Vier Lieder für 1 tiefere Stimme mit Pianoforte , opus 6

by (Christian Heinrich) Karl Grammann (1842 - 1897)

Heft 1 print " -- "; 1. Morgenlied [sung text not yet checked]

Bald ist der Nacht ein End' gemacht,
Schon fühl' ich Morgenlüfte wehen.
Der Herr, der spricht: »Es werde Licht!«
Da muß, was dunkel ist, vergehen.
Vom Himmelszelt durch alle Welt
Die Engel freudejauchzend fliegen;
Der Sonne Strahl durchflammt das All.
Herr, laß uns kämpfen, laß uns siegen!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Soon night will reach its end", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Humeur du matin", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Heft 1 print " -- "; 2. Auf der Wacht [sung text not yet checked]

Viel tausend Stern' am Himmel stehn 
Getreulich ihre Wacht versehn
Mit hohen Freuden. 
Du Kriegsmann, nimm es wohl in Acht, 
Und halte Wacht in dunkler Nacht
Auf grüner Haiden.

Treu deinem Herrn, treu deinem Gott
Wirst du den Feind und alle Noth
Bestehn mit Freuden.
Bleib' treu, bleib' treu und halte Wacht 
In stiller Nacht, in wilder Schlacht, 
Auf grüner Haiden.

Die Tapferkeit hält lange Zeit; 
Die Treu' besteht in Ewigkeit,
Nichts kann sie scheiden.
Halt' Wacht, du deutsches Herz, halt' Wacht,
Bis dich gebracht die kurze Nacht 
Zu ew'gen Freuden. 

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Confirmed with Lieder von Robert Reinick, Sechste Auflage, Berlin, Verlag von Ernst und Korn, 1873, pages 25-26.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Heft 2 print " -- "; 3. Ja, du bist elend [sung text not yet checked]

Ja, du bist elend, und ich grolle nicht;
Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!
Bis uns der Tod das kranke Herze bricht,
Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!

Wohl seh ich Spott, der deinen Mund umschwebt,
Und seh dein Auge blitzen trotziglich,
Und seh den Stolz, der deinen Busen hebt,
Und elend bist du doch, elend wie ich.

Unsichtbar zuckt auch Schmerz um deinen Mund,
Verborgne Träne trübt des Auges Schein,
Der stolze Busen hegt geheime Wund,
Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 126.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Pierre Mathé [Guest Editor]

Heft 2 print " -- "; 4. Gesellenlied [sung text not yet checked]

„Kein Meister fällt vom Himmel.“
Und das ist auch ein großes Glück!
  Der Meister [sind]1 schon viel zu viel;
  Wenn noch ein Schock vom Himmel fiel',
Wie würden uns Gesellen
Die vielen Meister prellen
Trotz unserm Meisterstück!

„Kein Meister fällt vom Himmel.“ 
Gottlob, auch keine Meisterin!
  Ach lieber Himmel, sei so gut,
  Wenn droben eine brummen thut,
Behalte sie in Gnaden,
Daß sie zu unserm Schaden
Nicht fall' zur Erden hin!

„Kein Meister fällt vom Himmel.“
Auch keines Meisters Töchterlein!
  Zwar hab' ich das schon lang' gewußt,
  Und doch, was wär' das eine Lust,
Wenn jung und hübsch und munter
Solch Mädel fiel' herunter
Und wollt' mein Herzlieb' sein!

„Kein Meister fällt vom Himmel.“
Das ist mein Trost auf dieser Welt;
  Drum mach' ich, daß ich Meister werd',
  Und wird mir dann ein Weib beschert,
Dann soll aus dieser Erden
Mir schon ein Himmel werden,
Aus dem kein Meister fällt.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Song of the apprentice", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant de l'apprenti", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Canto degli alunni", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Lieder von Robert Reinick, Maler. Mit dessen Lebensskizze von Berthold Auerbach, Vierte Auflage, Berlin, Verlag von Ernst & Korn, 1857, pages 52-53. Note: in this edition, the poem ends with a comma, but we have fixed the typo.

1 Stöhr: "gibt's"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler