Junge Lieder : Erstes Buch

by (Friedrich) August Bungert (1845 - 1915)

Word count: 543

1. Der Harfner [sung text not yet checked]

Wer nie sein Brod mit Thränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem [Bette]1 weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte!
 
Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein:
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • CZE Czech (Čeština) (Jan Evangelista Nečas) , "Harfeník"
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Wie nooit zijn brood in tranen at", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "He who never ate his bread with tears", copyright ©
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission [an adaptation]
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Celui qui n'a jamais mangé son pain avec des larmes", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Chi non mangiò mai pane bagnato di lacrime", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 122; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Achtzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, pages 217-218.

First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Erster Band. Berlin. Bey Johann Friedrich Unger. 1795, page 346. The poem appears in Book 2, Chapter 13 of Goethe's novel.

1 Droste-Hülshoff: "Lager"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Mein Herz ist wie die dunkle Nacht [sung text not yet checked]

Mein Herz ist wie die dunkle Nacht,
Wenn alle Wipfel rauschen;
Da steigt der Mond in voller Pracht
Aus Wolken sacht,
Und sieh, - der Wald verstummt in tiefem Lauschen.

Der Mond, der [helle]1 Mond bist du:
[Aus]2 deiner Liebesfülle
Wirf einen, einen Blick mir zu 
Voll Himmelsruh',
Und sieh, dies ungestüme Herz - wird stille.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Charles Tomlinson Griffes)
  • ENG English (Carl Johengen) , "My heart is like the dark night", copyright © 2003, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • HEB Hebrew (עברית) (Ehud Shapiro) , "הירח", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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1 Mendelssohn: "lichte"
2 Mendelssohn: "In"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Geh' ich einsam [sung text not yet checked]

Geh' ich einsam durch die schwarzen Gassen,
Schweigt die Stadt, als wär' sie unbewohnt,
Aus der Ferne rauschen nur die Wasser,
Und am Himmel zieht der bleiche Mond.

Bleib' ich lang vor jenem Hause stehen,
Drin das [liebe, liebe]1 Liebchen wohnt,
Weiß nicht, daß sein Treuer [ferne]2 ziehet,
Stumm und harmvoll, wie der bleiche Mond.

Breit' ich lange sehnend meine Arme
Nach dem lieben, lieben Liebchen aus,
Und nun sprech' ich: "Lebet wohl, ihr Gassen!
Lebe wohl, du [stilles, stilles]3 Haus!

Und du Kämmerlein im Haus dort oben,
Nach dem oft das warme Herze schwoll,
Und du Fensterlein, draus Liebchen schaute,
Und du Türe, draus sie ging, leb' wohl!"

Geh' ich bang nun nach den alten Mauern,
Schauend rückwärts oft mit nassem Blick,
Schließt der Wächter hinter mir die Tore,
Weiß nicht, daß mein Herze noch zurück.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Justinus Kerner Werke, Zweiter Teil, Gedichte, ed. Raimund Pissin, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., 1914, page 126

1 Baumgartner: "liebe"
2 Baumgartner: "fernhin"
3 Baumgartner: "stilles"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Winterruhe [sung text not yet checked]

Rauh ist es draußen, traulich hier und warm,
Wo frisches Glück und junge Liebe walten,
Leg' ich um Deinen zarten Leib den Arm,
Wähn' ich den Frühling an der Brust zu halten.

Den engen Raum durchzieht ein süßer Duft
Dankbarer Blumen, die wir gastlich hegen,
Und trunk'nen Sinnes fühl' ich weiche Luft
Einschläfernd sich auf meine Augen legen.

Umschlinge mich und winde Dich nicht los,
Und fürchte nicht ein wildes Überschäumen,
Das Haupt gebettet sanft in Deinem Schoos,
So laß mich still von einer Rose träumen.

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Confirmed with Gedichte von Albert Traeger, Neunte vermehrte Auflage, Leipzig, Verlag von Ernst Keil, 1873, page 113.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Die Liebste zur Antwort [sung text not yet checked]

Dir ist sonst der Mund verschlossen,
Du antwortest mir ja kaum,
Nur zu Liedern süßen Klanges
Öffnest du ihn, wie im Traum.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ich kann dir ins Antlitz schauen,
Heiter, wie das Kind ins Licht;
Ich kann lieben, kosen, küssen,
Aber dichten kann ich nicht.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein. 

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6. Wohin mit der Freud '? [sung text not yet checked]

Ach du klarblauer Himmel, und wie schön bist du heut'!
Möcht' ans Herz gleich dich drücken [vor]1 Jubel und Freud'.
Aber 's geht doch nicht an, Denn du bist mir zu weit,
Und mit all' meiner Freud', was fang' ich doch an?

Ach du lichtgrüne Welt, und wie strahlst du [vor]1 Lust!
Und ich möcht' [mich gleich]2 werfen dir voll Lieb' an die Brust;
Aber 's geht doch nicht an, und das ist ja mein Leid,
Und mit all' meiner Freud', was fang' ich doch an?

Und da [seh']3 ich mein Lieb [unterm Lindenbaum stehn]4,
War so klar wie der Himmel, wie die Erde so schön!
Und wir küßten uns beid', und wir sangen [vor]1 Lust,
Und da hab' ich gewußt, wohin mit der Freud'!

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  • ENG English (John Glenn Paton) , "Where to go with my joy", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Bertram Kottmann) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Della gioia, che farne?", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Wolf: "voll"
2 Wolf: "gleich mich"
3 Silcher, Wolf: "sah'"
4 Wolf: "Am Kastanienbaum stehn"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]