund,
Wie Salomo!

O du Heimatflur, o du Heimatflur,
Laß zu deinem [heil'gen]2 Raum
Mich noch einmal nur, mich noch einmal nur
Entfliehn im Traum!

Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
War die Welt mir voll so sehr;
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer.

Wohl die Schwalbe kehrt, wohl die Schwalbe kehrt,
Und der leere Kasten schwoll;
Ist das Herz geleert, ist das Herz geleert,
Wird's nicht mehr voll.

Keine Schwalbe bringt, keine Schwalbe bringt
Dir zurück, wonach du weinst:
Doch die Schwalbe singt, doch die Schwalbe singt
im Dorf wie einst: 

"Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
Waren Kisten und Kasten schwer;
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer."

F. Nietzsche sets stanzas 1-3, 8, and 1 again
M. Hauptmann sets stanzas 1-3, 5
J. Stern sets stanzas 1-2, 5-8

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1 Nietzsche: "es"
Notes on Radecke's textual variants submitted by Thomas Fechtel
2 Hauptmann, Stern: "sel'gen"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Helen Dellenbauch Tretbar)


Research team for this text: John Versmoren , Melanie Trumbull

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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