by Li-Tai-Po (701 - 762)
Translation by Hans Bethge (1876 - 1946)

Im Mondlicht glitzern tausend kleine...
Language: German (Deutsch)  after the Chinese (中文) 
Im Mondlicht glitzern tausend kleine Wellen,
Das helle Grün des Wassers [ist]1 wie Silber,
Man meint, es seinen ungezählte Fische,
Die auf dem Strom hinab zum Meere ziehn.

Ich gleite einsam in dem leichten Nachen,
Nur hin und wieder reg' ich meine Ruder,
Die Nacht und ihre Einsamkeit erfüllen 
Mein Herz, mein junges Herz mit Traurigkeit.

Ich seh im Mondlicht tausend Lotosblumen,
Mit Riesenblüten, die wie Perlen gleißen,
Ich kose sie mit meinen Bambusrudern,
Sie rauschen auf, als sprächen sie vom Glück.

Sie neigen sich und winken, liebestrunken,
Sie flüstern Trost in meine arme Seele;
Ich blicke ganz beseligt auf sie nieder,
Und meine Schwermut, die mich so bedrückte,
Sinkt wie ein dunkler Schatten von mir ab.

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Confirmed with Hans Bethge, Die chinesische Flöte, Insel Verlag, 1918, page 31.

1 Immisch, Overhoff: "glänzt"

Authorship

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Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Settings in other languages, adaptations, or excerpts:

  • Also set in French (Français), a translation by Tran Van Tung (b. 1915) , probably from Poésies d'Extrême-Orient, first published 1945, copyright © ; composed by Matthijs Vermeulen.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2008-01-21
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