Ich liebte dich, und ach, ich muß entsagen!
Nicht zürn' ich dir, ich zürne dem Geschick.
Wirst du mich je um meine Thränen fragen,
So gieb nur selbst die Antwort dir zurück!
Ich liebte dich, ich will es nicht verhehlen,
War auch nur Schmerz der langen Sehnsucht Ziel;
Ist Liebe nicht ein Antheil schön'rer Seelen,
Und lohnet nicht Gefühl sich durch Gefühl?
...
Ich liebe dich, und kann dich nicht vergessen;
Doch schweigen will ich mit verhaltnem Schmerz,
Will allen Gram in eine Thräne pressen,
In einen Seufzer mein zerdrücktes Herz.
...
Als Ideal sollst du vor mir jetzt schweben:
Was ich gedacht, gefühlt, dir will ich's weihn.
Du sollst die Gluth der Phantasie beleben,
Du sollst mein Lied und meine Muse seyn.
...
Lass mir die Lust, dich geistig zu verehren,
Im süßen Traum dein Bildnis zu umfah'n,
Lass mir den Trost der stillen Wehmutszähren,
Der Geisternähe wundersüßen Wahn!
Gieb mir den Kuß der schwesterlichen Treue,
Nur Freundschaft sey der Herzen neues Band!
Gieb mir den Kuß! keusch ist der Freundschaft Weihe,
Entsagung ist der Reinheit Unterpfand.
So leb' denn wohl! nie wird dein Bild mich fliehen,
Wenn auch dein Herz das meine bald vergißt;
Ich habe dir und dem Geschick verziehen
Und bin beglückt, wenn du nur glücklich bist.
Sechs Lieder , opus 5
by Joseph Abenheim (1804 - 1891)
1. Abschied
Text Authorship:
- by Ernst Konrad Friedrich Schulze (1789 - 1817), "Abschied", subtitle: "An S. I."
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Farewell", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Congedo", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1-2,4,8,11-13 of the original text.
3. Die Blumen  [sung text not yet checked]
Ich klag's euch, ihr Blumen, ihr plaudert's nicht aus, Bewahrt das Geheimniß im duftigen Strauß; Nur euch sei mein Lieben, mein Leiden vertraut! Verschweigt es, ihr Blumen, und redet nicht laut. Doch wenn ihr am Busen der Theuren erglüht, Dann öffnet die Kelche, dann duftet und blüht, Dann flüstert hinauf mit bescheidenem Wehn: Er liebt Dich, er liebt Dich und darf's nicht gestehn! Und wenn ihr verwelkt eure Köpfe gesenkt, Ja, wenn sie euch wegwirft und meiner nicht denkt, Dann sindet im Bächlein das wogende Grab Und nehmt mein Geheimniß nur mit euch hinab.
Text Authorship:
- sometimes misattributed to Volkslieder (Folksongs)
- by Karl Eduard von Holtei (1798 - 1880)
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4. Wiegenlied
Alles still in süßer Ruh, Drum, mein Kind, so schlaf auch du! Draußen säuselt nur der Wind: Su, susu! schlaf ein, mein Kind! Schließ du deine Äugelein, Laß sie wie zwei Knospen sein! Morgen, wenn die Sonn' erglüht, Sind sie wie die Blum' erblüht. Und die Blümlein schau' ich an, Und die Äuglein küss' ich dann, Und der Mutter Herz vergißt, Daß es draußen Frühling ist.
Text Authorship:
- by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), no title, appears in Kinderlieder, in Wiegenlieder I, no. 1
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Cançó de bressol", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Ruth Rainero) , "All is still in sweet repose", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Berceuse", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Ninnananna", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
- POR Portuguese (Português) (Elke Beatriz Riedel) , "Canção de ninar", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
Note: in many older editions, the spelling of the word "Äugelein" becomes "Aeugelein", but as can be seen in how "über" becomes "Ueber" when capitalized, this is due to the printing process and not to rules of orthography, so we use "Äugelein".
See also this text that makes use of the second and third stanzas.
5a. Lied des Trostes
Was grämst du dich? Noch wenig trübe Stunden, Dann heilen deine Wunden; Dann blickt dein Auge hell und klar! Dein Geist, so fest gekettet, Fliegt dann empor, und rettet Zum Lande seiner Heimat sich! Was grämst du dich? Der große Geist, Um den die Welten schweben, Sieht unser kleines Leben Und unsern Kummer gnädig an. Er zählt die Tränen-Tropfen, Er stillt des Herzens Klopfen, Er ist es, der uns Trost verheißt, Der große Geist! Verzage nicht! Blick auf in jene Ferne, Da glänzen tausend Sterne! Wie groß ist deines Vaters Haus! Ach dort, ach dort erwarmen An seiner Brust wir Armen! Drum, wenn dein Herz in Tränen bricht, Verzage nicht!
Text Authorship:
- by Siegfried August Mahlmann (1771 - 1826), "Lied des Trostes", appears in Kleine Erzählungen, Gedichte und prosaische Aufsätze
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5b. Vöglein mein Bote
Vöglein, flieg fort, Vöglein, komm' wieder! Flieg' zu der Liebsten hin Und setz' dich nieder. Sieh, was sie thut, Ob sie dem Fernen gut, Ob sie an mich gedacht, Vöglein, gib Acht! Vöglein, flieg' fort, Vöglein, komm' wieder! Trag' zu der Liebsten Ohr All' meine Lieder; Sag': „Er ist dein, Kann ohne dich nicht sein, Lebt nur allein für dich!“ Vöglein, so sprich! Vöglein, flieg' fort, Vöglein, komm' wieder! Nimm ihren Liebesgruß Auf dein Gefieder! Wenn sie dich fragt Und dir viel Schönes sagt Bring' mir's in raschem Flug, Vöglein, sei klug! Vöglein, flieg' fort, Vöglein, komm wieder! Bring' mir ein Röschen nur Von ihrem Mieder! Ist es auch klein, Soll's mir willkommen sein! Was mir die Theure zollt, Vöglein, ist Gold! Vöglein, flieg' fort, Vöglein, komm wieder! Raste vom Flug sodann Und setz' dich nieder. Raste bei mir, Lab' dich am Futter hier, Lab' dich am kühlen Trank, Vöglein, -- schön' Dank!
Text Authorship:
- by Johann Gabriel Seidl (1804 - 1875), "Vöglein -- mein Bote", appears in Natur und Herz
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
6. Dein Bild  [sung text not yet checked]
Wenn ich auf dem Lager liege In [Nacht und Kissen]1 gehüllt, So schwebt mir vor ein süßes, Anmutig liebes Bild! Wenn mir der stille Schlummer Geschlossen die Augen kaum, So schleicht [das Bild sich leise]2 Hinein in meinen Traum [Doch]3 mit dem Traum des Morgens Zerrinnt es nimmermehr; Dann trag' ich es im Herzen Den ganzen Tag umher.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Die Heimkehr, no. 49
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (David K. Smythe) , "When I lie on the bed", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- POL Polish (Polski) (Aleksander Kraushar) , "Gdy na łożu", first published 1880
- SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , "Cuando estoy tumbando en el campo", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Heinrich Heine's Sämmtliche Werke, Erster Band: Reisebilder, Dritte Auflage, Philadelphia: Verlag von John Weik, 1856, pages 29-30.
1 Mendelssohn: "Nacht"2 Lang: "das liebe Bild"
3 Lang: "Und"
