Gedichte von Rückert, Eichendorff, Geibel, Dingelstedt für Sopran

by Carl Martin Reinthaler (1822 - 1896)

Word count: 575

1. Nun die Schatten dunkeln [sung text not yet checked]

[Nun]1 die Schatten dunkeln,
Stern [an]2 Stern erwacht:
Welch ein Hauch der Sehnsucht
Flutet [in der]3 Nacht!

Durch das [Meer]4 der Träume
Steuert ohne Ruh',
[Steuert]5 meine Seele
Deiner Seele zu.

Die sich dir ergeben,
Nimm sie ganz dahin!
Ach, du weißt, daß nimmer
Ich mein eigen bin.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Malcolm Wren) , "Now the shadows are darkening", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "For music", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Constance Bache) (William Stigand, né Stigant) , "Now the shades are deep'ning"
  • ENG English (Andrew Schneider) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Emanuel Geibel, Juniuslieder, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1848, page 34.

1 Lewy: "Wenn"; further changes may exist not shown above.
2 Bolko von Hochberg: "bei"
3 Bolko von Hochberg, Hermann, Rubinstein: "durch die"
4 Bolko von Hochberg: "Reich"
5 Hermann: "Sehnend"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Johann Winkler

2. Sonne rief die Rose [sung text checked 1 time]

Sonne rief die Rose,
Rief mit Blick und Wort;
Als die Rose keimte,
Ging die Sonne fort. 

Liebchen rief dem Herzen,
Rief mit Wort und Blick;
Als das Herz ihr folgte,
Zog sie sich zurück.

Rose mußte welken,
Und das Herz mit ihr;
Liebchen, meine Sonne,
Gott vergebe dir!

Authorship

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Confirmed with Franz Dingelstedt's sämmtliche Werke, siebenter Band, zweite Abtheilung, Berlin: Gebrüder Pätel, 1877. Appears in Lyrische Dichtungen, erster Band, in Dornröslein, no. 1, page 63.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

3. Hörst du nicht die Bäume rauschen [sung text not yet checked]

Hörst du nicht die Bäume rauschen
Draußen durch die stille Rund?
Lockts dich nicht, hinabzulauschen
Von dem Söller in den Grund,
Wo die vielen Bäche gehen
Wunderbar im Mondenschein
Wo die stillen Schlösser sehen
In den Fluß vom hohen Stein?

Kennst du noch die irren Lieder
Aus der alten, schönen Zeit?
Sie erwachen alle wieder
Nachts in Waldeseinsamkeit,
Wenn die Bäume träumend lauschen
Und der Flieder duftet schwül
Und im Fluß die Nixen rauschen -
Komm herab, hier ist's so kühl.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Jakob Kellner) , "Can't you hear the forest rustle", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Henri Dupraz) , "N'entends-tu pas le murmure des arbres?", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Senti tu stormire gli alberi", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Jakob Kellner

4. Abendlied [sung text not yet checked]

Ich stand auf Berges Halde,
[Als heim die Sonne ging]1,
Und sah, wie überm Walde
Des Abends Goldnetz hing.

Des Himmels Wolken tauten
Der Erde Frieden zu,
Bei Abendglockenlauten
Ging die Natur zur Ruh'.

Ich sprach: «O Herz, empfinde
Der Schöpfung Stille nun,
Und schick' mit jedem Kinde
Der Flur dich auch, zu ruhn.»

Die Blumen alle schließen
Die Augen allgemach,
Und alle Wellen fließen
Besänftiget im Bach.

Nun hat der müde Silfe
Sich unters Blatt gesetzt,
Und die Libell' am Schilfe
Entschlummert taubenetzt.

Es ward dem goldnen Käfer
Zur Wieg' ein Rosenblatt;
Die Herde mit dem Schäfer
Sucht ihre Lagerstatt.

Die Lerche sucht aus Lüften
Ihr feuchtes Nest im Klee,
Und in des Waldes Schlüften
Ihr Lager Hirsch und Reh.

Wer sein ein Hüttchen nennet,
Ruht nun darin sich aus;
Und wen die Fremde trennet,
Den trägt ein Traum nach Haus.

Mich fasset ein Verlangen,
Daß ich zu dieser Frist
Hinauf nicht kann gelangen,
Wo meine Heimat ist.

Authorship

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Confirmed with Friedrich Rückert, Gedichte, Auswahl des Verfassers. Einundzwanzigste Auflage, Frankfurt am Main: Sauerländer, 1884, page 25.

1 Hauptmann: "Als Sonn' hinunter ging"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull

5. Glockenthürmers Töchterlein [sung text not yet checked]

Mein hochgebornes Schätzelein,
Des Glockenthürmers Töchterlein,
Mahnt mich bei Nacht und Tage
Mit jedem Glockenschlage:
Gedenke mein! gedenke mein!

Mein hochgebornes Schätzelein,
Des Glockenthürmers Töchterlein,
[Rufet zu jeder Stunde
Mich]1 mit der Glocken Munde:
Ich harre dein, ich harre dein.

Mein hochgebornes Schätzelein,
Des Glockenthürmers Töchterlein,
Es stellt die Uhr mit Glücke
Bald vor und bald zurücke,
So wie's uns mag gelegen sein.

Mein hochgebornes Schätzelein,
[Wie sollt']2 es nicht hochgeboren sein?
Der Vater [war]3 hochgeboren,
Die Mutter hocherkoren,
Hat hoch geboren ihr Töchterlein.

Mein hochgebornes Schätzelein,
Ist nicht hochmütig, und das ist fein;
Es kommt [wohl]4 hin und wieder
Von seiner Höh' hernieder
Zu mir gestiegen im Mondenschein.

Mein hochgebornes Schätzelein,
Sprach [gestern]5: Der alte Thurm fällt ein,
Man merkt es an seinem [Wanken]6,
Ich will in Lüften nicht [schwanken]7,
Will dein zu [ebener]8 Erde sein.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Het dochtertje van de klokkenluider", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lawrence Snyder) , "The bell-ringer's daughter", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gesammelte poetische Werke, volume 1, J. D. Sauerländer's Verlag, 1882, pages 545-546; put into "Wanderung" in Rückerts Werke herausgegeben von Georg Ellinger. Leipzig und Wien: Bibliographisches Institut, 1897. Erster Band: pages 351 - 352.

1 Draeseke, Loewe: "Ruf mich zu jeder Stunde/ Wohl"
2 Draeseke, Loewe: "Sollt' "
3 omitted by Draeseke, Loewe
4 Draeseke, Loewe, Schumann: "ja"
5 Draeseke, Loewe: "jüngst"
6 Schumann: "Schwanken"
7 Schumann: "wanken"
8 Draeseke, Loewe, Schumann: "eb'ner"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull

6. Schifferlied [sung text not yet checked]

Im Meere möcht' ich fahren
Mit dir, mit dir allein,
Möcht' auf einsamem Eiland
Mit dir verschlagen sein!
 
Da wären nicht Muhmen und Basen,
Nur du und ich allein,
Da würdest du nicht so spröde,
Nicht hart und grausam sein!
 
Da schlängst du die [Lilien-Arme]1
Mir liebend um Hals und Brust,
Und ich, ich dürfte dich küssen,
Nach meines Herzens Lust!
 
Wir säßen und strickten uns Netze
Und fingen uns Fische im Meer,
Und Gast wär' allein die Liebe
[Sonst]2 weiter niemand mehr.
 
Im Meere möcht' ich fahren
Mit dir, mit dir allein,
Möcht' auf einsamem Eiland
Mit dir verschlagen sein!

Authorship

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  • ENG English (Anja Bunzel) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von August Kopisch, Berlin: Verlag von Duncker und Humblot, 1836, page 56

1 Kinkel: "Lilienarme"
2 Kinkel: "Und"

Research team for this text: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Guest Editor]