Zehn Lieder aus Wolff's Tannhäuser, Wilder Jäger und Rattenfänger für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Hans von Saurma-Jeltsch

Word count: 1102

1. Es ging sein Lieb zu suchen [sung text not yet checked]

Es ging sein Lieb zu suchen 
Der Knabe zum grünen Wald, 
Wohl unter den Eichen und Buchen 
Fand er das Liebchen bald.

Die Sonne war untergegangen,
Die Sterne glänzten so klar,
Den Beiden brannten die Wangen,
Weil es so einsam war.

Und wo vorüber schreitet
Zur Tränke das scheue Reh, 
Da war das Bett bereitet,
Blumen und rother Klee.

Und rings nur Duften und Schweigen,
Man hört' eines Blättchens Fall,
Am Morgen aus dämmernden Zweigen
Huschte die Nachtigall. 

"Laß uns der Nachtigall binden
Das Köpfchen ins Federkleid,
Sie soll uns nicht sehen und finden,"
Sagte zum Buhlen die Maid.

"Und bindet Ihr unter die Schwingen
Mein Köpfchen mir," klang es zurück,
"Doch weiß ich's und will davon singen,
Sehnender Liebe Glück!" 

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2. Ein Schwert, das schneidet [sung text not yet checked]

Ein Schwert, das schneidet, ein Falke, der fängt,
Ein Roß, dran die Sporen zu sparen,
Ein Saitenspiel über die Schulter gehängt,
So will ich die Lande durchfahren.
So ziehe ich fürbaß mit Sang und Klang
Den Berg hinüber, die Straße entlang
Und lasse beim Reiten und Reisen
Die Wege vom Winde mir weisen.

Ich suche mit Augen ein Königreich,
Das liegt mir verlangend im Sinne,
Ich schlage mich durch mit des Schwertes Streich
Bis hin zu der Königin Minne.
Und ist sie zu Hause, und finde ich sie,
So beug' ich vor ihrem Throne das Knie
Und will mich auf Tod und Leben
Getreu ihrem Dienste ergeben.

Mein Herz ist muthig, mein Arm gelenk,
Zum Ritter muß sie mich schlagen,
Ich werde ihr Marschalk, ihr Truchseß, ihr Schenk,
Stets will ihre Farben ich tragen.
Ich will für sie streiten zuvorderst im Heer
Und will für sie brechen manch mannlichen Speer,
Auf daß ich den Dank mir gewinne
Zu Ehren und Ruhm der Frau Minne.

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3. Wie soll ich's bergen [sung text not yet checked]

Wie soll ich's bergen, wie soll ich's tragen,
Was Du mir selber ins Herz gelegt?
Kann es nicht hehlen und kann es nicht sagen,
Was meine ganze Seele bewegt.

All meine Sinne und alle Gedanken,
Unstät und flüchtig verlassen sie mich,
Dich zu umwinden wie klimmende Ranken,
Klammern sich fester und fester an Dich.

Immer Dich sehen möcht' ich und hören,
Immer Dir schauen ins Angesicht,
Könnt' ich mir nur Deinen Schatten beschwören!
Lieberes zeigt ja die Sonne mir nicht. 

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4. Vor meinem Auge wird es klar [sung text not yet checked]

Vor meinem Auge wird es klar, 
Je mehr es sich zum Lichte wendet,
Und wenn ich scheu und schüchtern war, 
So war's Dein Glanz der mich geblendet

Wie in des Maien reicher Blust 
Jedwede Knospe sich entfaltet,
So wecktest Du mir in der Brust,
Was nun mit meinen Tagen schaltet.

Es hat sich mir so rasch enthüllt,
Als bracht's ein Augenblick zur Reife,
Und ich bin so davon erfüllt,
Daß ich nichts Andres mehr begreife. 

Ich weiß nicht ob es Schönres giebt 
In Himmelsraum und Erdenweiten 
Mir ist, als hätt' ich Dich geliebt 
Vom Anbeginne aller Zeiten.

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5. Du zähltest wohl die Regentropfen [sung text not yet checked]

Du zähltest wohl die Regentropfen
Und alle Blätter im Grödner Thal,
Eh' daß Du meines Herzens Klopfen
Verstündest und der Sehnsucht Qual.
Umsonst such' ich in Deinen Blicken
Durch Deiner langen Wimpern Nicken
Nach einer Hoffnung Sonnenstrahl.

Und wenn ich Deiner nur gedenke,
Wie wird es mir im Busen heiß! 
Doch still aus dieses Thales Senke 
Brech' ich mir bald das letzte Reis.
Fahr wohl! und daß Dich Gott behüte 
In Deiner sternenkeuschen Blüthe,
Du felsumgürtet Edelweiß! 

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6. Bleib steh'n! Dass nur ein Hauch vom Winde [sung text not yet checked]

Bleib stehn! daß nur ein Hauch vom Winde,
Der über Deine Wangen geht,
Des durst'gen Athmers Lippen finde,
Eh' er im weiten All verweht.
Er wallt so mild wie Maienlüfte,
So würzig süß wie Blumendüfte,
Doch käm' er auch wie Eisespfeil
Hoch von der Alpen Gletscherflur,
Willkommen wär' er, brächt' er nur 
Mir Deines Odems kleinsten Theil.

O zürn' ihm nicht ob seinem Raube,
Den er zu mir herüber lenkt,
Und zürn' auch mir nicht, wenn ich glaube,
Du habest ihn für mich beschenkt.
Mein Herz allein will er bethören,
Sonst Keiner kann ihn sehn und hören
Den Boten, der wie Schwalbenflug 
Den einz'gen Kuß, in Luft getaucht,
Im Abendroth dahin gehaucht,
Von Deinem Mund zu meinem trug. 

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7. Vergissmeinnicht [sung text not yet checked]

Blaublümlein spiegelten sich im Bach
Und riefen den eilenden Wellen nach:
Vergißmeinnicht!

Die lachten: Wir müssen zum Meere hin,
Und aus den Augen ist aus dem Sinn,
Vergißmeinnicht!

Blauäuglein hatte ein Mägdelein,
Die strahlten dem Knaben ins Herz hinein:
Vergißmeinnicht!

Der Knabe zog in die Welt hinaus,
Da blühte und welkte manch Blumenstrauß.
Vergißmeinnicht!

Und als er allein auf unendlicher See,
Da grüßten ihn Sterne, da faßt' ihn ein Weh,
Vergißmeinnicht!

Aus rauschenden Wogen sangen herauf
Die Tropfen im Meere aus Bächleins Lauf:
Vergißmeinnicht!

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

8. Ich ging im Wald durch Kraut und Gras [sung text not yet checked]

Ich ging im Wald 
Durch [Kraut]1 und Gras
Und dachte dies
Und dachte das,
Da hört' ich es kommen und gehn, --
Husch! husch!
Hinter'm Busch,
Da hat mich ein Jäger gesehn.

Hab' mich geduckt,
Durch's Laub gespäht
Und wollte fort,
Da war's zu spät,
Sein Hündlein kam spürend getrappt,
Husch! husch!
Hinter'm Busch,
Da hat mich ein Jäger ertappt.

[Er frug, warum
Ich mich versteckt,
Ob er mir Furcht 
Und Angst erweckt]2,
Ich sagte: O, dass ich nicht wüsst'!
Husch! husch!
Hinter'm Busch --
[Husch! hat]3 mich ein Jäger geküsst.

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1 Oehme: "Laub"; further changes may exist not shown above.
2 Greger: "Er fragte, ob / Er mich erschreckt, / Ob er mir Angst / Und Furcht erweckt."
3 Greger: "Da hat"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

9. Lass mich Dir sagen [sung text not yet checked]

Laß mich dir sagen, laß mich dir singen,
Daß ich dich liebe, du herzige Maid,
Ach! mich umsauset ein Schwingen und Klingen,
Herz will mir springen,
Weiß nicht, vor Glück oder Leid.

Wenn ich dich sehe, nahe und ferne,
Geht mit mir Alles auf Erden rundum,
Daß meinen Namen ich gerne verlerne,
Himmlische Sterne,
Tanzet um's Liebchen herum!

Habe geschworen mit Weinen und Lachen:
Mein muß sie werden, und mein wird sie doch!
Und ob dich Riesen und Drachen bewachen,
Auch aus dem Rachen
Riß' ich der Hölle dich noch.

Sieh! und da bin ich; nun will ich dich drücken,
Drücken dich fest an die klopfende Brust,
Laß dich von Liebesentzücken berücken,
Ging auch in Stücken
Welt vor der ewigen Lust!

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10. Du rothe Rose auf grüner Haid' [sung text not yet checked]

[Du]1 rote Rose auf grüner Heid',
Wer hieß dich blühn?
Du heißes Herz in tiefem Leid,
Was will dein Glühn?
Es braust der Sturm vom Berg herab,
Dich knickt er um;
Es gräbt die Liebe ein stilles Grab,
Du bist dann stumm.

Denk nicht an Tod, an Leben denk
In Lieb und Lust,
Dich selber wirf als dein Geschenk
An meine Brust.
Ich weiß es ja, daß du mich liebst
In Überfluß,
O Seligkeit! wenn du mir giebst
Den ersten Kuß.

Geschrieben steht am Sternenzelt,
Du wärest mein;
Was fragt die Liebe nach der Welt
Und ihrem Schein?
Um meinen Nacken schling den Arm,
Preß Mund auf Mund,
Ruhst anders nicht so süß und warm
Im weiten Rund.

Versink, vergiß im Wonnerausch
Der Erde Zeit,
Giebst für den Augenblick in Tausch
Die Ewigkeit.
Komm! daß du meine Sehnsucht stillst,
O Königin!
Und wenn du meine Seele willst,
So nimm sie hin!

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1 Scherff: "Die"; further changes may exist not noted.

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